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Investor gefunden: Berggruen darf Karstadt retten

Das monatelange Zittern hat ein Ende: Der Investor Nicolas Berggruen hat den Zuschlag für den insolventen Warenhauskonzern Karstadt erhalten. Damit gewinnt auch der Favorit der Arbeitnehmer.

HB ESSEN. Das Bieterrennen um Karstadt ist entschieden: Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg bestätigte den Zuschlag für den Investor Berggruen. „Wir werden mit Nicolas Berggruen einen notariellen Vertrag schließen“, sagte Görg am Montagabend nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses. Der Ausschuss hatte seit dem Vormittag über die Offerten der Bieter Berggruen, Highstreet und Triton beraten.

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Insgesamt neun Stimmen in dem elfköpfigen Ausschuss wurden für Berggruen abgegeben. Die drei Interessenten hatten ihre Angebote zuvor kurzfristig noch nachgebessert. Karstadt beschäftigt rund 25 000 Mitarbeiter.

Nach den bisherigen Planungen soll der Investor bis spätestens Mittwoch den Kaufvertrag für die Übernahme der bundesweit 120 Läden unterschreiben. Einen Tag später soll das Essener Amtsgericht über den Insolvenzplan entscheiden. Falls der Insolvenzplan nicht in Kraft treten könnte, droht dem Traditionsunternehmen Karstadt nach 129 Jahren die Zerschlagung.

Der Karstadt-Gläubigerausschuss beriet seit dem Vormittag über die Offerten der Bieter Berggruen, Highstreet und Triton. Die drei Interessenten hatten ihre Angebote kurzfristig nachgebessert. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg trat zusammen mit Berggruen am Haupteingang der Essener Karstadt-Zentrale vor die Presse und nannte die Entscheidung der Gläubiger für Berggruen einen wesentlichen Schritt in Richtung auf eine Sanierung des Traditionskonzerns mit seinen 120 Warenhäusern und 25 000 Beschäftigten. Nun komme es darauf an, die Kunden in die Warenhäuser zu bringen. Der Vertrag mit Berggruen soll so schnell wie möglich unterzeichnet werden. Im Sommer solle er dann rechtsverbindlich werden.

Berggruen, Sohn des während der Nazi-Diktatur emigrierten Berliner Kunstsammlers und Mäzens Heinz Berggruen, investiert weltweit in Immobilien und andere Branchen wie etwa erneuerbare Energien. Eigenen Worten zufolge legt er dabei Wert auf langfristige Engagements. Für sein Karstadt-Angebot hatte sich Berggruen als industriellen Partner den weltweit aktiven Textilunternehmer Max Azria ins Boot geholt. Er wolle dem Konzern „frische und attraktive Perspektiven“ eröffnen, hatte Berggruen angekündigt. Ihm gehe es darum, die „Kultmarke Karstadt“ und die 25.000 Arbeitsplätze zu retten. Dazu erwartet Berggruen von den Vermietern - das Gros der Warenhäuser gehört dme Konsortium Highstreet um die Investmenbank Goldman Sachs - weitere Zugeständnisse. Von der Belegschaft erwartet er diese nicht.

  • 07.06.2010, 23:02 UhrAnonymer Benutzer: BerndKarl

    Dann sollte sich der betriebsrat aber dringlichst von seinem Vorsitzenden trennen. Da verstehe ich unter politischer Hygiene....

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