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Hamburger-Lösung ist offenbar „One-Man-Show“: Verwirrung um Hapag-Lloyd-Übernahme

Überraschung wenige Tage vor der Entscheidung über den Verkauf von Hapag-Lloyd: Das groß angekündigte Rettungsbündnis ist kleiner als gedacht. Die „Hamburger Lösung“ ist eine Ein-Mann-Show. Logistikunternehmer Kühne steht allein, die Stunde der Patrioten fällt aus.

Allein auf weiter Flur: Klaus-Michael Kühne. Foto: dpa Quelle: dpa
Allein auf weiter Flur: Klaus-Michael Kühne. Foto: dpa Quelle: dpa

HAMBURG. Wenige Tage vor der Entscheidung über den Verkauf der Traditionsreederei Hapag-Lloyd gibt es eine Überraschung. Das groß angekündigte Rettungsbündnis, das den Verkauf der Traditionsreederei nach Asien verhindern soll, die sogenannte Hamburger Lösung also, ist in Wahrheit eine Ein-Mann-Show. Nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen setzt der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne mehr als eine Mrd. Euro seines Privatvermögens ein. Alle anderen hanseatischen Kaufleute, die angeblich hinter Kühne standen, sind ausgeblieben.

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Dabei läuft die Hamburger PR-Maschine noch immer auf vollen Touren. Hapag-Lloyd, die alteingesessene Containerreederei, steht zum Verkauf durch den Mutterkonzern Tui. Ein Interessent: der Konkurrent NOL aus Singapur, der mehrheitlich zum Staatsfonds Temasek gehört.

Die Vorstellung, Hapag-Lloyd werde bald aus Fernost kontrolliert, bringt nicht nur die Beschäftigten auf die Barrikaden. Schon im Frühjahr meldete sich die „Hamburger Lösung“ zu Wort. Der frühere Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner, der Chef des Bankhauses M.M. Warburg, Christian Olearius und eben Klaus-Michael Kühne mahnen seitdem, Hapag-Lloyd, der fünftgrößte Player im weltweiten Transportgeschäft zur See, müsse deutsch bleiben.

Geschickt entwarfen die Protagonisten der Hamburger Lösung in den vergangenen Monaten die Vorstellung, die in der Hansestadt reichlich vorhandenen „Pfeffersäcke“ hätten sich in ihren mit Edelhölzern vertäfelten Kontoren zum Schulterschluss für die Rettung von Hapag-Lloyd zusammengefunden. Wer genau die Hand zum Treueschwur erhob, wurde nie gesagt. Doch das heizte die Fantasie von Analysten, Unternehmensberatern und Journalisten nur noch an.

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