STUTTGART. Im Ausland würden die Chancen in Deutschland offensichtlich optimistischer beurteilt als in Deutschland selbst. Und: "Die Investitionen werden immer größer." Dass sich die Beteiligungsfirmen immer häufiger zu Pools zusammenschlössen, ermögliche zunehmend größere Transaktionen. Groß rechnet künftig mit Übernahmevolumen im niedrigen zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich.
Einen Kauf von Daimler-Chrysler durch Finanzinvestoren hält Groß aber nach wie vor für unwahrscheinlich: "Dagegen sprechen die hohe Abfindung der Altaktionäre und die öffentlichen Widerstände, die eine Übernahme mit sich brächte." Angriffe von Hedge-Fonds, die darauf abzielen, mit Beteiligungen zwischen 10 und 15 Prozent Einfluss bei Daimler-Chrysler zu erlangen, hält Groß dagegen durchaus für möglich. In den vergangenen Monaten kam wiederholt die Frage auf, ob Daimler-Chrysler nach dem Rückzug des Großaktionärs Deutsche Bank zum Übernahmekandidaten würde. Daimler-Chrysler ist derzeit an der Börse über 43 Mrd. Euro wert.
Die Beratung bei Fusionen und Übernahmen trägt bereits rund ein Sechstel zum Umsatz der Ernst-&-Young-Gruppe bei. Im Geschäftsjahr 2004/05 (30.6.) setzte dieser Bereich 157 Mill. Euro um, 16,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Stammgeschäft Wirtschaftsprüfung wuchs um 10,6 Prozent auf 362 Mill. Euro. Steuer- und Rechtsberatung kamen mit einem leichten Plus auf 362 Mill. Euro. Insgesamt wuchs das Unternehmen 2004/05 um knapp zehn Prozent auf 948 Mill. Euro.
Ernst & Young festigte damit seinen dritten Platz in Deutschland hinter PWC und KPMG. Das Stuttgarter Beratungsunternehmen mit seinen 6 160 Mitarbeitern gehört zum Wirtschaftsprüfer-Netz Ernst & Young Global, das weltweit mit 106 000 Beschäftigten 17 Mrd. Dollar umsetzt.