Die Kunden des Waschmittel- und Klebstoff-Konzerns Henkel
müssen angesichts steigender Rohstoffpreise etwa für Öl und Phosphat mit Preiserhöhungen rechnen. Der Düsseldorfer Unternehmen will einige der gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterreichen.
HB FRANKFURT. Der neue Henkel
-Chef Kasper Rorsted sagte in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der "Wirtschaftswoche": "Wir werden auch einige der Kosten an die Kunden weitergeben müssen. Denn es wäre unrealistisch zu glauben, dass eine Verdopplung der Rohstoffpreise langfristig keine Auswirkungen auf den Verbraucher haben wird." Henkel
wolle den Kostendruck auch mit schlankeren Strukturen auffangen sowie mit neuen Zutaten und Inhaltsstoffen für die Produkte, sagte Rorsted. "Auch die Kosten müssen runter. Daran führt kein Weg vorbei." Henkel
-Finanzvorstand Lothar Steinebach hatte schon Anfang Juni Preiserhöhungen in Aussicht gestellt.
Bei Klebstoffen ("Pattex", "Loctite") sei in jedem Quartal mit Preisschritten zu rechnen, bei Waschmitteln ("Persil") in der zweiten Jahreshälfte. Steinebach hatte auch neue Bezugsquellen in Schwellenländern als Ansatz zum Sparen genannt.
Rorsted sagte, Henkel
wolle vor allem seine globalen Marken stärken. Aber nur auf weltweit zu vermarktende Produkte setzen, wie dies die Rivalen Procter & Gamble
und Unilever
praktizieren, will der Konzern nicht: "So stark werden wir die Fokussierung nicht vorantreiben", sagte der Firmenchef. Von Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts werde Henkel
sich auch in Zukunft trennen.
Am Freitag war bekanntgeworden, dass Henkel
neben Procter & Gamble
und Sara Lee
ins Visier der Kartellhüter geraten ist. Die EU-Kommission hegt den Verdacht von Preisabsprachen bei Waschmitteln, Geschirrspülmitteln und Reinigern und durchsuchte Büros der Hersteller.

