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Handelskonzern: Arcandor darf mit Staatshilfe rechnen

Er hat es angedeutet, nun wird er es auch bald tun: Der neue Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick sagte in einem Interview, bald Staatsbürgschaften zu beantragen. Es gibt offenbar keine andere Möglichkeit, die Finanzprobleme zu lösen. Spätestens ab Juni müssen die Mitarbeiter sonst um die Zahlung ihrer Gehälter fürchten.

Arcandor-Chef Eick wird den Staat um Hilfe bitten. Quelle: Reuters
Arcandor-Chef Eick wird den Staat um Hilfe bitten. Quelle: Reuters

BERLIN/DÜSSELDORF. Der Handelskonzern Arcandor hat gute Chancen, Staatshilfen des Bundes zu bekommen. Wie das Handelsblatt aus Regierungkreisen erfuhr, gibt es nach einer ersten Vorprüfung „positive Signale“ für einen Antrag auf Rettungshilfen aus dem Wirtschaftsfonds Deutschland. „Arcandor erfüllt die wesentlichen Voraussetzungen für einen Antrag auf Staatshilfen“, hieß es in den Kreisen. Der Aufsichtsrat des Handelskonzerns will voraussichtlich am kommenden Sonntag über einen entsprechenden Hilfsantrag entscheiden.

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In Kreisen der Konsortialbanken sorgt dies für Erleichterung. „Sollte die Regierung für den Großteil der aufgenommenen Kreditlinien von Arcandor bürgen, wäre das vor allem für die Lieferanten ein gutes Zeichen“, hieß es bei einem der beteiligten Kreditinstitute.

Auch den Banken selbst würde eine Bürgschaft Luft verschaffen. Bis zum 12. Juni soll das Konsortium aus Royal Bank of Scotland, Dresdner Bank/Commerzbank und Bayerischer Landesbank auf Drängen von Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick Kreditlinien über 650 Mio. Euro verlängern. Verweigern sie eine weitere Zusammenarbeit, deutete Eick vor einigen Wochen in der Mitarbeiterzeitung an, droht dem einst unter Karstadt-Quelle firmierenden Konzern ein gefährlicher Liquiditätsengpass. Im Fall einer Insolvenz blieben auch die Banken auf einem Teil ihrer Forderungen sitzen.

Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, hieß es bei den Banken. Dass einige kleinere Banken mit einem Kreditvolumen von 90 Mio. Euro ihren Rückzug angekündigt hätten, sei aber „kein Problem“, erklärten Verhandlungskreise.

Schon im September hatten die Geldgeber lange gezögert, eine Kredittranche über rund 350 Mio. Euro zu verlängern. Erst als Sal. Oppenheim bei Arcandor eine Kapitalerhöhung zeichnete, willigten die übrigen Banken ein.

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