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Kostensenkungen: Air Berlin verschärft den Sparkurs

Der neue Air-Berlin-Chef Prock-Schauer macht seinem Ruf als gefürchteter Sanierer alle Ehre - und 50 Millionen Euro mehr sparen als bisher geplant. Nun soll auch das Spitzenpersonal einen Beitrag zur Sanierung leisten.

Das Sparprogramm "Turbine" von Air Berlin soll verschärft werden. Quelle: dpa
Das Sparprogramm "Turbine" von Air Berlin soll verschärft werden. Quelle: dpa

FrankfurtZwei Wochen nach Vorstellung des jüngsten Sparprogramms zieht Air Berlin die Kostenschraube nochmals an. Bis Ende 2014 werde nun angepeilt, die Kosten im Unternehmen um 450 Millionen Euro zu senken, teilte Deutschlands zweitgrößte Fluglinie am Montag mit. Mitte Januar hatte das Management noch erklärt, mit Hilfe des Sanierungsplans "Turbine" die Ausgaben um 400 Millionen Euro verringern zu wollen.

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Der Umbau geht wie angekündigt nicht an den Mitarbeitern vorbei: Rund 900 der insgesamt 9300 Arbeitsplätze fallen weg. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über den Abbau haben bereits begonnen. Auch die Manager leisteten einen Beitrag. Der Vorstand habe die eigenen Bezüge um zehn Prozent gekürzt, und mehr als 90 Prozent der Führungskräfte hätten einem Gehaltsminus von fünf Prozent zugestimmt. Die restlichen Beschäftigten sollten nun einmalig auf ihr 13. Monatsgehalt verzichten, um einen Beitrag zur Sanierung zu leisten, hieß es.

Die größten europäischen Billigflieger

  • Platz 10

    Wizz Air: 42 Flugzeuge

    Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

    Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

  • Platz 9

    Jet 2: 49 Flugzeuge

    Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

  • Platz 8

    Germanwings: 55 Flugzeuge

    Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

  • Platz 7

    Flybe: 59 Flugzeuge

    Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

  • Platz 6

    Vueling: 72 Flugzeuge

    Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

  • Platz 5

    Air Berlin: 88 Flugzeuge

    Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
    Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

  • Platz 4

    Norwegian: 91 Flugzeuge

    Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

  • Platz 3

    HOP!: 102 Flugzeuge

    Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

  • Platz 2

    Easyjet: 197 Flugzeuge

    Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

  • Platz 1

    Ryanair: 297 Flugzeuge

    Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten befindet sich Air Berlin schon seit einiger Zeit in einer harten Sanierung. Sparen steht dabei im Mittelpunkt: Allein im vergangenen Jahr sollten mit dem abgelaufenen Sparprogramm die Kosten um 230 Millionen Euro gesenkt werden. Zuletzt hatte die Airline 2007 einen Jahresüberschuss eingeflogen. Um über die Runden zu kommen, holte Air Berlin Ende 2011 die kapitalkräftige Etihad an Bord - das Unternehmen aus dem Golf-Emirat Abu Dhabi stieg mit knapp 30 Prozent bei Air Berlin ein und half seitdem mit mehr oder weniger direkten Finanzspritzen aus.

  • 04.02.2013, 17:34 Uhr

    Verzicht auf die Flugkabine mit AirBerlin:
    Halteschlaufenplätze künftig buchen unter
    www.airberlin.com

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