
BerlinLaut einem neuen Gutachten sind die Gepäckbänder auf dem künftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) schon bei der Eröffnung maximal ausgelastet. Die "Bild"-Zeitung zitierte am Freitag aus einem internen Gutachten des "Airport Research Centers" (ARC) Aachen, das vor "massiven Engpässen sofort nach der geplanten Inbetriebnahme 2013" warnt.
"Die Anzahl an Gepäckbändern ist für die Verkehrslast der Wintersaison 2013 nur eingeschränkt ausreichend, da keinerlei Systemreserven zur Verfügung stehen", zitierte die Zeitung aus der ARC-Studie. Bereits ein Ausfall von einem der acht Gepäckbänder wäre demnach ein "Desaster". In diesem Fall schlössen die Gutachter einen Betriebsausfall ("system break") nicht aus. Verzögerungen bei der Gepäckauflage oder Einreisekontrolle würden "zum Kollaps" führen.
Gründung der Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF). Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg.
Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.
Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp. Bis zum Urteil sind nur Bauvorbereitungen gestattet.
Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.
Das Brandenburger Verkehrsministerium erlässt eine neue Nachtflugregelung: Keine Starts und Landungen von Mitternacht bis 5.00 Uhr, Ausnahme Post- und Regierungsmaschinen, Notfälle. In den Randzeiten davor und danach ist die Zahl begrenzt.
Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von November 2011 auf den 3. Juni 2012 verschoben.
Die Deutsche Flugsicherung legt einen ersten Flugrouten-Vorschlag vor. Tausende Betroffene gehen dagegen auf die Straße. Es gibt neue Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss.
Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in den Randzeiten. Der Airport kann ohne weitere Einschränkungen an den Start gehen.
Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die Flugrouten fest und folgt im wesentlichen einem Vorschlag der Fluglärmkommission aus Gemeinde- und Airline-Vertretern.
Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chef-Planer Manfred Körtgen entlassen.
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg spricht den Anwohnern das Recht auf besseren Schallschutz zu.
Der Aufsichtsrat entscheidet, den neuen Starttermin 17. März erneut zu überprüfen und am 16. August darüber zu entscheiden.
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig weist die Klage von Anwohnern ab, das Genehmigungsverfahren für den neuen Hauptstadtflughafen neu aufzurollen. Jetzt steht der Eröffnung des Airports zumindest juristisch nichts mehr im Weg.
Sitzung des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft. Der Aufsichtsrat lässt den Eröffnungstermin weiter offen. Damit sind auch die Mehrkosten und deren Finanzierung noch nicht abschließend geklärt. Fest steht, dass Bund und Länder Gelder zuschießen müssen. Beim Schallschutz für Anwohner wird nachgebessert.
Der Aufsichtsrat legt als Eröffnungstermin den 27. Oktober 2013 fest.
Der Flughafen erklärte auf Anfrage der "Bild": "Planung und Realisierung zusätzlicher Gepäckabgabebänder können nach Eröffnung im Bedarfsfall zeitnah vorgenommen werden."
Erst im November hatte ein Gutachten davor gewarnt, dass BER für die Zahl der erwarteten Passagiere zu klein geplant sei. "Die Kapazitäten des neu errichteten Flughafens liegen deutlich unterhalb der Nachfrage", hieß es in dem Gutachten der "FDC Airport Consulting" aus Offenbach, das die CDU-Fraktion im brandenburgischen Landtag beauftragt hatte. Die Flughafengesellschaft wies die Kritik damals als "unbegründet" zurück.
Der Flughafen soll Ende Oktober 2013 eröffnet werden, nachdem seine Inbetriebnahme mehrfach verschoben wurde. Auch der neue Starttermin wurde bereits mehrfach öffentlich angezweifelt, zuletzt von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU).

Warum haben die Berliner nicht so viel Geduld wie die Kölner?
Die haben ja auch 600 Jahre warten müssen bis der Dom fertig war.

So ein krankes Gebilde wie der BER, den kann man eigentlich nur abreissen. Ich würde mich gefährdet sehen von dem BER abzufliegen, da ich glaube, dass die Pleiten, Pech und Pannen nach Eröffnung nicht aufhören.
2 Kommentare
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