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Konzernspitze: Metro-Aufseher erwarten starke Führung

Die selbstbewussten Kontrolleure des Handelskonzerns wollen das chaotische Treiben um Posten und Strategien nicht länger dulden. Sie verlangen klare Ansagen von Franz Markus Haniel und eine beherzte Führung.

Der Handelskonzern kommt auf sechs Chefkontrolleure in zehn Jahren. Quelle: dapd
Der Handelskonzern kommt auf sechs Chefkontrolleure in zehn Jahren. Quelle: dapd

DüsseldorfVier Jahre bleibt der Aufsichtsratsvorsitzende eines Dax-Konzerns durchschnittlich im Amt. Nicht so bei Metro, Deutschlands größtem Handelskonzern: Dort gaben sich sechs Chefkontrolleure in zehn Jahren die Klinke in die Hand - und wenn Jürgen Kluge morgen sein Mandat offiziell niederlegen wird, ist der Posten schon wieder frei.

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Kluge geht nicht ganz freiwillig, auch wenn er das offiziell behauptet. Einige Metro-Aufsichtsräte lasten ihm das Chaos um die Vertragsverlängerung für (Noch-)Vorstandschef Eckhard Cordes an. Und ihr Wort hat Gewicht. Spitzenmanager wie Wulf Bernotat (Ex-Eon-Chef), Jürgen Fitschen (Vorstand Deutsche Bank) Klaus Mangold (Ex-Daimler-Vorstand) oder Bernd Pischetsrieder (ehemaliger BMW- und VW-Chef) haben dem Treiben lange zugesehen. "Intriganten-Stadel" war noch eine freundliche öffentliche Schelte für den Metro-Aufsichtsrat.

Analyse Metros Stärken und Schwächen

Deutschlands größter Handelskonzern blickt wieder optimistischer in die Zukunft. Der Vorstandsvorsitzende der Metro AG, Eckhard Cordes, konnte für 2010 einen Gewinnsprung melden und wird die Dividende erhöhen. Im laufenden Jahr soll der Umsatz weiter wachsen und der operative Gewinn vor Sonderfaktoren um 10 Prozent zulegen. Trotzdem hat der eigentlich stark aufgestellte Konzern einige Probleme. Handelsblatt Online zeigt die Stärken und Schwächen des Metrokonzerns. Foto: AP

So werden einige der Kontrolleure die Sitzung unter Kluges letztmaliger Führung wohl nutzen, um Frust abzulassen und Manöverkritik zu üben. Dazu hatten sie bislang kaum Gelegenheit. Denn Kluge habe trotz zahlreicher Probleme viel zu wenige Sitzungen anberaumt, monieren seine Kritiker.

Auch die neueste Personalspekulation wird morgen ein strittiges Thema sein, obwohl erst auf der Aufsichtsratssitzung zwei Wochen später entschieden wird. Metro-Vorstand Joël Saveuse soll Cordes' Nachfolger werden, heißt es. Anscheinend ist der 58-jährige Franzose aber nur Übergangskandidat, weil er sich eigentlich längst in den Ruhestand verabschieden wollte und sein Vertrag im April 2013 ausläuft. Und: Einige Metro-Kontrolleure auf der Kapitalseite halten Saveuse für den falschen Kandidaten.

Joël Saveuse hat den Ruf eines "Bewahrers", Olaf Koch den eines "Machers" Die Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat stützen ihn, weil er bei den Mitarbeitern beliebt ist. Angeblich wird er auch von Großaktionär Haniel, dem gut 34 Prozent der Metro gehören, getragen. Ein Haniel-Sprecher versicherte aber, es gebe keine Vorentscheidung.

Ohnehin wird sich Franz Markus Haniel die Kür des neuen Metro-Chefs vorbehalten wollen. Er will sich Mitte November zum Vorsitzenden des 20-köpfigen Metro-Aufsichtsrats wählen lassen. Das Oberhaupt der 650 Gesellschafter der Familie Haniel stand bereits zweieinhalb Jahre an der Spitze des Gremiums, hatte aber 2010 an seinen Holding-Manager Kluge übergeben. Dennoch hatte Haniel einige der selbstbewussten Metro-Aufseher düpiert.

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