
DüsseldorfIm August hat Rudolf Haberleitner Schlecker Österreich mit 1350 Filialen in dem Nachbarland, aber auch in Italien, Polen, Belgien und Luxemburg dem Schlecker-Insolvenzverwalter abgekauft. Es wäre „verrückt gewesen, das nicht zu machen“, sagt der Österreicher.
Denn wie käme man sonst allein in Österreich an 900 fix und fertig eingerichtete Läden, fragt der 67-jährige Finanzinvestor. Die Geschäfte heißen jetzt „Dayli“ und sollen weit mehr als Drogerie-Artikel bieten – etwa auch frische Brötchen, die Vermittlung von Dienstleistungen und einen Bestellservice für Elektro-Artikel und andere Waren. Ab kommendem Jahr will er das Konzept nach Deutschland bringen. Unter anderem helfen dabei ehemalige Manager des Schlecker-Konkurrenten dm und des Lebensmittelhändlers Rewe.
Handelsblatt Online: Herr Haberleitner, was machen Sie besser als Anton Schlecker, der mit seinem Drogeriekonzept eine der spektakulärsten Firmenpleiten hingelegt hat?
Rudolf Haberleitner: Ich möchte gar nicht über Herrn Schlecker urteilen. Er hat wahnsinnig viel richtig gemacht und lange eine Menge Geld verdient, weil die Gewinnspannen bei Drogerieartikeln viel höher sind als bei Lebensmitteln und er sehr effektives Kostenmanagement betrieben hat. Bei der Expansion in die Flächenmärkte unter der Marke „Ihr Platz“ hat er sich aber dann verzettelt. Auch gab es bei Schlecker kein wirkliches Controlling, die Übersicht hat einfach gefehlt.
Rudolf Haberleitner ist ein österreichischer Sanierungsexperte und hat den Kauf von 1350 ausländischen Schlecker-Filialen über seinen Private-Equity-Fonds Tap 09 finanziert. Im November 2012 hat sich zudem der Glücksspiel-Betreibe Novomatic bei Haberleitners Projekt eingekauft und hält 50 Prozent der Anteile.
Dayli soll ein echter Nahversorger werden, der mehr bietet als Schlecker. So sollen zum Sortiment nicht nur Drogerie-Artikel sondern auch frische Brötchen, Dienstleistungen und ein betreuter Internet-Bestellservice zählen.
Forderungen an die deutsche Schlecker-Gesellschaft hat Dayli nach der Pleite abschreiben müssen, das hat Haberleitner in den Büchern für 2011 bereits verbucht. Aufgrund von Investitionen in die Filialen wird in diesem Jahr ein operatives Minus von acht Millionen Euro verzeichnet werden. Kommendes Jahr sollen es dann bereits zehn bis 15 Millionen Euro Gewinn sein bei einem Umsatz von 500 Millionen Euro – die meisten deutschen Filialen sind bei dieser Schätzung noch nicht berücksichtigt.
In Österreich zählt Dayli etwa 900 Filialen, hinzukommen 450 weitere Geschäfte in Ländern wie Polen und Italien. In Deutschland hat Haberleitner bereits über 600 Filialen ins Auge gefasst. Dazu ist er auf viele verschiedene Vermieter zugegangen und hat bereits 484 Filialen in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ausgewählt. Weitere bis zu 160 Filialen in Berlin, Brandenburg und Thüringen könnten noch hinzukommen – die Verhandlungen laufen.
Ab Ende Januar 2013 soll es in den ersten deutschen Filialen losgehen mit dem neuen Konzept.
Von österreichischen Konzernen ist man in Sachen aufsehenerregender Werbung spätestens seit dem Rekord-Fallschirmsprung von Felix Baumgartner unter der Regie von Red Bull einiges gewohnt. Dennoch kündigt Haberleitner für Dayli vollmutig eine Werbekampagne an, die „noch nie da war auf der Welt“. Sie werde aber Kunden und Lieferanten nutzen, verspricht der 67-Jährige.
Weshalb haben Sie sich für den Kauf des Unternehmens mit 1350 Filialen, vor allem in Österreich entschieden?
Schlecker hat in meinem Heimatland bis einschließlich 2010 nie Verlust gemacht. Und so viele Filialen auf einen Schlag serviert zu bekommen, die Chance bekommt man nur einmal.
Und dennoch ist Ihnen das nicht genug?
Nein, wir gehen auch in den deutschen Markt. Wir haben bereits 484 Ex-Schlecker-Filialen in Süddeutschland bis hinauf nach Rheinland-Pfalz ausgewählt und können die Standorte wiederbeleben. Wir verhandeln auch über noch mehr Standorte in Berlin, Brandenburg und Thüringen. So planen wir, ab dem kommenden Jahr über 600 Standorte in Deutschland zu verfügen.

Als Betroffener.Es redet doch keiner über die vielen Schiksale der leerstehenden Immobilien.Für viele Vermieter war das eine Rentenversicherung!

Schlecker ist Staubladen und Staub will niemand lecken. Auch künftig nicht! Was soll dieser Wahnsinn: wir haben genug ausbeutende Ketten, verschiedenst aufgestellt. Niemand braucht diesen Verkäufermüll von 10 Lebensmittelketten. "Schlecker-Frauen" waren im Mittelalter Wäscheküche-Frauen.

Ich kann "Schlecker-Frauen" nicht mehr hören. Waren das echt nur Frauen? Das klingt wie Schmuddelkinder. Unwort des Jahres.
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