Handel + Dienstleister

_

Lebensmittelkonzern: Wem Nestlé das Wasser abgräbt

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé eckt mit seinen Geschäftsgebaren immer wieder an. Bald könnten die Schweizer auch in Deutschland eine umstrittene Einnahmequelle ausbauen, fürchten Kritiker – unser Grundwasser.

Riesengeschäft: Nicht nur die Deutschen kaufen immer mehr abgefülltes Trinkwasser.
Riesengeschäft: Nicht nur die Deutschen kaufen immer mehr abgefülltes Trinkwasser.

DüsseldorfMorgens ein Kaffee von Nescafé, dazu ein Brot mit Wurst von Herta. Das Baby bekommt Alete-Nahrung, der Hund Futter von Beneful. Mittags gibt es Nudeln von Buitoni mit einer Tomatensoße von Maggi, zwischendurch eine After-Eight-Schokolade oder ein Mövenpick-Eis und einen Schluck aus der Wasserflasche mit dem Namen Pure Life. Wie kaum ein anderer Konzern ist der Lebensmittelmulti Nestlé in unserem Leben präsent. Unter mehr als 2.000 Marken verkaufen die Schweizer Süßigkeiten, Babynahrung, Kaffee, Cornflakes, Fertiggerichte, Tierfutter und vieles mehr. Nestlé hat 461 Fabriken in 83 Ländern und beschäftigt 330.000 Mitarbeiter.

Anzeige

Und das Unternehmen breitet sich immer weiter aus. Wie aus den am Donnerstag vorgelegten Zahlen hervor geht, ist der Umsatz im vergangenen Jahr um 10,2 Prozent auf 92,2 Milliarden Franken (64,3 Mrd Euro) gestiegen. Ohne Übernahmen, Verkäufe und Währungsschwankungen, also organisch, wuchs der Konzern um 5,9 Prozent. Auf dieser Basis strebt Nestlé pro Jahr ein Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent an. Konzernchef Paul Bulcke sagte, Nestlé sei zuversichtlich, dieses Ziel „trotz der vielen Herausforderungen, die uns das Jahr 2013 bestimmt bringen wird”, zu erreichen.

Legendäre Lebensmittel Diese Marken machten Nestlé zum Giganten

  • Legendäre Lebensmittel: Diese Marken machten Nestlé zum Giganten
  • Legendäre Lebensmittel: Diese Marken machten Nestlé zum Giganten
  • Legendäre Lebensmittel: Diese Marken machten Nestlé zum Giganten
  • Legendäre Lebensmittel: Diese Marken machten Nestlé zum Giganten

Den Zuwachs haben dem Konzern vor allem die Verbraucher in den Schwellenländern beschert, die Nachfrage in Europa schwächelt. Dennoch hatte das Unternehmen sein langfristiges Wachstumsziel von 5 bis 6 Prozent Plus in den Jahren 2010 und 2011 übertroffen. Den Gewinn verbesserte Nestlé im vergangenen Jahr um 1,1 Milliarden auf 10,6 Milliarden Franken.

Bei seiner Ausbreitung eckt Nestlé allerdings immer wieder an. In der Vergangenheit gab es bereits Proteste gegen Nestlés Schokoriegel Kitkat, für dessen Bestandteil Palmöl verwendet wird. Kritiker behaupten, dass für dessen Gewinnung Regenwald gerodet wird. Auch für den Verkauf seiner Süßigkeiten Butterfinger und Baby Ruth, die umstrittene gentechnisch veränderte Pflanzen enthalten, muss das Unternehmen immer wieder Angriffe von Verbraucherschützern einstecken. Das aktuelle Thema ist Nestlés Rolle bei der Privatisierung von Wasser – eine weiteres Gebiet, in das das Unternehmen immer mehr vordringt. Schon jetzt ist der Konzern weltweiter Marktführer für in Flaschen abgefülltes Trinkwasser.

  • 14.02.2013, 10:58 UhrFredi

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 14.02.2013, 10:59 UhrPakt-mit-dem-Panda

    Nun da wir die Geschäftspraktiken von Nestle insbesondere in der Dritten Welt tolerieren und akzeptieren, sollten wir in Deutschland kein Problem damit haben, wenn Nestle uns ebenfalls den Zugang zum Trinkwasser (Grundwasser) verteuert.

    Ist doch ein legitimer Vorgang, gekennzeichnet durch marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen.

    Das wir mit den weltweiten Methoden nicht einverstanden sind, könnte jeder einzelne von uns durch einen Kaufboykott zum Ausdruck bringen.

  • 14.02.2013, 11:13 Uhrclaus

    Jedes Volk bekommt das was es verdient. Und ... die Deutschen bekommen am meisten ....... Vor der Wahl ist nach der Wahl

  • Die aktuellen Top-Themen
Umsatz und Gewinn: Nike wächst rasant

Nike wächst rasant

Im vorherigen Quartal spülte die Fußball-WM Geld in die Kassen von Nike. Auch ohne Großereignis trumpft der größte US-Sportartikelhersteller erneut mit starken Zahlen auf - doch über ihnen liegt ein Schatten.

Hohe Kosten: Air France-KLM rechnet mit weniger Gewinn

Air France-KLM rechnet mit weniger Gewinn

Zweimal hat die französisch-niederländische Fluglinie Air France-KLM in diesem Jahr bereits ihre Gewinnprognose heruntergeschraubt. Nun kappt sie diese erneut. Dahinter stecken nicht nur die Kerosinkosten.

„Best Lawyers“-Datenbank Die Top-Wirtschaftsanwälte weltweit

Finden Sie für jeden Fall den Richtigen: Der US-Verlag Best Lawyers hat nach der Methode „Anwalt empfiehlt Anwalt“ zusammengetragen, welche Kanzleien für welches Fachgebiet bei der eigenen Profession hoch im Kurs stehen.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.