_

Kritik von Datenschützern: Bahn wehrt sich gegen Bespitzelungsvorwürfe

exklusiv Die Deutsche Bahn wehrt sich gegen die Vorwürfe, sie habe 1 000 Mitarbeiter und deren Angehörige ausspähen lassen. Der Anti-Korruptionsbeauftragte des Konzerns, Wolfgang Schaupensteiner, sagte, es handele sich "um den dritten Aufguss desselben Tees". Ein Datenschützer verwies im Gespräch mit dem Handelsblatt dennoch auf Parallelen zu den Fällen bei der Telekom und bei Lidl.

Die Konzern-Zentrale in Berlin. Foto: dpa Quelle: dpa
Die Konzern-Zentrale in Berlin. Foto: dpa Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen die Bahn hält der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), Konsequenzen für unausweichlich, sollten Rechtsverstöße begangen worden sein. „Wenn sich der Verdacht datenschutzrechtlicher Verstöße bestätigen sollte, kann das nicht ohne Folgen bleiben“, sagte Bosbach am Mittwoch zu Handelsblatt.com. „Ich gehe davon aus, dass bei gravierenden Verstößen Aufsichtsrat und Eigentümer informiert werden.“

Anzeige

Bosbach gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass die Bahn bezüglich der Überprüfung von Mitarbeitern zwar ein „legitimes Interesse“ daran habe, dass rechtswidriges oder gar strafrechtlich relevantes Verhalten unterbleibe oder aufgeklärt werde. Aber diese Aufklärungsarbeit dürfe nur im Rahmen der Rechtsordnung erfolgen. „Nach den Regeln der Strafprozessordnung dürfen nur die zuständigen Behörden ermitteln“, betonte der CDU-Politiker.

Der stellvertretende Berliner Datenschutzbeauftragte Thomas Petri äußerte im Gespräch mit dem Handelsblatt den Verdacht, dass die Struktur der Korruptionsbekämpfung bei der Bahn nicht "rechtskonform" sei. Die Verdachtsmomente gingen in dieselbe Richtung wie beim Abhör-Skandal bei der Telekom und bei Lidl.

Arbeitsrechtliche Schutzvorschriften dürften nicht durch "Outsourcing" unterbunden werden, sagte der Berliner Datenschützer. Sollten sich die Vermutungen bestätigen, dass Rechtsvorschriften verletzt worden seine, werde es "teuer" für den Staatskonzern. Petri rechnet damit, dass es Bußgeldverfahren und sogar einige Strafanträge geben werde.

Der Anti-Korruptionsbeauftragte der Bahn, der frühere Frankfurter Wirtschaftsstaatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner, hat in einer Telefon-Pressekonferenz derweil sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Zu den im "Stern" dargestellten Fällen habe sich der Konzern bereits im Juni 2008 geäußert. Ausdrücklich wiederholte Schaupensteiner, dass die Bahn keine Telefongespräche abhören ließ, keine Verbindungsdaten recherchiert oder Konten eingesehen hat, keine Ausforschung von Mitarbeitern vorgenommen habe.

  • Die aktuellen Top-Themen
Frauen gefragt: Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne ist gestiegen. In ein paar Jahren könnten sie bereits knapp ein Drittel ausmachen. Das ist allerdings nicht der einzige Trend, der in den Gremien auffällt.

US-Kaffeehaus: Starbucks setzt auf Kaffeekapseln

Starbucks setzt auf Kaffeekapseln

Vom Siegeszug der Kaffeekapsel will auch die US-Kaffeehaus-Kette Starbucks profitieren: Noch vor dem Weihnachtsgeschäft sollen Kaffeemaschinen für Einzelportionen und Kapseln mit Starbucks-Logo verkauft werden

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

„Best Lawyers“-Datenbank Die Top-Wirtschaftsanwälte weltweit

Finden Sie für jeden Fall den Richtigen: Der US-Verlag Best Lawyers hat nach der Methode „Anwalt empfiehlt Anwalt“ zusammengetragen, welche Kanzleien für welches Fachgebiet bei der eigenen Profession hoch im Kurs stehen.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.