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Medienbericht: Berggruen spielt Jobabbau bei Kaufhof durch

Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen streckt die Fühler nach der Metro-Tochter Kaufhof aus. Für den Fall einer Übernahme stünden bei der Warenhauskette einem Medienbericht zufolge 6000 Jobs auf der Kippe.

Kunden gehen in Köln in die Filiale der Warenhaus-Kette Kaufhof. Quelle: dpa
Kunden gehen in Köln in die Filiale der Warenhaus-Kette Kaufhof. Quelle: dpa

FrankfurtKarstadt-Eigner Nicolas Berggruen spielt einem Zeitungsbericht zufolge einen massiven Jobabbau und Filialschließungen für den Fall einer Kaufhof-Übernahme durch. In einem Geheimpapier von Berggruens Firma heiße es, die Übernahme - darin „Projekt Zeus“ genannt - biete Gelegenheit zu einem Abbau von 6000 Stellen, meldete die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag.

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Die Zahl der Standorte solle auf etwa 180 von 227 verkleinert werden, auch das Kaufhof-Hauptquartier in Köln könnte vor dem Aus stehen. Daneben sollten die großen Luxus-Warenhäuser genauso wie die Sport-Läden verkauft werden, als Käufer sei an Harrod's oder Selfridges gedacht, berichtet die Zeitung weiter aus dem Dokument. Die geplante Deutsche Warenhaus AG aus Karstadt und Kaufhof solle dann 2016 an die Börse gehen.

Ein Berggruen-Sprecher sagte am Samstag, bei dem Dokument handele es sich um ein im Auftrag der Berggruen Holding erstelltes Diskussionspapier, das nicht Grundlage konkreter Planungen sei. Für solche Planungen brauche Berggruen Zugang zum Kaufhof-Datenraum, den er derzeit noch nicht habe.

Das Rennen der Selbstbewussten Investoren

Die Kaufhof-Mutter Metro spricht laut ihrem scheidenden Chef Eckhard Cordes weiter mit mehreren Interessenten. Neben Berggruen haben auch der österreichische Immobilien-Investor Rene Benko und der ehemalige KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban die Fühler nach der Metro-Warenhaus-Tochter ausgestreckt. Benko mit seiner Signa-Holding habe im Verkaufsprozess um den Kaufhof die Nase klar vorn, beklagte Berggruen zuletzt.

Auch im Metro-Aufsichtsrat gab es Insidern zufolge Stimmen, die sich für einen „breiteren Blick“ auf das Bewerberfeld bei Kaufhof aussprechen. Benko selbst setzt auf einen schnellen Abschluss: „Sollten wir Metro überzeugen können, dann könnte die Entscheidung bei der Metro-Aufsichtsratssitzung am 16. Dezember erfolgen“, sagte er der österreichischen Zeitung „Kurier“.

Berggruen hatte vor wenigen Tagen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt: „Wir sind der logische Käufer, denn wir könnten die beiden großen deutschen Warenhausketten unter einem Dach bündeln.“ Der Milliardär kritisierte, dass Signa im Bieterprozess bevorzugt werde. „Signa macht seit vier Wochen eine eingehende Unternehmensprüfung, auch für jede einzelne Immobilie, und hat einen riesigen zeitlichen Vorsprung“, sagte der Karstadt-Eigner. Ihm habe die Metro lediglich in einer E-Mail mitgeteilt, dass das Unternehmen zögere, sich mit seinem Angebot überhaupt auseinanderzusetzen. „Da dachte ich erst, das sei ein Witz.“ Berggruen forderte einen „sauberen Verkaufsprozess“, der allen ernsthaft interessierten, seriösen Partnern Einblick in die relevanten Daten gebe.

  • 20.11.2011, 16:33 Uhrk.h.a.

    Wirft seinen Bieterkonkurrenten kapitalistisches Verhalten vor - und ist selbst keinen Deut besser. Dieser Widerspruch zeugt von Unaufrichtigkeit.
    Wenn er ohnehin bloß über den Exit Börsengang die Karstadt/Kaufhof Gruppe durchschleusen möchte, um dabei abzusahnen, soll er es sagen und nicht derart altruistisch daherkommen. Das glaubt ihm ohnehin kaum jemand, der etwas von der Materie versteht.

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