Und dann die Nebengeschäfte. Rund um Towbin Dodge ist eine Unterhaltungsindustrie entstanden: eigenes Hip-Hop-Musiklabel, Online-Shop mit Devotionalien vom Blue-Genie-Wackeldackel bis zum Towbin-T-Shirt. Der Chef, passionierter Autosammler natürlich, tritt mit seinem Igelhaarschnitt in Musiksendungen auf, hat eine Realityshow im TV namens » „King of Cars“ und ist gern gesehener Gast in Talkshows.
Publicity wird immer wichtiger. Die Immobilienkrise macht auch vor Las Vegas nicht halt. Die Stadt hat die drittmeisten Zwangsversteigerungen im Land. Fällt der Wert des Hauses, gibt es keine weiteren Kredite, mit denen sich neue Plasmafernseher oder Autos bezahlen lassen.
Da muss ein Autohändler manchmal auch zu härteren Methoden greifen als Schminke und Rapper-Outfit. Josh Towbin gehört zu den Händlern, die auch bei schwierigen Kreditfällen nicht gleich Nein sagen – das bedeutet dann oft Ärger. Auf Webseiten wie » Choppercarsfraud.com oder » ripoffreport.com machen sich verärgerte Kunden Luft. Schlechter Service, verschwiegene Unfallschäden – alles das, was man auch bei anderen Autohändlern finden kann.
Auf » dealerrater.com hat Towbin einen nur mäßigen Wert von 1,7. General Manager Frank Agresti zuckt mit den Schultern. Acht negative Bewertungen von unzufriedenen Kunden in drei Jahren bei 500 verkauften Autos pro Monat – was soll er dazu sagen? So was passiert halt.
„Gong!“ klingt’s von nebenan. Ist ein Deal perfekt, schlägt jeder Käufer bei Towbin einmal auf einen kupfernen Gong im Verkaufsraum. Per Lautsprecher werden die Daten des Fahrzeugs, der Name des Kunden und der Preis verlesen. Nach tosendem Geklapper, das johlende Verkäufer mit Fäusten und Kugelschreibern auf ihren Tischen erzeugen, dröhnt dem neuen Autobesitzer ein vielkehliges „Thank you“ entgegen. „Wir machen den Kunden stolz – und erinnern unsere Mitarbeiter gleichzeitig immer wieder daran, wer letztlich ihr Gehalt bezahlt“, sagt Agresti. – Und wie wird 2008? „Eines der besten Jahre unserer zehnjährigen Geschichte.“

