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Kaufhauskonzern: Arcandor sieht sich „in schwerer Lage“

Der Essener Arcandor-Konzern mit den Traditionsmarken Karstadt und Quelle befindet sich nach den Worten des neuen Vorstandsvorsitzenden Karl-Gerhard Eick "in einer schweren Lage". Noch heute solle der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung über ein Konsolidierungsprogramm unterrichtet werden.

Karl-Gerhard Eick ist erst seit März Arcandor-Chef und muss schon um die Existenz des Konzerns kämpfen Quelle: Reuters
Karl-Gerhard Eick ist erst seit März Arcandor-Chef und muss schon um die Existenz des Konzerns kämpfen Quelle: Reuters

DÜSSELDORF. Der seit sieben Wochen an der Spitze von Arcandor amtierende Vorstandschef Karl-Gerhard Eick kämpft mit neuen Plänen um die Rettung des schwer angeschlagenen Touristik- und Handelskonzerns. Wie ein Sprecher gestern bestätigte, stehe der Verkauf der drei Edelwarenhäuser KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München sowie Alsterhaus in Hamburg auf dem Prüfstand. Zuvor hatte Eick der „Bild am Sonntag“ gesagt, man wolle sich künftig mit den Karstadt-Warenhäusern auf die „profilierte Mitte der Gesellschaft“ konzentrieren und deshalb prüfen, ob die drei Premiumhäuser in dieses Konzept passen.

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Tatsächlich aber geht es um weit mehr als ein neues Konzept für die Warenhaustochter Karstadt. Misslingt es den Essenern, bis Mitte Juni eine 650 Mio. Euro schwere Anschlussfinanzierung auf den Weg zu bringen, steht der vormals unter dem Namen Karstadt-Quelle firmierende Konzern vor dem Aus. Details zum Rettungsplan stellte Eick dem Aufsichtsrat gestern auf einer Sondersitzung vor.

Trotz umfangreicher Firmen- und Immobilienverkäufe hatte Eicks Vorgänger Thomas Middelhoff dem Konzern Nettofinanzschulden – inklusive langfristiger Mietverpflichtungen – in Höhe von 2,6 Mrd. Euro hinterlassen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2007/08 häuften sich die Verluste auf 746 Mio. Euro, im laufenden Geschäft verlor Arcandor zudem 48 Mio. Euro Cash. Am Kapitalabfluss hat sich seither offenbar wenig geändert. „Es kommt weniger Geld rein, als rausgeht“, sagte Eick der „Bild am Sonntag“.

Die Verhandlungen mit den Konsortialbanken, die wie Royal Bank of Scotland, Commerzbank und Bayerische Landesbank durch die Finanzkrise selbst in Turbulenzen geraten sind, erweisen sich als schwierig. Die Gespräche liefen bereits seit mehreren Wochen, erfuhr das Handelsblatt aus Bankenkreisen, ein zufriedenstellendes Ergebnis sei aber nur schwer zu finden.

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