Der Grund für das drastische Abkühlen des Übernahmefiebers unter Investmentfirmen ist die Vertrauenskrise an den Kreditmärkten. Banken können die riskanten Milliardenkredite für diese Transaktionen nicht mehr an Investoren weiterverkaufen und werden daher bei der Vergabe der Darlehen deutlich restriktiver. In der Folge geraten viele Beteiligungsfirmen unter Druck, auch nach bereits geschlossener Übernahmevereinbarung noch günstigere Konditionen beim Verkäufer auszuhandeln. Dabei nehmen sie - wie möglicherweise auch Blackstone und GE - sogar Strafzahlungen für das Auflösen von Verträgen in Kauf.
„Dieser Trend wird ohne Frage weitergehen“, sagte Kreditexperte Sean Egan der Ratingfirma Egan-Jones Ratings. „Einige Transaktionen dürften platzen oder vor Gericht landen, wenn sie nicht doch noch billiger werden.“ Auch an den Märkten werden Übernahmen durch Beteiligungsfirmen nach dem Scheitern einiger Deals in den vergangenen Monaten skeptischer gesehen. Händler verweisen auf die teils deutliche Kluft zwischen dem angebotenen Preis für ein Übernahmeziel und dessen Marktkurs. So stehe beispielsweise der Kauf der Kunststoff-Firma Myers Industries durch die Private-Equitiy-Tochter von Goldman Sachs unter Druck.
GS Capital Partners hatte Mitte Dezember mehr Zeit für einen Abschluss der Transaktion gefordert. Der Myers-Kurs liegt derzeit rund acht Dollar unter dem im April vereinbarten Kaufpreis. Auch bei der Übernahme des Studentenkreditgebers Sallie Mae durch ein Konsortium um den Finanzinvestor J.C. Flowers für 25 Mrd. Dollar stehen die Zeichen auf rot. Beide Parteien streiten sich seit Monaten über eine Auflösung der Transaktion. Der Sallie-Mae-Kurs liegt mitterweile zwei Drittel unter dem vereinbarten Preis. Kaum ein Händler rechnet mehr mit einem Abschluss.

