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Handelsschifffahrt: Reeder fürchten neue Attacken von Piraten

Die internationale Handelsschifffahrt muss sich auf mehr Angriffe von Piraten einstellen. Aussagen von Militärs bestätigen, dass die mit besserer Ausrüstung ausgestatteten Seeräuber ihre Angriffe in den westlichen Teil des Indischen Ozeans verlagern. Die internationale Koalition reagiert und verlagert ihre Streitkräfte.

Ein Piratenboot im Golf von Aden kurz vor der Festnahme durch die Marine. Seeräuber verlagern ihre Angriffe in den westlichen Teil des indischen Ozeans. Quelle: dpa
Ein Piratenboot im Golf von Aden kurz vor der Festnahme durch die Marine. Seeräuber verlagern ihre Angriffe in den westlichen Teil des indischen Ozeans. Quelle: dpa

MANAMA. „Derzeit sind zehn Schiffe in der Hand von Seeräubern, in den kommenden Monaten dürfte die Zahl auf bis zu 15 Schiffe klettern“, sagte ein Offizier der internationalen Koalition zur Bekämpfung der Piraterie in Manama, der Hauptstadt Bahrains, dem Handelsblatt. Vor vier Wochen hätten die Kidnapper nur vier Schiffe in ihrer Gewalt gehabt. Doch mit dem Ende des Monsunregens sei die Zahl der Attacken deutlich gestiegen. „Vor allem solche Schiffe sind gefährdet, die nicht über die nötige Satelliten-Kommunikation verfügen, um die Kriegsschiffe der Koalition zu benachrichtigen“, betont Mustafa Alani vom Gulf Research Centre, einer Denkfabrik in Dubai.

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In Manama befindet sich das Nahost-Hauptquartier der Fünften US-Flotte sowie der internationalen Koalition („coalition maritime forces“) aus derzeit 24 Staaten. Die Koalition stellt jeweils einen Verband zur Eindämmung der Seeräuberei, zur Bekämpfung des Terrorismus sowie zur Sicherheit der Ölanlagen im Persischen Golf. Die Bundes-Marine beteiligt sich unter dem Dach der EU-Operation „Atalanta“ mit zwei Fregatten an der Kampagne gegen die Piraten.

Auch die Nato und Staaten wie Russland, China oder Saudi-Arabien entsenden Kriegsschiffe. Im vergangenen Jahr starteten die Kidnapper vor dem Horn von Afrika rund 200 Angriffe und kaperten bis zu 15 Handelsschiffe. In vielen Fällen gelang es ihnen, ein Lösegeld von mehreren Millionen Dollar zur Freilassung der Besatzung zu erpressen. Ihre Rückzugsbasis haben sie im zerfallenen Staat Somalia, der seit Anfang der 90er-Jahre von „warlords“ kontrolliert wird.

Hinter der wachsenden Gefahr auf hoher See steckt in erster Linie ein taktischer Schwenk der Seeräuber. Bis zum Frühjahr attackierten sie die Schiffe vor allem im Golf von Aden südlich der jemenitischen Küste. Doch auf Empfehlung der internationalen Koalition fuhren die Handelsschiffe zunehmend durch einen Sicherheitskorridor von 20 mal 490 Seemeilen.

Satellitentelefone und GPS

Die relativ begrenzte Fläche wurde durch mehr als sechs Kriegsschiffe von Koalition, EU, Nato und nationalen Einheiten geschützt. Aufgrund der hohen militärischen Präsenz nahm die Zahl der Angriffe rapide ab. „Jetzt weichen die Piraten aber verstärkt auf das Somalibecken, den westlichen Teil des Indischen Ozean, aus: Sie verteilen sich auf ein viel größeres Einzugsgebiet, das vom Jemen bis zu den Seychellen reicht. Dadurch sind sie wesentlich schwerer zu fassen“, sagt ein Offizier der internationalen Koalition zur Bekämpfung der Piraterie in Manama.

  • 10.11.2009, 00:52 UhrAnonymer Benutzer: Politiker

    Wieso fürchten sich die Reeder? Sie rüsten doch die Piraten erst richtig auf und weisen auf das Erfolgsrezept der Erpressung hin.

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