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03.06.2008 
Weniger Auslastung, höhere Kosten

Luftfahrt-Branche schlägt Alarm

Die Situation der europäischen Luftfahrtbranche spitzt sich angesichts gestiegener Treibstoffkosten und gesunkener Auslastung drastisch zu. Im April blieb durchschnittlich jeder vierte Platz in den Maschinen unbesetzt. Und es wird wohl noch schlimmer kommen.

Ein Triebwerk des Airbus 380. Wegen der hohen Treibstoffkosten dringt Air France auf eine Version mit noch mehr Plätzen. Foto: dpaLupe

Ein Triebwerk des Airbus 380. Wegen der hohen Treibstoffkosten dringt Air France auf eine Version mit noch mehr Plätzen. Foto: dpa

HB BRÜSSEL. Nach der Sommersaison dürften etliche Airlines ihr Angebot stark einschränken, kündigte der Verband der Europäischen Fluggesellschaften (Association of European Airlines, AEA) am Dienstag in Brüssel an. Europas größter Billigflieger Ryanair teilte mit, wegen des drastisch gestiegenen Ölpreises die Kosten weiter drücken zu wollen und in diesem Winter weniger Flieger starten zu lassen. Der Kostendruck verstärkt auch die Forderungen der Fluggesellschaften nach größeren, sparsamen Maschinen.

Als Gründe für ihre Ankündigung nennt die AEA die weltweite Abkühlung der Konjunktur und die Kreditkrise. Diese Faktoren hätten die Zuversicht der Unternehmen und ihre Reisetätigkeit gebremst. Auch sinke wegen der Teuerung das verfügbare Einkommen. Zudem hätten die Fluggesellschaften ihre Ticketpreise anheben müssen, um steigende Treibstoffkosten aufzufangen, klagte der Verband.

Die Auslastung sank den Angaben zufolge im April um deutliche 2,7 Prozentpunkte unter den Wert des gleichen Vorjahresmonats. Sie habe zuletzt nur noch bei 74,8 Prozent gelegen, teilte der Verband mit. Der Verkehr sei auf nationalen Routen um 1,6 Prozent und im Nordatlantik-Verkehr um 2,7 Prozent geschrumpft. Bisher boomende innereuropäische Strecken wuchsen schwächer als bisher.

Zwar nahm der Verkehr der AEA-Mitglieder in den ersten vier Monaten insgesamt noch zu: Bereinigt um den Schaltjahr-Tag im Februar lag das Plus der Passagierkilometer im Jahresvergleich bei 2,3 Prozent. Doch hatten die Unternehmen mehr erwartet und ihre Kapazitäten um 5,2 Prozent ausgeweitet. Die Auslastung sei deshalb "alarmierend", erklärte der Verband. Sie sei im April in allen angeflogenen Regionen gesunken.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Lufthansa steht vergleichsweise gut da

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