_

Mall-Betreiber: Alexander Otto gibt kleinen Kaufhäusern keine Chance

exklusiv Der Chef des Shopping-Mall-Betreibers ECE, Alexander Otto, zeigt sich unbeeindruckt der Euro-Krise und wittert Chancen in Italien und Spanien. Kleinen Kaufhäusern prognostiziert Wener Ottos Sohn eine düstere Zukunft.

Alexander Otto, Chief Executive Officer ECE Projektmanagement. Quelle: Pressefoto
Alexander Otto, Chief Executive Officer ECE Projektmanagement. Quelle: Pressefoto

Handelsblatt: Ihr Vater Werner Otto war eine Ikone der deutschen Wirtschaft. Sein Tod hat viele Menschen berührt.

Anzeige

Alexander Otto: Obwohl es absehbar war, hat mich das sehr getroffen. Ich hatte ein sehr enges Verhältnis zu ihm. Er war mir ein wichtiger Ratgeber und hatte immer ein offenes Ohr für meine Anliegen. Diese wichtige Unterstützung und die persönliche Nähe werde ich sehr vermissen.

Was verändert sich durch seinen Tod bei der ECE und dem Otto-Versand?

Ganz im Sinne seines Wahlspruchs "Panta rhei - alles fließt" hat mein Vater schon frühzeitig die Verantwortung auf die nächste Generation delegiert und war schon lange nicht mehr in das Tagesgeschäft involviert. Daher wird sich bei den von ihm gegründeten Unternehmen nichts ändern.

ECE betreibt 140 Shopping Center in ganz Europa, in denen die Geschäfte 16 Milliarden Euro Umsatz erzielen. Wie lief das Weihnachtsgeschäft?

Es ist sehr langsam gestartet, hat sich aber deutlich belebt.

Angesichts der Euro-Krise überrascht das. Wie erklären Sie sich die Einkaufsfreude der Deutschen?

Vielleicht gewöhnen sich die Menschen an die negativen Schlagzeilen. Auch sparen die Deutschen sehr viel, mehr geht kaum. Der Anteil der Einzelhandelsausgaben am verfügbaren Einkommen liegt unter 30 Prozent, vor 15 Jahren waren es noch 40 Prozent.

Wie wird 2012?

Ich fürchte, dass die Krise nicht vorbei ist. Das ist überraschend, denn die Staatsverschuldung ist nicht über Nacht gekommen und nimmt auch nur graduell zu. Die Schwankungen an den Märkten sind eine Sache der Spekulation. Südeuropa muss rigoros sparen, der Konsum bricht ein. Das wirkt sich auch auf die deutsche Wirtschaft aus. In Deutschland erwarte ich für 2012 kaum Wachstum. Aber es könnte schlimmer werden, wenn Länder aus dem Euro ausscheren und es zu einer Bankenkrise kommt.

Trotzdem investieren Sie in neue Einkaufszentren in Italien oder Spanien.

Dort bieten sich echte Marktchancen. Erst vor vier Wochen hat der ECE-Fonds in Chieti ein Einkaufszentrum gekauft. Die Region ist mit Shopping Centern unterversorgt, das Umsatzvolumen ist gut. Wir können zu günstigen Konditionen einsteigen. Die Konkurrenz in Italien hat es schwer, man kommt kaum an Kredite und muss viel Eigenkapital mitbringen. Das passt in unser Konzept. Wir wollen durch gutes Management und langfristige Wertsteigerung und nicht durch Financial Engineering Renditen erzielen.

Gehen Sie auch nach Griechenland?

Da sind wir sehr vorsichtig. Wir haben dort ein Joint Venture mit zwei Shopping Centern, die sehr erfolgreich sind. Aber falls Griechenland aus dem Euro austritt, verliert man sehr viel. Das Risiko kann man nicht einpreisen.

  • 24.01.2012, 19:13 UhrAnonymer Benutzer: MaWo

    Hallo,
    die "kleinen" Kaufhäuser haben möglicherweise ein Manko.
    Bei Licht betrachtet sind aber die ECE-Centren nichts weiter als straff geführte Organisationen die solchen "kleinen" Kaufhäusern ein Dach bieten und mit der guten Mischung für Kundenlauf sorgt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Frauen gefragt: Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne ist gestiegen. In ein paar Jahren könnten sie bereits knapp ein Drittel ausmachen. Das ist allerdings nicht der einzige Trend, der in den Gremien auffällt.

US-Kaffeehaus: Starbucks setzt auf Kaffeekapseln

Starbucks setzt auf Kaffeekapseln

Vom Siegeszug der Kaffeekapsel will auch die US-Kaffeehaus-Kette Starbucks profitieren: Noch vor dem Weihnachtsgeschäft sollen Kaffeemaschinen für Einzelportionen und Kapseln mit Starbucks-Logo verkauft werden

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

„Best Lawyers“-Datenbank Die Top-Wirtschaftsanwälte weltweit

Finden Sie für jeden Fall den Richtigen: Der US-Verlag Best Lawyers hat nach der Methode „Anwalt empfiehlt Anwalt“ zusammengetragen, welche Kanzleien für welches Fachgebiet bei der eigenen Profession hoch im Kurs stehen.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.