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Messe-Trends: Simulationen statt Materialschlachten

Je größer und lauter, desto besser – dieses Motto galt bisher auf Messen. Doch es geht auch anders: Mit Simulationen und virtuelle Realitäten wollen vor allem Unternehmen punkten, deren Produkte nicht einfach auf einer klassischen Messe gezeigt werden können.

Neue Techniken bieten Messebesuchern bessere Einblicke wie bei einem EnBW-Stand in Hannover. Quelle: Reuters
Neue Techniken bieten Messebesuchern bessere Einblicke wie bei einem EnBW-Stand in Hannover. Quelle: Reuters

BERLIN. Messen gleichen mitunter Materialschlachten. Häufig folgen die Hersteller dabei der Devise: „Je größer und lauter, desto besser“. Ein Beispiel dafür sind Flug- und Raumfahrtausstellungen. Mit ihren Modellen und waghalsigen Flugshows wetteifern Hersteller um die Aufmerksamkeit der Besucher. Doch es geht auch anders. Dies hat der Rüstungskonzern EADS eindrucksvoll auf der ILA Berlin gezeigt.

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Viele Produkte wurden in einem Simulationsraum, dem Touch Lab, virtuell präsentiert. In dem Raum steht nur ein Tisch, in den ein 65-Zoll großes Display eingelassen ist. Darüber wird etwa der Flug einer unbemannten Drohne über den Golf von Aden und Afghanistan simuliert. Der Bildschirm reagiert – wie ein riesiges iPad – auf Berührung. Ein Projektor wirft das Bild für die Messebesucher vom Display auf die Rückwand des Raums.

„Viele Leute hatten ein Aha-Erlebnis und sagten: Endlich verstehe ich mal dieses ganze komplizierte Zeug und weiß, wofür man es braucht“, sagt Joachim Schranzhofer, er ist für die EADS-Messeauftritte zuständig. Als Folge der Simulationen seien die Gespräche mit Kunden detaillierter geworden und fänden auf einem höheren Niveau statt. „Wir hatten früher enorme Schwierigkeiten, unsere Produkte und Systeme zu erklären, weil sie sich nicht anhand von Modellen darstellen lassen. Wir brauchen eine Präsentationsform, die die Vernetzung unserer Systeme in den Vordergrund rückt und die ganze Komplexität unseres Leistungsspektrums rüberbringt. Und Touch Lab ist absolut das richtige Werkzeug dafür“, sagt Schranzhofer.

Der Einsatz virtueller Techniken nutzt vor allem Unternehmen, deren Produkte nicht einfach auf einer klassischen Messe gezeigt werden können. Dazu zählen etwa der Schiffbau und die Immobilienbranche. „Wir machen die Produkte erlebbar – sicher nicht so, dass man sie direkt anfassen kann, aber dass man einen guten visuellen Eindruck bekommt“, sagt Uwe von Lukas vom Frauenhofer Institut in Rostock. Sein Forschungsbereich Visual Computing arbeitet an der Übersetzung von Daten in Bilder.

„Die Lage von Grundstücken, das Flair der Umgebung und die Verkehrsanbindung kann man auch über Modelle und Videos sichtbar machen. Die virtuelle Realität aber bietet den Vorteil, dass der Benutzer selbst den Blickpunkt bestimmen und unterschiedlichste Lichtsituationen einstellen kann.“

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