0 Bewertungen
12.07.2007 

Beliebte Spielwiesen

Hedge-Fonds nutzen eine Vielzahl von Strategien an allen erdenklichen Märkten, um ihre Ziele zu erreichen. Meist wird zwischen diesen vier Richtungen unterschieden:

Marktneutral: Bei dieser Richtung, die im Englischen Relative Value genannt wird, geht es um die Ausnutzung von oft kleinen oder auch sehr kleinen Fehlbewertungen an den Finanzmärkten. Dabei versuchen die Manager von Hedge-Fonds das Marktrisiko so weit wie möglich auszuschließen. Sie kaufen beispielsweise unterbewertete Aktien und verkaufen gleichzeitig überbewerte Aktien. Beide Positionen haben das gleiche Volumen, so dass das Portfolio marktneutral bleibt.

Ereignisgetrieben: Die Finanzprofis nennen diese Stilrichtung Event Driven. Dabei versuchen die Hedge-Fondsmanager Gewinn aus ganz bestimmten Situationen am Kapitalmarkt zu ziehen, zum Beispiel aus Übernahmen oder aus Firmenpleiten. So kaufen sie beispielsweise die Aktien des Übernahmeobjekts, weil diese häufig im Wert steigen, und stoßen gleichzeitig die Anteile des Käufers ab, weil die finanzielle Anstrengung für die Übernahme oft zu Kursverlusten führt.

Gelegenheitsorientiert: Auch hierbei geht es um das Ausnutzen von Ungleichgewichten an den Märkten. Allerdings setzen die Hedge-Fondsmanager dabei weniger auf kleine technische Fehlbewertungen, die sehr schnell wieder verschwunden sind, sondern vielmehr auf längerfristige Trends. Die Hedge-Fonds gehen gezielte Wetten auf bestimmte Marktentwicklungen ein. Zu dieser Stilrichtung zählt beispielsweise die Strategie Global Macro, bei der Hedge-Fonds Ungleichgewichte an den weltweiten Devisen-, Aktien- oder Anleihemärkten aufspüren und auf volkswirtschaftliche Trends spekulieren. Auch die Investitionen in aufstrebende Volkswirtschaften wie Indien, China oder Brasilien fällt in diese Kategorie – ebenso wie die Strategie Long-Short Equity. Ähnlich wie bei einem marktneutralen Ansatz kauft der Hedge-Fonds überbewertete Aktien und verkauft unterbewertete Aktien, allerdings wird eine Position gezielt übergewichtet.

Managed Futures: Hedge-Fonds, die diese Strategie verfolgen, handeln an den Terminmärkten rund um die Welt und versuchen an den Kursbewegungen aller möglichen Vermögensklassen von Wertpapierindizes über Getreidesorten oder Edelmetalle Geld zu verdienen. Meist werden diese Strategien von computergestützten Modellen bestimmt. Was gekauft oder verkauft wird, entscheidet nicht länger ein Händler, sondern ein Großrechner auf Basis von Modellen, die von Mathematikern, Statistikern oder Physikern entwickelt wurden. Dieser Handel erlebt derzeit einen enormen Boom.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterKöpfe

GE-Chef Immelt: unter Beobachtung  Artikel in Merkliste

Als Chef von General Electric thront Jeffry Immelt auf dem Olymp der amerikanischen Managerkaste. Aber wie lange noch? Hilflos wirkt er in den Wirren der Finanzkrise. Und schon gibt es erste Zweifel, ob er seinen Posten noch lange halten kann. Artikel


Anzeige