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Handelskonzern Metro: Optimismus trotz schlechter Zahlen

Der Handelsriese Metro hat 2012 nur einen Bruchteil des üblichen verdient. Nach der ersten Dividendenkürzung in der Geschichte im vergangenen Jahr, macht der Konzern den Anlegern auch für dieses Jahr wenig Hoffnung.

Eine Metro-Filiale in Düsseldorf Quelle: dapd
Eine Metro-Filiale in Düsseldorf Quelle: dapd

DüsseldorfVerkehrte Welt bei Deutschlands größtem Handelskonzern Metro: Vorstandschef Olaf Koch muss das schlechteste Ergebnis der Firmengeschichte präsentieren und strotzt dennoch vor Selbstbewusstsein. „Wir müssen uns nicht verstecken“, sagte er am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf und legte nach. „Wir haben alles im Griff. Wir werden gestärkt aus dem Jahr 2012 hervor gehen.“

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Die nackten Zahlen zeigen aber zunächst ein anderes Bild. Der Handelsriese landete im vergangenen Jahr bei einem weltweiten Umsatz von rund 67 Milliarden Euro nur knapp vor der Verlustzone. Auch im laufenden Rumpfgeschäftsjahr 2013, das wegen einer Umstellung bereits Ende September endet, wird wegen des fehlenden Weihnachtsgeschäfts und Ertragsproblemen lediglich ein Minigewinn erwartet. Koch muss die Ärmel noch einmal höher krempeln und beweisen, das er Handel kann.

Die wertvollsten deutschen Einzelhandelsmarken (2013)

  • Rang 10

    Douglas

    Markenwert: 238 Millionen Dollar
    im Vorjahr nicht in den Top 10

  • Rang 9

    Netto

    Markenwert: 262 Millionen Dollar
    minus fünf Prozent gegenüber 2012

  • Rang 8

    Obi

    Markenwert: 283 Millionen Dollar
    plus zwei Prozent gegenüber 2012

  • Rang 7

    Rewe

    Markenwert: 459 Millionen Dollar
    plus 5 Prozent gegenüber 2012

  • Rang 6

    dm

    Markenwert: 485 Millionen Dollar
    plus 19 Prozent gegenüber 2012

  • Rang 5

    Kaufland

    Markenwert: 551 Millionen Dollar
    plus zwei Prozent gegenüber 2012

  • Rang 4

    Media Markt

    Markenwert: 1,3 Mrd. Dollar
    minus drei Prozent gegenüber 2012

  • Rang 3

    Edeka

    Markenwert: 1,5 Mrd. Dollar
    plus fünf Prozent gegenüber 2012

  • Rang 2

    Lidl

    Markenwert: 1,52 Mrd. Dollar
    plus acht Prozent gegenüber 2012

  • Rang 1

    Aldi

    Markenwert: 2,9 Mrd. Dollar
    minus sieben Prozent gegenüber 2012

  • Quelle

    Interbrand, März 2013

Mit den Metro-Großhandelsmärkten für Gewerbetreibende schwächelt jetzt ausgerechnet die wichtigste Konzerntochter. 2012 brach ihr Ergebnis um ein Drittel ein. Preissenkungen und der Rückzug aus Großbritannien kamen der Keimzelle des Konzerns teuer zu stehen. Außerdem bekommen die blau-gelben Märkte die Schuldenkrisen in Südeuropa zu spüren, weil dort Restaurants schließen müssen und damit Kunden dauerhaft wegbleiben.

In Deutschland hingegen findet das Warenangebot außerhalb der Lebensmittelregale zu wenige Käufer, obwohl schon seit Jahren an dem Sortiment kräftig gefeilt wird. Die Ertragslage hier sei Besorgnis erregend gewesen, gab Koch zu.

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Der 42-Jährige Manager übernimmt selbst die operative Führung der schwächelnden Großhandelssparte. Wo beispielsweise der Kaffee am besten im Regal platziert wird, musste ein Metro-Chef bisher nicht wissen. Koch zeigt Detailkenntnis. Der Großhandel mit Gewerbekunden folge anderen Regeln als der Handel mit Verbrauchern. „Cash & Carry ist ein einzigartiges Geschäft. Hier geht es um Partnerschaften und langfristige Geschäftsbeziehungen.“ In Osteuropa sind das vor allem kleine Händler, in Westeuropa Gastronomen. Auch die Gewinnspannen unterschieden sich deutlich. „Wir müssen jeden Euro, jeden Rubel, jede türkische Lira zweimal umdrehen“, verdeutlichte der Metro-Chef.

Die Ertragswende sollen nun überarbeitete Sortimente, Eigenmarken und neue Dienstleistungen wie ein Lieferservice für Gewerbetreibende bringen. Auch im Internet will der Düsseldorfer Konzern zunehmend mitspielen. Die Elektronikketten Media Markt und Saturn stellen immer mehr Produkte ins Netz und sollen Ende 2015 zehn Prozent ihres Umsatzes online erzielen. Derzeit sind es vier Prozent. Aber auch die Warenhaustochter Kaufhof will von dem Internetboom profitieren.

  • 21.03.2013, 13:26 Uhreher

    ja, die 3 miliönchen haben sie die ganz geschickt gezeigt, so dass man die kaum überblicken kann
    rafiniert, aber das wissen die Vorstände auch, dass deren Vertrauen am Markt längst verspielt worden ist
    Überlegen Sie mal, die haben immer noch über 3,2 Miliarden Schulden, wann und wie können sie das bezahlen?

  • 21.03.2013, 09:02 UhrDeralteFritz

    Das alte Dilemma, Metro C+C, Real,Media-Markt, Praktiker usw.
    alles Sanierungsfälle. Ob man das Geschäftsmodel C+C aufgrund des
    Discounter Wettbewerbs noch reanimieren kann, darf man bezweifeln. Un die größte Frechheit ist die Darstellung der Finanziellen Sitaution. Es blieben unter dem Strich nur 3 Mio €
    übrig, und das bei 66 Mrd Umsatz, = 0,0045 %, geradezu lächerlich. Jetzt wieder ein Rupfgeschäftsjahr ( damit man nicht auf den ersten Blick das Problem erkennt.
    gut nur, daß der alte Beisheim das nicht mehr erleben muß.
    Die Aktie wird um mindestens 50% überbewertet.

  • 20.03.2013, 15:15 Uhralfeld

    ist denn bei Ihnen in Hannover der cash & carry Markt geschlossen?
    Tja, was soll man dazu sagen? Sie haben schon gut bemerkt, dass es irgendwas nicht in der Metro Politik stimmt
    Da braucht man nur gesundes Menschenverstand um das ganz einfach, auch als Kunde zu sehen

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