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Güterverkehr: Logistik schrumpft erstmals seit 1993

Jahrelang fuhr das Transportgewerbe nur in eine Richtung: steil bergauf. Doch erstmals seit beinahe zwei Jahrzehnten wird die Güterverkehrsleistung im Jahr 2009 wieder sinken. Gerechnet wird 2009 mit einem Rückgang um vier Prozent. Am stärksten betroffen ist die Binnenschifffahrt.

Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg: Kommt jetzt die Abwrackprämie für Dieselloks? Quelle: ap
Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg: Kommt jetzt die Abwrackprämie für Dieselloks? Quelle: ap

DÜSSELDORF. Jahrelang fuhr das Transportgewerbe nur in eine Richtung: steil bergauf. Doch erstmals seit beinahe zwei Jahrzehnten wird die Güterverkehrsleistung im Jahr 2009 wieder sinken - und zwar kräftig. Dies geht aus der Mittelfristprognose des Bundesverkehrsministeriums hervor, die jährlich unter anderem vom Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) erstellt wird. Gerechnet wird 2009 mit einem Rückgang der Güterverkehrsleistung um vier Prozent.

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Am stärksten betroffen ist die Binnenschifffahrt. Sie muss sich 2009 auf ein Minus von fünf Prozent einstellen. Die Eisenbahn verliert demnach 4,5 Prozent. Der Straßengüterverkehr kommt mit einem Minus von vier Prozent noch am besten weg. Damit neigt sich eine jahrelange Aufwärtsentwicklung dem Ende zu. Seit 1990 hat es nur ein einziges Jahr gegeben, in dem es ein Minus gab: 1993 mit minus 1,6 Prozent. Dies hing aber mit der Integration der Deutschen Reichsbahn in die Deutsche Bahn zusammen und war ein Sonderfall.

Am besten fällt die Prognose noch für den Straßengüternahverkehr aus, wo die Verkehrsleistung nur um 0,3 Prozent sinken soll. Das hängt vor allem mit der Bauwirtschaft zusammen, die sich in der Krise auch dank der Konjunkturprogramme des Bundes relativ gut schlägt. Denn viele Transporte im Nahverkehr haben das Baugewerbe als Auftraggeber. Kleiner Trost auch für deutsche Frachtunternehmen: Die Rezession trifft ausländische Wettbewerber härter. Denn der grenzüberschreitende Verkehr ist stärker betroffen als der Binnenverkehr.

Dass die Güterbahnen schlechter abschneiden als der Lkw hat bereits die Bahn-Lobby auf die Palme gebracht, die prompt einen Nachschlag fordert. "Nachdem der Schienengüterverkehr in den letzten fünf Jahren jeweils stärker gewachsen ist als der Lkw-Verkehr, ist die Prognose für 2009 ein Weckruf an die Bundesregierung", meinte jedenfalls der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege.

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