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02.11.2007 
Streit um Überflugrechte

Lufthansa will nicht nach Russland umziehen

Der russische Luftraum bleibt für Flugzeuge der Lufthansa-Frachttochter Cargo weiter gesperrt. Die Fluggesellschaft will nicht auf die russische Forderung eingehen, ihr Luftdrehkreuz für Südostasien von Kasachstan ins russische Krasnojarsk zu verlegen.

Frachtmaschine der Lufthansa Cargo. Die Fluggesellschaft darf nach wie vor nicht über russisches Territorium fliegen. Foto: dpaLupe

Frachtmaschine der Lufthansa Cargo. Die Fluggesellschaft darf nach wie vor nicht über russisches Territorium fliegen. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Die Deutsche Lufthansa will ihr Luftdrehkreuz für Ostasien nicht von Astana in Kasachstan nach Russland verlagern. „Eine Verlagerung des Drehkreuzes nach Krasnojarsk kommt realistischerweise nicht in Frage, weil dort die Infrastruktur noch nicht die notwendigen Voraussetzungen erfüllt“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Freitag. Die technische Ausstattung sei schlecht, bei dichtem Nebel könnten die Flugzeuge dort nicht landen.

Die Russen wollen eine Verlagerung des Drehkreuzes in ihr Territorium erwirken und haben die sibirischen Städte Krasnojarsk und Nowosibirsk vorgeschlagen. Beide Städte liegen östlich von Astana im Süden Russlands. Seit Sonntag darf die Lufthansa-Frachttochter Cargo nicht mehr über den russischen Luftraum fliegen und muss auf dem Weg nach Astana einen teuren und zeitaufwendigen Umweg machen. Nach Angaben der Lufthansa verbraucht die Cargo auf den Flügen nach Kasachstan pro Woche 600 000 Liter mehr Kerosin als auf den üblichen Strecken über Russland. „Das sind natürlich hohe ökonomische und ökologische Kosten“, sagte der Sprecher. Die finanziellen Folgen seien noch nicht genau abzuschätzen.

Unterdessen bemüht sich die Bundesregierung unvermindert um eine Lösung. Es fänden weitere Gespräche mit dem russischen Verkehrsministerium statt, sagte eine Sprecherin von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Freitag in Berlin. Über Inhalte wurde nichts bekannt. Als Reaktion auf das russische Vorgehen hatte Deutschland vorübergehend ein Einflugverbot für russische Frachtmaschinen, es aber wenig später wieder aufgehoben, um die Gespräche nicht zu belasten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Steinmeier und Beck in der Kritik

Unterdessen gibt es in der CDU Verstimmung wegen der Haltung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zum Flugstreit zwischen Deutschland und Russland.

Auf Kritik stößt bei dem Koalitionspartner, dass Steinmeier die Zuständigkeit für die Angelegenheit nicht bei sich, sondern dem Bundesverkehrsministerium sieht. „Wenn es schwierig wird, dann taucht Außenminister Steinmeier ab“, kritisierte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andreas Schockenhoff, in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe).

Zugleich warf der CDU-Politiker dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck eigenmächtiges Handeln vor. Denn von der deutschen Gegenmaßnahme am Mittwoch, auch russischen Flugfrachtverkehr durch deutschen Luftraum zu verbieten, war der rheinland-pfälzische Flughafen Hahn nach Gesprächen Becks mit dem Bundesverkehrsminister ausgenommen.

„Bei einer so komplizierten und weit reichenden Materie ist es unakzeptabel, dass der rheinland-pfälzische Ministerpräsident wegen landespolitischer Interessen eigene Außenpolitik betreibt“, sagte Schockenhoff. Das sei ein EU-Thema, das weder Beck noch der Bundesverkehrsminister regeln könnten.

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