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Liberty Global: US-Konzern gewinnt den Bieterkampf um Kabel BW

Deutschlands drittgrößter Kabelnetzbetreiber geht an den US-Kabelkonzern Liberty Global, der hierzulande bereits Unitymedia besitzt. Doch die Kartellwächter könnten dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung machen.

Zentrale von Kabel BW: Liberty Global stockte seine Offerte noch einmal auf. Quelle: PR
Zentrale von Kabel BW: Liberty Global stockte seine Offerte noch einmal auf. Quelle: PR

FrankfurtDer milliardenschwere Bieterwettkampf um Kabel BW ist entschieden. Der US-Kabelkonzern Liberty Global schluckt nach der Übernahme von Unitymedia auch den drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber. Kabel BW wird in dem Deal mit 3,16 Milliarden Euro bewertet, wie Liberty Global und der bisherige Eigentümer EQT am Montag mitteilten. Der Finanzinvestor nimmt damit mehr ein als ursprünglich erhofft. Die Wettbewerbshüter müssen der Übernahme allerdings noch zustimmen.

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Die von US-Medienmogul John Malone geführte Liberty Global hatte ihre Offerte am Wochenende noch einmal aufgestockt und damit in letzter Minute überraschend den Finanzinvestor CVC aus dem Feld geschlagen. Dieser bot zuletzt 2,95 Milliarden Euro und galt damit noch am Freitag als Favorit, wollte Kreisen zufolge aber nichts mehr drauflegen.

„Diese Transaktion erweitert unseren Zugang zu einem der am schnellsten wachsenden Kabelmärkte Europas“, erklärte Liberty-Vorstandschef Mike Fries. Er kann nun daran arbeiten, ein Gegengewicht zu Branchenprimus Kabel Deutschland aufzubauen: Zusammen würden Kabel BW und Unitymedia mehr als zwölf Millionen Haushalte in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen mit Breitbandangeboten versorgen - falls die Kartellbehörden die Pläne durchwinken, was Branchenkennern zufolge keineswegs gewiss ist. Schließlich würden sich hier die Nummer zwei und drei auf dem Kabelmarkt zusammentun. Die Kabelnetzbetreiber wirbeln die Telekom-Branche seit etwa fünf Jahren gehörig durcheinander, weil sie schnellere Leitungen anbieten als Platzhirsche wie die Deutsche Telekom.

Umtausch ausgeschlossen

Liberty wollte sich nicht zu der Frage äußern, wie das Kartellamt von dem Deal überzeugt werden könnte. Den jetzigen Plänen zufolge soll die Transaktion in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Falls die Wettbewerbshüter kein grünes Licht geben sollten, seien Vorkehrungen getroffen, damit EQT Kabel BW nicht zurücknehmen müsse, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person.

Der Kaufpreis entspricht in etwa dem Achtfachen des von Liberty geschätzten operativen Ergebnisses (Ebitda) von Kabel BW im laufenden Jahr. EQT hatte Kabel BW 2006 für 1,3 Milliarden Euro vom Rivalen Blackstone übernommen.

Mit dem Verkauf ist auch einer der größten Börsengänge dieses Jahres vom Tisch, denn EQT hatte parallel auch ein Initial Public Offering (IPO) von Kabel BW nach dem Vorbild von Kabel Deutschland vor einem Jahr geprüft. Allerdings zeichnete sich angesichts der Turbulenzen an den Aktienmärkten nach dem Erdbeben in Japan bereits das Aus für diese Lösung ab.

  • 22.03.2011, 12:50 UhrAnonymer Benutzer: Soistes

    Es sind ja nur die "guten" USA. Mir ist aufgefallen, dass wenn russische Investoren in Deutschland einsteigen wollen, werden sie sofort geblockt. Erstaunlich wie die deutschen Interessen nach politischer "Blockzugehörigkeit" geopfert werden. Die USA brauch nicht mal, wie die Chinesen, eine Industriespionage zu betreiben - einfach aufkaufen und für sich die besten Stücke anzueignen.

  • 22.03.2011, 07:07 UhrW.Fischer

    Es ist nicht eizusehen, warum Kabel-BW an einen US-Konzern verkauft wurde. Es werden zu viele Unternehmungen an ausländische Investoren verkauft, die nur zum Teil die Modernetechnik billig erwerben will! um anschließend gut positionierte Unternehmen zu zerschlagen. Es müsste schon lange ein Gesetz gegen den Verkauf von deutschen Unternehmen geben, denn viele Unternehmen erhalten Subventionen durch den Steuerzahler, und nur dieses Geld wollen die Ausländischen Unternehmen, bestes Beispiel war der Finnische-Handy Vertreiber.
    Kein Verkauf von Kabel-BW an ein US oder anderes ausländisches Unternehmen.
    Basta.
    Danke

  • 21.03.2011, 22:52 UhrAnonymer Benutzer: Lauck

    Hoffentlich platzt der Deal. Lauck

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