
DÜSSELDORF. Der New Yorker Finanzinvestor Blackstone erwägt die Übernahme der Kölner Warenhauskette Kaufhof. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Kaufhof-Gesamtbetriebsrats, der am vergangenen Freitag Arbeitnehmervertreter über neueste Planungen bei dem Metro-Tochterunternehmen informierte.
Ein Sprecher des Düsseldorfer Dax-Konzerns wollte sich zum Namen des Kaufinteressenten nicht äußern. Zwar werde derzeit mit möglichen Bietern für die 141 Warenhäuser gesprochen, sagte er, die Verhandlungen aber befänden sich in einem frühen Stadium. Der Datenraum sei für eine Kaufprüfung (Due Diligence) noch nicht geöffnet. Blackstone lehnte eine Stellungnahme ab.
Die Private-Equity-Firma kennt sich im Reich der Metro aus. Vor etwas mehr als sechs Jahren bemühte sich Blackstone bereits um das komplette Immobilienpaket des Handelskonzerns, das der damalige Vorstandschef Hans-Joachim Körber für rund drei Mrd. Euro zum Verkauf gestellt hatte. Weil Körber sein Angebot später überraschend zurückzog, musste Blackstone seine Kaufpläne zunächst begraben.
Nun könnte es den Amerikanern in einem zweiten Anlauf gelingen, zumindest die Warenhaus-Standorte zu ergattern. Immerhin gehört die Hälfte der Häuser dem Unternehmen selbst. Zum Schnäppchenpreis allerdings werden sie kaum zu haben sein. Finanzkreise berichten, die für den Verkauf engagierte Investmentbank JP Morgan verlange zwischen zwei und knapp drei Mrd. Euro für das Komplettpaket.
Unterdessen kritisierte Verdis stellvertretende Vorsitzende Margret Mönig-Raane am Freitag, Metro wolle das Verkaufsobjekt auf Kosten der Belegschaft „aufhübschen“. Kaufhof habe den Mitarbeitern eine Beschäftigungsgarantie bis 2013 angeboten, im Gegenzug aber verlangt, die Arbeitszeit von 37,5 auf 42 Stunden zu verlängern. Dies sei eine „Lohnsenkung durch die Hintertür“, kündigte sie ihren Widerstand an.