So ist der Hafen auch ein Beispiel für den Strukturwandel im einst von der Kohle und Schwerindustrie beherrschten Ruhrgebiet. 1998 machte das benachbarte Krupp-Hüttenwerk dicht. 5000 Arbeitskräfte verloren ihren Job. Damals übernahm die Hafen AG das Gelände, einschließlich des kruppschen Hafens. Auf diesem Gelände entsteht jetzt bis 2010 der sogenannte Logport, ein moderner Umschlagplatz, auf dem sich unter anderem Container besonders schnell zwischen Lkw oder Bahn und Schiff verladen lassen.
Die Hafen AG hat das Gebiet samt Straßen- und Schienennetz komplett neu erschlossen. Auch eine neue Verladeanlage für den Autotransport gehört dazu, genauso wie das Containerterminal DIT Duisburg Intermodal Terminal, von wo aus regelmäßige Zugverbindungen im kombinierten Verkehr zu den Nordseehäfen sowie nach Süd- und Südosteuropa starten.
Das Projekt kostet insgesamt 800 Millionen Euro. 100 Millionen kommen als Subvention von der Europäischen Union und vom Land NRW, den Rest zahlen die Duisburger Hafen AG und beteiligte Logistikunternehmen wie die Schweizer Kühne + Nagel-Gruppe, die britische Wincanton Trans European, die japanische NYK Logistics, die niederländische Vos Logistics oder auch die Schenker Deutschland AG.
Die Investition ist vielversprechend. Noch grenzen die neu gebauten Hallen und Bürokomplexe häufig an wilde Wiesen. Doch 85 Prozent der Fläche sind schon jetzt verpachtet oder verkauft - in der Hälfte der vorgesehenen Zeit. Die Unternehmen sitzen an der Liverpooler-, der Antwerpener- oder der Rotterdamer Straße. Die Richtung ist klar: Duisburg orientiert sich mit dem Duisport an den großen Konkurrenten. Wenn 2010 die gesamte Fläche des Logports in Betrieb genommen ist, sollen dort rund 4000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden sein.
Doch das ist noch nicht alles: Im Februar 2006 hat die Hafen AG das Gelände der früheren Metallhütte im Süden der Stadt gekauft. Direkt gegenüber vom neuen Logport entsteht Logport II. Die 25 Hektar große Industriebrache wird ent- giftet und zu einem modernen Logistikstandort ausgebaut. Auch hier soll es ein eigenes Schienennetz geben - und eine neue Uferwand. Das kostet das Land NRW und die EU noch einmal 40 Millionen Euro. Ein kleiner Betrag im Vergleich zu dem Ertrag, den sich alle erhoffen. Schon 2008 sollen dort die ersten Unternehmen bauen können.
Damit der Hafen mit seinem weltmännischen Anspruch nicht alleine dasteht, soll auch die ganze Stadt ein wenig aufpoliert werden. Dafür hat sie einen prominenten Paten gewonnen: Sir Norman Foster. Vor wenigen Wochen hat der britische Stararchitekt einen Masterplan vorgelegt, um die innerstädtischen Quartiere neu zu gestalten. Begonnen hat sein Engagement im Innenhafen schon vor längerer Zeit: Mitte der Neunzigerjahre kaufte die Innenhafen Duisburg Entwicklungsgesellschaft das 500 Quadratmeter große Areal und gestaltete es um. Foster entwarf das Eurogate - ein sichelförmiger und bis zu zehn Stockwerke hoher Büro-, Einkaufs- und Hotelkomplex aus Glas, der für das neue futuristische Konzept im Innenhafen steht: Arbeiten und Wohnen werden hier verbunden. Baubeginn ist noch in diesem Jahr.

