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Konsumgüter: Wenn die Margen langsam bröckeln

Die Konsumgüter-Branche spart gegen steigende Rohstoffkosten an. Doch die zunehmende lokale Konkurrenz in den Wachstumsmärkten erfordert mehr Mut und neue Ideen. Chancen sehen die Unternehmen in Afrika.

Sparkurs bei Henkel: Im Marketing um die Marke Persil hat der Konzern eine ganze Führungsebene gestrichen. Quelle: dpa
Sparkurs bei Henkel: Im Marketing um die Marke Persil hat der Konzern eine ganze Führungsebene gestrichen. Quelle: dpa

DüsseldorfNestlé baut eine neue Fabrik in Zentralafrika, Carlsberg profitiert als Sponsor der Fußball-Europameisterschaft, L'Oréal bringt verbesserte Cremes: Die Weltkonzerne der Konsumgüterbranche sorgen auch in schwierigen Zeiten für positive Nachrichten. Daher gelten sie als robuste Anlage in der Krise. Tatsächlich wächst die Branche konstant. Doch im langjährigen Vergleich wird klar: Die Margen geraten unter Druck - und die Konkurrenz in den Zukunftsmärkten wächst.

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Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung OC & C, die dem Handelsblatt vorab vorliegt. Demnach hat die durchschnittliche Umsatzrendite der jeweils 50 größten Konsumgüterkonzerne weltweit im Jahr 2007 mit 17,6 Prozent ihren Höhepunkt erreicht. Seitdem nimmt sie langsam, aber beständig ab - auf 15,8 Prozent im vergangenen Jahr.

Top Ten der Kosmetikkonzerne Diese Firmen lassen uns jünger aussehen

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Hauptursache sind steigende Rohstoffpreise. Hinzu kommt aber auch der Wettbewerb um die Kunden in den Schwellenländern, den immer öfter lokale Anbieter für sich entscheiden. Der Effekt der höheren Preise zeigt sich am eindrucksvollsten bei der Umsatzentwicklung: Organisch - also ohne Zukäufe - verdoppelte sich das Umsatzwachstum 2011 auf sechs Prozent. Die Mengen blieben jedoch fast gleich: Die Konzerne versuchten also, über höhere Verkaufspreise die Preissteigerungen bei den Rohstoffen auszugleichen.

Diese stiegen im vergangenen Jahr um 23 Prozent, nachdem es im Vorjahr schon 18 Prozent plus waren. Das drückte die Gewinne der Konsumgüterkonzerne: Um 1,4 Prozentpunkte sank die Bruttomarge branchenweit im Jahr 2011. Einen Prozentpunkt machten die Konzerne jedoch durch Einsparungen in der Verwaltung wett, weitere 0,2 Prozentpunkte bei sonstigen Sparpotenzialen. Daher sank die Umsatzrendite unter dem Strich nur um 0,2 Prozent auf 15,8 Prozent insgesamt.

Die größten Bierbrauer weltweit

  • Anheuser-Busch InBev NV/ SA (Belgien)

    Der mit Abstand größte Brauer der Welt ist Anheuser-Busch Inbev. Die Belgier kontrollierten 2010 nach Angaben des Hopfenhändlers Barth-Haas Group 19,4 Prozent des Weltmarkts. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

    Ausstoß (Mio. hl): 358

    Marktanteil: 19,40 %

  • SABMiller plc (Vereinigtes Königreich)

    Berühmt-berüchtigt für das „Miller“ (in diesem US-Supermarkt in der „leichten Variante“). Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern aus Großbritannien und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

    Ausstoß (Mio. hl): 172,3

    Marktanteil: 9,30 %

  • Heineken N.V. (Niederlande)

    Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

    Ausstoß (Mio. hl): 145,9

    Marktanteil: 7,90 %

  • Carlsberg A/S (Dänemark)

    Carlsberg hat sich vom dänischen Heimatproduzenten zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

    Ausstoß (Mio. hl): 114

    Marktanteil: 6,20 %

  • China Resources Breweries Ltd (China)

    Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“.

    Ausstoß (Mio. hl): 93,3

    Marktanteil: 5,10 %

  • Tsingtao Brewery Co Ltd (China)

    Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

    Ausstoß (Mio. hl): 64

    Marktanteil: 3,50 %

  • Grupo Modelo S.A.B de C.V. (Mexiko)

    Die Firma wurde 1925 gegründet und befindet sich derzeit auf einem internationalen Expansionskurs. Aushängeschild ist Corona, die führende Marke in Mexiko und das weltweit beliebteste mexikanische Bier.

    Ausstoß (Mio. hl): 51,9

    Marktanteil: 2,80 %

  • Beijing Yanjing Beer Company Ltd. (China)

    Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

    Ausstoß (Mio. hl): 50,3

    Marktanteil: 2,70 %

  • Molson Coors Brewing Company (Kanada/ Vereinigte Staaten)

    Das US-amerikanische und kanadische Unternehmen musste zuletzt Marktanteile einbüßen. Der Konzern vertreibt insgesamt 65 unterschiedliche Biermarken.

    Ausstoß (Mio. hl): 48,7

    Marktanteil: 2,60 %

  • Kirin Beer K.K. (Japan)

    Kirin ist ein japanischer Getränkehersteller, der zur Mitsubishi-Gruppe gehört. In den USA werden die Kirin-Produkte vom Branchenriesen Anheuser-Busch vertrieben.

    Ausstoß (Mio. hl): 30,3

    Marktanteil: 1,60 %

  • Summe

    Ausstoß (Mio. hl): 1129,4

    Marktanteil: 61,20 %

  • Weltbierproduktion

    Ausstoß (Mio. hl): 1846,4

    Marktanteil: 100,00 %

Wie solche Sparprogramme aussehen, hat in Deutschland Henkel gezeigt. Der Dax-Konzern ist der einzig verbliebene deutsche Vertreter unter den Top-50, nachdem der stagnierende Nivea-Produzent Beiersdorf erstmals von anderen Branchenriesen aus dem Ranking verdrängt worden ist. Henkel hat im Marketing des Waschmittelbereichs um die Marke Persil eine ganze Führungsebene gestrichen und dazu zentrale Funktionen in Service in Billiglohnländer verlagert.

  • 16.09.2012, 22:44 UhrBlacha

    Henkel hat eine Führungsebene im Bereich Persil gestrichen und zentrale Funktionen in Billiglohnländer verlagert:das ist aus meiner Sicht keine positive Meldung. Wo bleibt die Innovation? Streichen kann doch jeder, das ist nicht besonders clever.

  • 15.09.2012, 23:32 UhrMI6

    +++Beitrag von der Redaktion gelöscht+++

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