
DüsseldorfUnmittelbar vor der Entscheidung der Bundesländer über einen neuen Glücksspielstaatsvertrag schlagen die Spielhallen-Betreiber in Deutschland Alarm. Es gebe langfristige Mietverträge, daher seien die Unternehmen auf Planungs- und Investitionssicherheit angewiesen, sagte Martin Moßbrucker, Geschäftsführer beim drittgrößten deutschen Spielhallenbetreiber Extra Games, dem Handelsblatt. „Niemand beklagt die Regulierung, damit leben wir seit Jahrzehnten.“ Bestehende Objekte müssten aber besser geschützt werden.
Die Bundesländer wollen an diesem Donnerstag über den neuen Glücksspielstaatsvertrag diskutieren. Laut Branchenkreisen sieht der aktuelle Entwurf zum Beispiel einen Mindestabstand von Spielhallen mit Geldspielautomaten zu Schulen und Jugendzentren vor. Zudem soll es nur noch eine Lizenz pro Spielstätte geben - was die Zahl der Automaten verringert, die aufgestellt werden kann. Knackpunkt ist, dass es für bestehende elektronische Casinos nur eine Bestandsgarantie über fünf Jahre geben soll. Viele neuere Hallen hätten in dieser Zeit aber noch nicht ihre Investitionen wieder hereingespielt, warnen die Betreiber.
Die Neuregelung könne auch viele Immobilienprojekte in Schwierigkeiten bringen, die fest mit den Mieteinnahmen einer Spielhalle kalkuliert hätten, warnte Moßbrucker. Extra Games gehört zur österreichischen Novomatic-Gruppe und betreibt in Deutschland 200 Automaten-Casinos. Der Umsatz von zuletzt 105 Millionen Euro solle in diesem Jahr um etwa zehn Prozent zulegen, sagte Moßbrucker.