
BerlinDem Hauptstadtflughafen droht wegen der verschobenen Eröffnung einem Bericht zufolge eine weitere Klage in Millionenhöhe. Nach der Fluggesellschaft Air Berlin will nach Informationen der „Bild am Sonntag“ nun auch die Deutsche Bahn Schadenersatz von der Berliner Flughafengesellschaft fordern. Der Bahn-Vorstand wolle den Aufsichtsrat am 12. Dezember über die genaue Höhe und den Zeitpunkt der Klage informieren. Die Bahn wollte sich am Sonntag auf Anfrage von Handelsblatt Online nicht zu dem Bericht äußern.
Nach eigenen Angaben kostete die Bahn die Terminverschiebung bis Ende Oktober etwa 34 Millionen Euro. Jeden Monat kämen zwei Millionen Euro hinzu, sagte ein Bahnsprecher.
Die Bahn hatte eine Strecke zum unterirdischen Bahnhof des neuen Flughafens gebaut. „Wir wollen nicht auf den Kosten sitzenbleiben“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube.
Erst vor wenigen Tagen hatte die Fluggesellschaft Air Berlin Klage eingereicht. Dem Unternehmen seien erhebliche Schäden entstanden, weil die Eröffnung von Juni 2012 auf Oktober 2013 verschoben wurde, hieß es zur Begründung. Bereits heute gehe es um geschätzte Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe.
Die Berliner Flughafengesellschaft will jedoch nicht für den Schaden von Air Berlin aufkommen. Es bestehe kein Anspruch, „da wir mit der Airline vertraglich keinen fixen Eröffnungstermin für den Flughafen Berlin Brandenburg vereinbart hatten“, teilte Flughafenchef Rainer Schwarz Anfang dieser Woche mit. Zahlen könne die Flughafengesellschaft nur, „wenn dies rechtlich zwingend geboten ist“.
Die Flughafengesellschaft betonte: „Wir setzen weiter darauf, mit Air Berlin in konstruktiven Gesprächen zu vernünftigen Lösungen zu kommen.“ Die Gespräche der vergangenen Monate hätten aber gezeigt, „dass wir in der Schadenersatz-Frage weit auseinanderliegen“. Man wisse um die Unannehmlichkeiten der Verschiebung des Eröffnungstermins. „Daher setzen wir seitdem alles daran, den weiteren Flugbetrieb in Tegel so reibungslos wie möglich zu gestalten.“
Gründung der Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF). Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg.
Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.
Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp. Bis zum Urteil sind nur Bauvorbereitungen gestattet.
Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.
Das Brandenburger Verkehrsministerium erlässt eine neue Nachtflugregelung: Keine Starts und Landungen von Mitternacht bis 5.00 Uhr, Ausnahme Post- und Regierungsmaschinen, Notfälle. In den Randzeiten davor und danach ist die Zahl begrenzt.
Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von November 2011 auf den 3. Juni 2012 verschoben.
Die Deutsche Flugsicherung legt einen ersten Flugrouten-Vorschlag vor. Tausende Betroffene gehen dagegen auf die Straße. Es gibt neue Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss.
Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in den Randzeiten. Der Airport kann ohne weitere Einschränkungen an den Start gehen.
Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die Flugrouten fest und folgt im wesentlichen einem Vorschlag der Fluglärmkommission aus Gemeinde- und Airline-Vertretern.
Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chef-Planer Manfred Körtgen entlassen.
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg spricht den Anwohnern das Recht auf besseren Schallschutz zu.
Der Aufsichtsrat entscheidet, den neuen Starttermin 17. März erneut zu überprüfen und am 16. August darüber zu entscheiden.
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig weist die Klage von Anwohnern ab, das Genehmigungsverfahren für den neuen Hauptstadtflughafen neu aufzurollen. Jetzt steht der Eröffnung des Airports zumindest juristisch nichts mehr im Weg.
Sitzung des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft. Der Aufsichtsrat lässt den Eröffnungstermin weiter offen. Damit sind auch die Mehrkosten und deren Finanzierung noch nicht abschließend geklärt. Fest steht, dass Bund und Länder Gelder zuschießen müssen. Beim Schallschutz für Anwohner wird nachgebessert.
Der Aufsichtsrat legt als Eröffnungstermin den 27. Oktober 2013 fest.
Auch andere Unternehmen haben durch die Terminverschiebung finanziellen Schaden davon getragen, etwa die Deutsche Lufthansa. Das Unternehmen hat jedoch noch nicht entschieden, ob es vor Gericht ziehen will. Die Lufthansa ermittele weiterhin, in welcher Höhe durch die Verschiebung der Eröffnung des Hauptstadtflughafens Schäden entstanden sind, sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber Anfang dieser Woche der Nachrichtenagentur dapd. Erst dann werde die Frage erwogen, ob man sie geltend mache. Zurzeit liefen noch Gespräche. Ob all dies in eine Klage münde, "dazu gibt es noch keine Entscheidung", sagte Weber.

In München wurde auch ein großer Flughafen gebaut. Fertigstellung: Plangemäß.
Ich möchte hier nicht an ähnliche Projekte in China, Russland oder Indien erinnern: Fertigstellung: Plangemäß.
Warum kann man es in Berlin nicht? Der Mehdorn war es..... Wer das glaubt denn das.
Ein Aufsichtsrat sollte wissen, wenn etwas so eklatant aus dem Ruder läuft. Hierfür wäre eine Entschuldigung angebracht. Basta.
Mit solchen Projekten kann man wirklich keinen Blumetopf gewinnen.
Ein Projekt, das kosten- und terminplanmäßig derartig aus dem Ruder läuft, ist einfach sehr, sehr schlecht gelaufen. Da gibt es nichts hinzuzufügen. Verantwortlich sind die Mandatsträger der Flughafengesellschaft in der Geschäftsführung und im Aufsichtsrat. Ferner auch leitenden Mitarbeiter …..
M. Boudik

"In Berlin wird ein riesiges Flughafenprojekt aus dem Boden gestampft und es ist normal das es bei solchen Projekten immer zu erheblichen Verzögerungen kommt. Dann klagt man, wo ist denn der Schaden bitte schön? Ohne den Flughafen hat man auf Jahrzehnte gute Geschäfte gemacht? "
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Sie scheinen das Zeug zu einem Humoristen entwickeln zu wollen: "riesiger Flughafen".
444 Millionen Zusatzkosten für neue Brandschutzprobleme.
Ungefähr so, als würde eine Nutte wie eine Frau aussehen müssen.
Fein.

Gut, dass Berlin nach geltendem Recht nicht zur BRD gehört. Bei soviel Unfähigkeit müsste man sich ansonsten noch schämen. Deutsche Gründlichkeit und Fleiß sieht jedenfalls anders aus!
10 Kommentare
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