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Luftfahrt: Per Hochpreisflieger zum Champions-League-Finale

Wer sich heute über ein Champions-League-Finalticket freuen kann, erleidet beim Blick auf die Flugpreise nach London das böse Erwachen. Für die Fluggesellschaften sind vermeintliche Wucherpreise aber überlebenswichtig.

Ein jubelnder Pilot. Quelle: dpa
Ein jubelnder Pilot. Quelle: dpa

DüsseldorfWoran man das nahende Ende einer Fluggesellschaft erkennen könnte? „Wenn der Vorstand am Revenue Management spart“, sagte einmal eine hochrangige Managerin einer US-Airline. Was sich hinter dem Begriff harmlos klingenden englischen Begriff verbirgt: So viel wie möglich aus jedem Kunden herauszupressen.

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Das Champions-League-Finale in London zeigt exemplarisch, wie die Fluggesellschaften den Umsatz in die Höhe treiben. Zwar ist die englische Hauptstadt eines der am häufigsten angeflogenen Ziele in Europa – allein aus Frankfurt heben täglich 14 Lufthansa-Maschinen gen London ab. Doch wer am Tag des Finalspiels auf die Insel reisen will und am kommenden Tag zurück, muss derzeit auf der einfachen Strecke mit 400 Euro für ein Flugticket rechnen. Sonst ist die Verbindung durchaus für die Hälfte oder weniger zu haben. Die Preisexplosion ist für Fans hart, die eine Eintrittskarte für das Finalspiel haben. Doch für die Fluggesellschaften ist es ihr Lebenselixier.

Eine Mischung aus Computersystemen und Bauernschläue der Airline-Mitarbeiter ist für die Preisentwicklung verantwortlich. Bei der Lufthansa gibt es allein in der Economy-Klasse bis zu zehn Buchungskategorien: Sind die günstigen Tickets weg, bleiben die teuren übrig. Der Automatismus sichert, dass bei hoher Nachfrage Umsatz und Gewinn optimiert werden.

Die größten europäischen Billigflieger

  • Platz 10

    Wizz Air: 42 Flugzeuge

    Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

    Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

  • Platz 9

    Jet 2: 49 Flugzeuge

    Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

  • Platz 8

    Germanwings: 55 Flugzeuge

    Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

  • Platz 7

    Flybe: 59 Flugzeuge

    Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

  • Platz 6

    Vueling: 72 Flugzeuge

    Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

  • Platz 5

    Air Berlin: 88 Flugzeuge

    Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
    Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

  • Platz 4

    Norwegian: 91 Flugzeuge

    Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

  • Platz 3

    HOP!: 102 Flugzeuge

    Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

  • Platz 2

    Easyjet: 197 Flugzeuge

    Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

  • Platz 1

    Ryanair: 297 Flugzeuge

    Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

„Viele Fluggesellschaften steuern bei extremer Nachfrage aber auch manuell nach“, sagt Rainer Kolisch, Wirtschaftsprofessor an der Technischen Universität München. Für den Gewinn der Fluggesellschaft sei diese Art der Preisgestaltung überlebenswichtig: „Ohne Revenue Management würde die Lufthansa wahrscheinlich im Passagiergeschäft so gut wie gar keinen Gewinn machen.“ Öffentlich sind zumindest Daten für das Jahr 2005, als das Revenue Management zusätzlich über 100 Millionen Euro für die Lufthansa gebracht haben soll.

  • 10.05.2013, 18:20 UhrHOENISch

    und millionen von vollpfosten hocken vor den bildschirmen und kucken ungerührt zu wie politiker aller parteien,die auf steuerzahlerkosten im arragement für 4 - 5 stellige summen nach wembley gekarrt und bespaßt werden und fragen sich nicht ,in wie weit ihre persönliche lage ohne diese schmarotzer,die sich anlasslos auf ihre kosten nen lenz machen,sich verbessern ließe.

    uns seis nur ,daß ein schlagloch weniger vorhanden wäre,schultoiletten benutzbar sind,eltern nicht klassenräume renovieren und so weiter und so fort

    aufwachen ihr fans oder habt ihr alle schon zuviel geköpft

  • 10.05.2013, 18:29 Uhrmotuslupi

    Was ist dran jetzt so dramatisch? Das Ganze nennt sich Marktwirtschaft.
    Die wirkt übrigens auch, wenn sich zur Urlaubszeit viele ins Auto setzen und damit die Nachfrage nach Benzin erhöhen.

  • 10.05.2013, 22:29 UhrHB-Leser

    Ja und, die Fans brauchen doch das! Geld spielt doch keine Rolle! Was soll der Artikel! Sollen die Leute weinen, dass Fans die überteuerte Karten bzw. Flugtickets kaufen? Hönes haut dann deren Geld zum Fenster raus! Was solls!

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