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Luftfahrt: Lufthansa laufen die Luxuskunden davon

Die Wirtschaftskrise lässt bei der Lufthansa viele Sitze in der Business-Class leer bleiben. Das hat Folgen: Der Umsatz von Deutschlands größter Fluglinie ist im ersten Halbjahr um mehr als 15 Prozent eingebrochen. Kleines Trostpflaster: Operativ blieb noch ein winziger Gewinn hängen.

Vorstand Christoph Franz: "Schwerste Krise in der Lufthansa-Geschichte". Quelle: dpa
Vorstand Christoph Franz: "Schwerste Krise in der Lufthansa-Geschichte". Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Die Umsätze der Lufthansa sind im ersten Halbjahr eingebrochen. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,7 Prozent auf 10,2 Mrd. Euro. Trotzdem erwirtschaftete Deutschlands größte Fluglinie im ersten Halbjahr noch einen operativen Gewinn von 8 Mio. Euro.

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Die Wirtschaftskrise und ihre Folgen für die Nachfrage – vor allem im Premium-Bereich – hätten das Ergebnis spürbar belastet, ebenso die Treibstoffkosten, hieß es. Das Konzernergebnis fiel denn auch auf minus 216 Mio. Euro nach 381 Mio. Euro plus im Vorjahreszeitraum. „Für das Gesamtjahr richten sich die Bemühungen des Konzerns unverändert auf die Erwirtschaftung eines operativen Gewinns“, teilte die Lufthansa in einer Pflichtmitteilung für die Börse mit.

Allerdings sei das Erreichen dieses „mit erheblichen Risiken durch die weitere Entwicklung der Nachfrage und des Treibstoffpreisesbelastet“.

Im Gesamtjahr will Lufthansa weiterhin ein positives operatives Ergebnis erreichen. „Die Erreichung dieses Ziels ist jedoch mit erheblichen Risiken durch die weitere Entwicklung der Nachfrage und des Treibstoffpreises belastet“, hieß es in der Mitteilung. Zudem seien weitere Maßnahmen notwendig, um das Ergebnisziel zu erreichen.

Die Lufthansa hatte im ersten Quartal rote Zahlen geschrieben und vor zwei Wochen ein drastisches Sparprogramm angekündigt. In den nächsten zweieinhalb Jahren sollen die Kosten um insgesamt eine Mrd. Euro jährlich gesenkt werden.

Im Passagierbereich soll jede fünfte Verwaltungsstelle wegfallen – insgesamt rund 400 Arbeitsplätze. Die Luftfahrt befinde sich „derzeit in der schwersten Krise ihrer Geschichte“, begründete der für die Passage zuständige Lufthansa-Vorstand Christoph Franz die Einschnitte.

Von Januar bis März musste das Unternehmen unterm Strich einen Verlust von 256 Mio. Euro ausweisen. Der Umsatz verringerte sich von 5,6 auf 5 Mrd. Euro. Das Angebot im Passagiergeschäft und die Frachtkapazitäten wurden reduziert.

Dabei buchten die Menschen nicht nur weniger Flüge, aufgrund der Wirtschaftskrise wechselten auch immer mehr Geschäftsreisende von den teueren Plätzen der Business- oder First-Class in die preiswertere und für die Lufthansa weniger lukrative Economy-Class.

Anfang Juli gab die Kranichlinie dann bekannt, dass die Zahl der Passagiere im ersten Halbjahr um 6,1 Prozent auf 26,7 Millionen zurückgegangen sei. Noch dramatischer war der Einbruch bei der Fracht: Lufthansa Cargo beförderte insgesamt nur noch 694 000 Tonnen Fracht und Post, ein Minus von 20,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Details und den vollständigen Zwischenbericht zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr wollte das Unternehmen am Donnerstag veröffentlichen.

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