Handel + Dienstleister

_

Metro-Großaktionär: Haniel-Chef will Risiken breiter streuen

Haniel-Chef Stephan Gemkow hat angekündigt, nun stärker in den Dienstleistungssektor zu investieren. Handel sei erst einmal kein Thema mehr. Gemkow denkt vor allem an Zukäufe von mittelständischen Unternehmen.

Stephan Gemkow, Vorstandsvorsitzender der Holding Franz Haniel, will stärker in den Dienstleistungssektor investieren. Quelle: dpa
Stephan Gemkow, Vorstandsvorsitzender der Holding Franz Haniel, will stärker in den Dienstleistungssektor investieren. Quelle: dpa

DuisburgNach einem Milliardenverlust 2012 will der Metro-Großaktionär Haniel seine Risiken künftig breiter streuen und plant deshalb Zukäufe vor allem aus dem Dienstleistungssektor. „Handel haben wir wahrlich genug“, sagte Haniel-Chef Stephan Gemkow am Montag im Gespräch mit den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX im Anschluss an die Bilanzpressekonferenz in Duisburg. Weitere Verkäufe stünden dagegen nicht auf der Agenda. Bei seinen beiden wichtigsten Beteiligungen Metro und Celesio wolle Haniel Anker-Investor bleiben. „Ein weiteres Abschmelzen der Beteiligungen verbietet sich daher.“

Anzeige

Ihn interessierten Unternehmen aus dem Service-Bereich, betonte Gemkow. Dabei werde es weniger um börsennotierte Unternehmen gehen als um sogenannte „Hidden Champions“ aus dem Mittelstand. Start-Ups kämen aufgrund ihrer hohen Risikobehaftung für Haniel nicht infrage. „Dazu bräuchten wir Spielgeld, und das haben wir nicht.“

Lebensmittelhandel in Bildern Diese Händler machen Deutschland satt

  • Lebensmittelhandel in Bildern: Diese Händler machen Deutschland satt
  • Lebensmittelhandel in Bildern: Diese Händler machen Deutschland satt
  • Lebensmittelhandel in Bildern: Diese Händler machen Deutschland satt
  • Lebensmittelhandel in Bildern: Diese Händler machen Deutschland satt

Haniel hatte in den zurückliegenden Monaten seine Aktienpakete beim Handelskonzern Metro von gut 34 auf 30 Prozent und beim Pharmagroßhändler Celesio von knapp 55 auf 50 Prozent reduziert. Die damit erlösten 400 Millionen Euro wurden zum Schuldenabbau eingesetzt. An dem Verlust von fast zwei Milliarden Euro, den Haniel für 2012 in seiner Bilanz stehen hat, waren beide Beteiligungen maßgeblich Schuld. Vor allem die Wertberichtigungen auf den verbliebenen Metro-Anteil von mehr als einer Milliarde Euro rissen Haniel ins Minus. Aber auch bei Celesio fielen Verluste durch die Abgabe von Geschäften wie beispielsweise der Versandapotheke Doc Morris an.

Gemkow glaubt dennoch, dass beide Unternehmen Potenziale haben, die noch nicht gehoben wurden und die sich auch noch nicht in den jeweiligen Aktienkursen widerspiegeln. Insbesondere die Metro brauche bei ihrer Neuausrichtung noch Zeit. Der seit Anfang 2012 amtierende Metro-Chef Olaf Koch setze die richtigen Akzente, etwa bei der Restrukturierung des Großhandelsgeschäfts Cash & Carry. „Aber wir wissen natürlich auch alle, dass das Management nicht zaubern kann.“

Den Streit, der seit längerem zwischen dem Handelskonzern und dem Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals tobt, sieht Gemkow als Belastung für den Aktienkurs der Metro. „Es lohnt ein zweiter, dritter oder sogar siebter Anlauf, um da eine Lösung zu finden.“ Gleichwohl wolle er in dem Zwist keine Vermittlerrolle einnehmen. Der Streit hatte sich an der Frage entzündet, wer bei der Metro-Elektroniktochter Media-Saturn das Sagen hat. Kellerhals hat trotz seines Minderheitsanteils Veto-Rechte, die Metro pocht im Geschäftsalltag auf einfache Abstimmung. Die Fehde ging vor Gericht.

  • Die aktuellen Top-Themen
Siemens: Joe im Glück?

Joe im Glück?

Das sieht prachtvoll aus: Siemens-Chef „Joe“ Kaeser meldet einen Gewinnzuwachs im dritten Quartal. Doch lesen Sie, warum der schöne Schein auch trügen könnte.

Ausgliederungen: Was aus Siemens-Töchtern wurde

Was aus Siemens-Töchtern wurde

Vor einem Jahr verließen die hellen Leuchten Siemens, jetzt baut der Lampenhersteller Osram massiv Personal ab. Bei vielen Siemens-Töchtern ging es in der Selbstständigkeit bergab. Was aus den Abspaltungen wurde.

„Best Lawyers“-Datenbank Die Top-Wirtschaftsanwälte weltweit

Finden Sie für jeden Fall den Richtigen: Der US-Verlag Best Lawyers hat nach der Methode „Anwalt empfiehlt Anwalt“ zusammengetragen, welche Kanzleien für welches Fachgebiet bei der eigenen Profession hoch im Kurs stehen.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.