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Highstreet: Karstadt-Vermieter drohen Berggruen mit Zerschlagung

Karstadt hat mit Nicolas Berggruen einen neuen Investor, aber damit sind noch längst nicht alle Probleme gelöst. Das wird schon heute deutlich: Das Vermieterkonsortium Highstreet betont die Ungereimtheiten bei der Frage nach den Mieten. Das könnte zur Zerschlagung der Warenhauskette führen.

Bei Karstadt gibt es gleich wieder Streit um die Mietzahlungen. Quelle: ap
Bei Karstadt gibt es gleich wieder Streit um die Mietzahlungen. Quelle: ap

HB DÜSSELDORF. Auch nach dem Zuschlag für den Investor Nicolas Berggruen ist die Zukunft des insolventen Warenhauskonzerns Karstadt noch nicht gesichert. Das Vermieterkonsortium Highstreet unterstrich am Dienstag, bislang gebe es keine Einigung mit dem designierten Eigner über die Mieten der Karstadt-Warenhäuser. Werde das Angebot des Konsortiums nicht angenommen, drohe Karstadt die Zerschlagung, sagte ein Sprecher des Konsortiums um die Investmentbank Goldman Sachs, das über die Immobilien von rund zwei Dritteln der 120 Karstadt-Warenhäuser gebietet. Berggruen will nun in den kommenden Tagen über die Mieten verhandeln.

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Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg erwartet weiter, dass Berggruen den Kaufvertrag am Mittwoch unterzeichnet. „Highstreet ist bereit zu weiteren Mietsenkungen von 230 Mio. Euro in den nächsten fünf Jahren, zusätzlich zu den bereits im Insolvenzplan zugesagten Sanierungsbeitrag von 160 Mio. Euro über drei Jahre“, sagte der Sprecher. „Wenn das für alle Bieter geltende Angebot zu Mietsenkungen nicht angenommen wird, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Liquidation von Karstadt erheblich“, betonte er. „Eine Einigung mit Highstreet ist Kernbestandteil, um Karstadt zu retten.“

Goldman-Sachs-Banker Alexander Dibelius hatte einem Reuters vorliegenden Dokument zufolge am Montag vorgeschlagen, die Mindestmieten für 2010 von derzeit rund 250 Mio. Euro auf 210 Mio. Euro abzusenken. 2011 und 2012 sollen sie dann bei je 211 Mio. Euro liegen. Bis 2018 sollen sie dann wieder auf 250 Mio. Euro anziehen. Dibelius fordert zudem, dass keine Warenhäuser geschlossen werden dürfen.

Der Gläubigerausschuss hatte dem Milliardär Berggruen am Montag den Zuschlag für Karstadt gegeben. Neben ihm buhlten auch das Vermieterkonsortium Highstreet und der Finanzinvestor Triton um die Warenhauskette. Es habe ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“ zwischen Berggruen und Triton gegeben, hieß es im Umfeld der Gläubiger. Berggruen habe sich dann aber mit Unterstützung der Gewerkschaft Verdi durchgesetzt - denn er hatte keine weiteren Zugeständnisse der Belegschaft gefordert. Highstreet habe sich bei der Abstimmung der Gläubiger enthalten, hieß es weiter.

Berggruen hatte mehrfach Mietnachlässe für die Warenhäuser gefordert. Ein Sprecher des Investors wollte sich nicht zu Details der Pläne Berggruens äußern. Er sagte nur, es werde in den kommenden Tagen Gespräche über die Mieten geben.

Unterzeichnet hat Berggruen den Kaufvertrag noch nicht, dies soll Insolvenzverwalter Görg zufolge aber bis Mittwoch geschehen. Berggruen kann danach weiter über die Mieten verhandeln. Am Donnerstag will zudem das Amtsgericht Essen, das Vertreter zu den Beratungen der Gläubiger entsandt hatte, über den Insolvenzplan entscheiden.

  • 08.06.2010, 15:01 UhrAnonymer Benutzer: Weltenbummlerin

    Die banker von GS bekommen den Hals niemals voll. Allen voran ein "Herr" Dibelius, der nach eigener Aussage sich keiner sozialen Norm verpflichtet fühlt. Warum sollte sich dann das Deutsche Volk gegenüber Dibelius und der von GS geführten "Highstreet" an Gesetze halten. Das einzige was diesem Pack gebührt ist Enteignung und Ausweisung.

  • 08.06.2010, 12:46 UhrAnonymer Benutzer: simonsito

    wie kann eigentlich sein dass Highstreet noch etwas zu melden hat? Rechtlich gesehen müsste es doch Handhabe gegen das koordinierte Tun von T.Middelhoff und G.S., welches zur heutigen Lage des Karstadt-Konzerns führte. in meinen Augen war das eindeutig geplant... Middelhoff ruiniert die Firma, verkauft ihre immobilien an einen Fonds, und der will dann rein zufällig hinterher den insolventen Mieter kaufen, den er vorher mit Höchstmieten stranguliert hatte. Und obendrein besitzt der Middelhoff noch Anteile an Highstreet!!!
    *
    berggruen ist der Erfolg zu wünschen, vll kann er die Verkäufe der immobilien für nicht rechtens erklären und Rückgängig machen lassen, das wäre ein Ding.....
    Aber ich träume eher, G.S. wird wohl kaum leer ausgehen....

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