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Hugo Boss: Vom Schneider zum Händler

Der Modekonzern Hugo Boss setzt mittlerweile jeden zweiten Euro in seinen eigenen Läden um. Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs will den Anteil weiter steigern. Aus gutem Grund.

Kundinnen in einem Hugo Boss Store in Peking. Quelle: Reuters
Kundinnen in einem Hugo Boss Store in Peking. Quelle: Reuters

DüsseldorfDer Modekonzern Hugo Boss besinnt sich auf eine einfache Weisheit: Im Handel wird das Geld verdient. In den eigenen Geschäften verkaufen die Schwaben mehr Ware und diese im Schnitt auch noch teurer als über Großhändler. Die höchste Rendite erzielt Hugo Boss in China, wo Hemden und Anzüge fast ausschließlich über die eigenen Theken gehen.

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Kein Wunder, dass Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs das Ladennetz schleunigst weiter ausbauen will. Zu den weltweit 840 Geschäften sollen allein in diesem Jahr weitere 50 hinzukommen. Schon jetzt setzt Hugo Boss fast jeden zweiten Euro in eigenen Läden um, bis 2015 will Vorstandschef Lahrs den Anteil auf 55 Prozent steigern.

Hugo Boss' Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs: "Wachstum im hohen einstelligen Bereich." Quelle: dpa
Hugo Boss' Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs: "Wachstum im hohen einstelligen Bereich." Quelle: dpa

Bei der Expansion hat der Boss vor allem das Ausland im Blick. In Asien, Osteuropa und Amerika sieht Lahrs ein lukrativeres Geschäft als auf dem deutschen Heimatmarkt. Denn hierzulande sorge der harte Wettbewerb mit den vielen Modeeinzelhändlern und Kaufhäusern für knapp kalkulierte Verkaufspreise.

Die Zahlen geben ihm Recht: Seit 2005 hat Hugo Boss den operativen Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) auf 525 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz legte seither um eine Milliarde auf mehr als 2,3 Milliarden Euro zu. Den Großteil des Wachstums erzielte der Modekonzern in den eigenen Filialen.

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Das Ende der Fahnenstange sieht Claus-Dietrich Lahrs damit aber längst nicht erreicht. Bis 2015 rechnet er mit einem Anstieg der Erlöse auf drei Milliarden Euro. Ein Viertel davon soll dann als operativer Gewinn in der Kasse bleiben, 2012 belief sich die Marge auf 22,4 Prozent.

Im Handel wird das Geld verdient – das gilt besonders dort, wo Menschen zuweilen mit Geld um sich werfen. Noch in diesem Jahr will Hugo Boss einen neuen Markt erschließen: Die Schwaben planen ihre erste eigene Filiale in Russland.

Mit Material von Reuters

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