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Keine Terminalgebühr: Ryanair erzwingt Dumpingpreis auf Flughafen Hahn

Drei Euro pro Passagier - mit dieser Terminalgebühr wollte die Landesregierung den rheinland-pfälzischen Flughafen Frankfurt/Hahn aus den roten Zahlen holen . Doch weil die Billigairline Ryanair heftig protestierte, zog die Landesregierung ihre Pläne jetzt zurück. Branchenkenner sind empört.

Passagiere am Flughafen Frankfurt/Hahn müssen auch künftig keine Terminalgebühr zahlen. Foto: dpa Quelle: dpa
Passagiere am Flughafen Frankfurt/Hahn müssen auch künftig keine Terminalgebühr zahlen. Foto: dpa Quelle: dpa

FRANKFURT. Die massive Intervention der Landesregierung Rheinland-Pfalz bei der geplanten Passagiergebühr für den Flughafen Hahn, dem „Hahntaler“, und das Verhalten des Billigfliegers Ryanair stoßen auf wachsende Kritik. Branchenkenner monieren, dass sich die Landesregierung von der irischen Billig-Airline Ryanair – sie dominiert den Hunsrück-Flughafen – habe unter Druck setzen lassen.

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„Der Hahntaler war gerechtfertigt. Es kann nicht sein, dass Ryanair die Gewinne verbucht und der Flughafen die Verluste“, sagte Ralph Beisel, der Chef des Flughafenverbandes ADV, und ergänzte: „Ryanair hat den Flughafen und das Land Rheinland-Pfalz erpresst. Erneut zeigt sich, wie schwer es einem Flughafen fällt, gegenüber einer Airline auskömmliche Flughafenentgelte durchzusetzen.“

Der Flughafen Hahn, der zu 65 Prozent dem Flughafenbetreiber Fraport gehört und zu je 17,5 Prozent den beiden Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz, wollte pro Passagier eine Gebühr von drei Euro erheben. Ziel war, den seit gut zehn Jahren rote Zahlen schreibenden Airport nahe Frankfurt endlich in die schwarzen Zahlen zu führen.

Doch Ryanair machte Druck gegen die Pläne, sah sein Konzept des Billigfliegers bedroht. Die Iren hatten mit dem Abzug von Flugzeugen und sogar mit einem kompletten Weggang aus Hahn gedroht. „Unsere Durchschnittspreise bei den Wintertickets sind in Hahn zehn Euro. Wenn wir 13 oder 14 Euro verlangen könnten, um die Flieger voll zu bekommen, würden wir das tun“, verteidigte Ryanair-Manager Michael Cawler gestern die Drohung.

Am Ende gab Hendrik Hering (SPD), der Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz, bei und stoppte den Hahntaler. Außerdem will das Land nun seinen Anteil an Hahn ausbauen. „Wir führen Gespräche mit Fraport und mit Hessen über deren Anteile“, erklärte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums auf Anfrage.

Bei den anderen Anteilseignern stößt das Verhalten auf Kritik. „Der Flughafen Hahn ist nur mit dem Hahntaler wirtschaftlich zu betreiben ist“, sagte ein Sprecher von Fraport.

Hessen Finanzminister erklärte, dass ein Verkauf nur in Frage komme, wenn die Investitionen des Landes (16 Mio. Euro) zurückfließen und der Verbund mit Frankfurt erhalten bleibe. Hessen könne nicht die Strukturpolitik eines anderen Bundeslandes mitfinanzieren.

„Wenn jetzt Rheinland-Pfalz die Anteile übernimmt, dann wird letztlich der deutsche Steuerzahler für die Defizite des Flughafens zur Kasse gebeten“, sagte Michael Engel, Geschäftführer des Bundesverbands deutscher Fluggesellschaften. „Obendrauf benachteiligt das Land damit auch noch die Wettbewerber von Ryanair, die an anderen Flughäfen die vollen Kosten zahlen und darum kämpfen, die Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter zu sichern.“

Auch Nathan Zielke, Luftfahrtexperte der Beratungsgesellschaft Arthur D. Little, kritisierte den Plan: „Die Motive der Politik sind verständlich: Sicherung von mehreren Tausend Arbeitsplätzen. Aber am Ende wäre eine Rückverstaatlichung bedenklich und für die Stärkung des Luftfahrt-Standorts Deutschland insgesamt schädlich." Zielke sieht in dem Fall auch eine Mahnung für die gesamte Branche. „Das Beispiel Hahn zeigt die Gefahren einer fast vollständigen Abhängigkeit von nur einer Airline.“ Für Irritationen sorgten zudem Aussagen von Ryanair-Manager Cawler. Einerseits erklärte er, dass sein Unternehmen auf Wunsch etwa der Landesregierung auch eine Beteiligung an Hahn prüfen werde. Anderseits bestritt er die strategische Bedeutung des Airport. „Wir müssen nicht in Hahn sein, wir müssen auch nicht in Deutschland sein.“

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