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Hermès und LVMH: Luxus-Konzerne verklagen sich gegenseitig

Die einen wittern „Insidergeschäfte“ und „Kursmanipulation“, die anderen „Erpressung, falsche Anschuldigungen und unlauteren Wettbewerb“. Jetzt rufen die Unternehmen Hermès und LVMH die Gerichte an.

Die Fassade eines Geschäfts des französischen Luxusgüterkonzerns Hermès in Paris. Quelle: AFP
Die Fassade eines Geschäfts des französischen Luxusgüterkonzerns Hermès in Paris. Quelle: AFP

ParisDer Machtkampf um die Beteiligung des weltgrößten Luxuskonzerns LVMH an dem traditionsreichen französischen Modeunternehmen Hermès geht in die nächste Runde: Hermès International erstattete Anzeige gegen den von Bernard Arnault geführten Konzern, wie das Modehaus am Dienstag in Paris mitteilte. Es gehe um die Umstände der Beteiligung von LVMH im Jahr 2010.

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Hermès wirft dem Konzern nach Angaben aus Justizkreisen „Insidergeschäfte“ und „Kursmanipulation“ vor. LVMH kündigte daraufhin seinerseits eine Anzeige wegen „Erpressung, falscher Anschuldigung und unlauterem Wettbewerb“ an.

Die Staatsanwaltschaft in Paris prüft nach Angaben aus Justizkreisen die im Juli eingegangene Anzeige von Hermès und hat eine Stellungnahme der staatlichen Finanzaufsicht (AMF) angefordert. Der Luxuskonzern LVMH hält die Anschuldigungen seinerseits für "schwerwiegend und ohne jegliche Grundlage". Der Eintritt von LVMH bei Hermès sei völlig regulär verlaufen, erklärte der Konzern.

Der Luxuskonzern LVMH, zu dem Nobelmarken wie Vuitton, Kenzo und Givenchy sowie die Champagnermarke Moët et Chandon gehören, hatte seinen Anteil an dem Unternehmen gegen den Widerstand der Familie Hermès im Oktober 2010 auf 17 Prozent erhöht. Ende Mai hielt LVMH 22,28 Prozent an dem Modeunternehmen. Zuvor hatte der Anteil von LVMH an Hermès unter fünf Prozent gelegen. Die Familie Hermès hält 72 Prozent der Anteile. Weniger als sieben Prozent werden zudem frei gehandelt.

LVMH beteuerte bisher, der Konzern wolle weder die Kontrolle bei Hermès übernehmen, noch ein Übernahmeangebot vorlegen oder einen Sitz im Verwaltungsrat. Hermès dagegen fürchtet um seine Unabhängigkeit. Die Familie hatte den Geschäftsmann und LVMH-Chef Arnault mehrfach zu einem Rückzug aus ihrem Unternehmen aufgefordert. Im Kampf gegen den Luxuskonzern gründete die Familie zudem eine Holding, die einen Anteil von mehr als 50 Prozent an der Firma hält und damit eine feindliche Übernahme unmöglich machen soll.

Die Luxusgüterbranche in Frankreich erfreut sich trotz der weltweiten Krise hoher Wachstumsraten. Das vor allem für seine Ledertaschen und Seidenschals berühmte Modehaus Hermès hatte für das vergangene Jahr einen Rekordumsatz in Höhe von 2,84 Milliarden Euro vermeldet. Der Gewinn im ersten Halbjahr dieses Jahres stieg um 15,2 Prozent auf 335,1 Millionen Euro. Der Konzern LVMH erzielte einen Rekordgewinn von mehr als drei Milliarden für das Jahr 2011.


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