22.02.2006

Konkurrenz spitzt sich zu: Hamm-Reno greift Deichmann an

Die Konkurrenzsituation im Markt für Kinderschuhe spitzt sich zu. Nach der Übernahme der traditionsreichen Kinderschuhmarke Elefanten durch die Essener Deichmann-Gruppe verstärkt sich jetzt auch der Schuh- und Modefilialist Hamm-Reno in dem für die Branche strategisch wichtigen Segment.

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DÜSSELDORF. Wie der Vorsitzende der Geschäftsführung Matthias Händle dem Handelsblatt bestätigte, hat Hamm-Reno den ehemaligen Chefentwickler von Elefanten engagiert. Peter Lauer soll in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportmedizin der Universität Tübingen eine Alternative zum etablierten Weiten-Mess-System (WMS) entwickeln, das auch Deichmann einsetzt. Das Siegel des neuen Prüfverfahrens soll die Eigen- und Handelsmarken Renolino, Teddy und Barmer auszeichnen.

Das Osnabrücker Familienunternehmen, das Mitte 2005 aus der Fusion der Schuhhandelsunternehmen Hamm und Reno entstand und für einen Umsatz von rund 500 Mill. Euro steht, treibt damit wie Deichmann den strategischen Wandel vom Discounter zum Fachhandelsgeschäft voran. Die Essener Deichmann-Gruppe hatte die Traditionsmarke Elefanten aus Kleve am Niederrhein im vergangenen Sommer übernommen.

Der mit 2,5 Mrd. Euro Jahresumsatz unangefochtene Marktführer verleibte sich Markenrechte, Werkzeuge und Führungspersonal ein. Die neue Elefanten-Kollektion hat Deichmann in der vergangenen Woche präsentiert. Von dem Vorstoß des Konkurrenten Hamm-Reno zeigte sich Unternehmenssprecher Ulrich Effing wenig beeindruckt: „Deichmann vertraut auf die Markenkraft und Qualität von Elefanten.“

Kinderschuhe trugen nach Angaben des Bundesverbands des Deutschen Schuheinzelhandels im Jahr 2003 zwar nur zwölf Prozent zum Gesamtumsatz von 6,4 Mrd. Euro bei. Doch gute Kinderschuhe gelten als strategisch wichtiger Posten im Sortiment. „Kinderschuhe sind ein emotionales Gut. Eltern suchen gezielt nach Marken und Qualitätssiegeln, denen sie vertrauen können“, sagt Einzelhandelsexperte Felix Peckert: „Bietet ein Fachhändler keine bekannten Kinderschuhe an, ist er für Familien kein guter Laden mehr“.

Auch die Einkaufskooperation Ariston-Nord-West-Ring hat die Kinderfüße entdeckt. In Kooperation mit dem Bonner Süßwarenkonzern Haribo hat der Verbund die Kinderschuhmarke Haribo kreiert. Nach Angaben des Geschäftsführers Michael Decker werden ab März vier von fünf der angeschlossenen 1 800 Händler die Haribo-Kinderschuhe in die Regale räumen.

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