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Hapimag: Raus aus der Schmuddelecke

Hapimag verkauft Ferienwohnrechte. In Deutschland war der Schweizer Ferienveranstalter damit lange in der Schmuddelecke der Time-Sharing-Anbieter verortet. Dabei sieht das Hapimag-Geschäftsmodell in Wirklichkeit anders aus.

BAAR. Wenn sich am Mittwoch im schweizerischen Kanton Zug 1 500 Leute treffen, die sich Aktionäre nennen, um über die Zukunft ihres Unternehmens zu entscheiden, das sich Hapimag nennt, dann ist der Aufstand ziemlich genau vier Jahre her. Damals hatte ein Deutscher versucht, den Schweizer Ferienveranstalter im Handstreich zu übernehmen. Der Putsch misslang, doch er offenbarte etliche Schwachstellen. Es ging, so erinnert sich Hapimag-Chef Kurt Scholl, um "alles oder nichts".

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Scholl sitzt am großen Konferenztisch im vierten Stock der nüchternen Unternehmenszentrale in Baar bei Zug. Der Blick geht über ein Gewerbegebiet und noch ein Gewerbegebiet und endet ganz hinten beim Zuger See. Scholl ist entspannt. "Der Druck auf den Kessel baut sich langsam ab", stellt er fest. Er zieht einen Chart aus seinen Unterlagen, so wie Chefs das gerne machen. Darin wird in verschiedenfarbigen Balken gezeigt, wie zufrieden die Aktionäre in den unterschiedlichen Ländern sind, in denen Hapimag seine Dienste anbietet.

Aktionäre sind bei dem ungewöhnlichen Geschäftsmodell des Ferienanbieters gleich Kunden, denn nur wer Aktionär ist, kann mit Hapimag verreisen. In Deutschland, wo mit etwa 90 000 Aktionären die meisten Kunden sitzen, ist laut Chart im vergangenen Jahr die Zahl der Zufriedenen gestiegen und die Zahl der Kritiker stark gesunken.

Hapimag verkauft Ferienwohnrechte. In Deutschland war das Unternehmen damit lange in der Schmuddelecke der Time-Sharing-Anbieter verortet, die für viel zu viel Geld Ferien anboten, was bei den Gästen vor allem zu Verdruss führte. Dabei sieht das Hapimag-Geschäftsmodell anders aus: Die rund 140 000 Kunden kaufen Aktien. Sie erwerben damit Punkte, die sie in einer der 57 Ferienressorts von Hapimag abwohnen können.

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