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09.07.2008 
WPP legt feindliches Übernahmeangebot vor

Kampf um Marktforscher TNS eskaliert

Der Werbegigant WPP hat ein feindliches Übernahmeangebot für den GfK-Interessenten Taylor Nelson Sofres (TNS) vorgelegt, das TNS mit 1,08 Mrd. Pfund (1,35 Mrd. Euro) bewertet. Doch das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK will kontern.

GFK-Chef Klaus Wübbenhorst will das feindliche Übernahmeangebot von WPP für TNS kontern. Foto: dpaLupe

GFK-Chef Klaus Wübbenhorst will das feindliche Übernahmeangebot von WPP für TNS kontern. Foto: dpa

HB LONDON/NÜRNBERG. Der weltweit zweitgrößte Werbekonzern WPP legte sein Angebot direkt den TNS - Anteilseignern vor, nachdem das Management drei unverbindliche Übernahmeangebote als zu niedrig abgelehnt und an einer Fusion mit dem Nürnberger Rivalen GfK festgehalten hatte. WPP hatte bis Mittwoch eine Frist einzuhalten, entweder ein offizielles Angebot vorzulegen oder sich zurückzuziehen.

Die britische Behörde "Takeover Panel" darf eine solche Frist nach britischem Übernahmerecht setzen. Dadurch muss der mögliche Käufer seine Absichten klarstellen ("put up or shut up").

Die Nürnberger GfK will nun selbst ein Barangebot für TNS abgeben, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Den bisherigen Vertrag über einen Zusammenschluss unter Gleichen hoben das im SDax notierte Marktforschungsunternehmen und TNS auf. Die GfK könnte sich mit einem Co-Investor zusammen tun, berichtete die britische Zeitung "The Times" am Mittwoch.

GfK und TNS wollen sich seit April zusammenschließen. Nach wachsendem Druck hatte der GfK-Verein die Abstimmung über die geplante Fusion vor kurzem verschoben. Die Mitglieder des GfK-Hauptaktionärs sollen nun am 21. Juli über den Zusammenschluss zum weltweit zweitgrößten Marktforschungsunternehmen befinden. Gegen die Fusion gibt es in Nürnberg und im Freistaat Bayern Widerstand, da Nachteile für den Standort befürchtet werden.

GfK-Aktien verloren nach der Mitteilung des Gebots durch die Franken knapp drei Prozent und kosteten noch 24,50 Euro. TNS-Aktien stiegen in London um knapp zehn Prozent.

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