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Milliarden-Minus: Sparen kostet Air France-KLM viel Geld

Air France-KLM hat im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro Verlust geschrieben. Tausende Arbeitsplätze wurden gestrichen, doch gerade das kostet. Für 2013 schaut es kaum besser aus, eine Prognose wagt der Konzern nicht.

2004 genehmigte die EU-Kommission die Fusion der beiden Traditionsunternehmen. Quelle: dpa
2004 genehmigte die EU-Kommission die Fusion der beiden Traditionsunternehmen. Quelle: dpa

ParisDer harte Sparkurs hat die Fluggesellschaft Air France-KLM noch tiefer in die roten Zahlen gerissen. Unter anderem wegen hoher Abfindungen stand im abgelaufenen Jahr unter dem Strich ein Minus von knapp 1,2 Milliarden Euro. Im operativen Geschäft führte der Abbau von 3300 Arbeitsplätzen hingegen zu einer leichten Verbesserung, wie der angeschlagene Lufthansa-Konkurrent am Freitag in Paris mitteilte.

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Der operative Verlust verringerte sich von 353 Millionen auf 300 Millionen Euro, obwohl das Unternehmen fast 900 Millionen Euro mehr für Treibstoff ausgeben musste. Damit schnitt das französisch-niederländische Unternehmen besser ab als von Analysten erwartet. Anleger nahmen die Nachrichten positiv auf. Zum Handelsstart legte das Papier um 1,72 Prozent auf 8,47 Euro zu.

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Insgesamt schlug der Konzernumbau mit 471 Millionen Euro zu Buche. Die Treibstoffrechnung wuchs um 14 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Zumindest diese Belastung konnte Air France-KLM mittels Personalkürzungen und höherer Ticketpreise auffangen. Zudem waren die Maschinen des Konzerns besser ausgelastet: Während das Flugangebot um 0,6 Prozent wuchs, legte die Zahl der Fluggäste um rund zwei Prozent auf 77,4 Millionen zu. Der Umsatz wuchs dabei um fünf Prozent auf 25,6 Milliarden Euro.

Finanzchef Philippe Calavia sieht die Geschäftspolitik des Managements im allgemeinen Konjunkturabschwung durch die Ergebnisse bestätigt. Auch 2013 will Air France-KLM daher nur vorsichtig wachsen. Für Unternehmenschef Jean-Cyril Spinetta ist das laufende Jahr entscheidend für die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Kosten und die Schulden sollen weiter sinken. Eine Ergebnisprognose für 2013 gab das Management nicht. Der Schuldenberg soll weiter schrumpfen. Im vergangenen Jahr sanken die Nettoschulden bereits um 500 Millionen auf sechs Milliarden Euro.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

  • Platz 10

    Air France (Frankreich) - 49,7 Millionen Passagiere

    Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa und können ihren Platz in der Top 10 nur knapp behaupten. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Nun erwägen sie sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad einzugehen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.

  • Platz 9

    United Airlines (USA) - 50,4 Millionen Passagiere

    Mit 3500 Flügen am Tag gehört die Airline seit ihrer Fusion mit Continental zu den größten Fluggesellschaften in Nordamerika. Die Amerikaner fliegen ca. 700 Ziele in 127 Ländern weltweit an.

  • Platz 8

    US Airways (USA) - 52,9 Millionen Passagiere

    Einst als reine Logistik-Fluggesellschaft gegründet, transportieren die Amerikaner mittlerweile so viele Passagiere wie Südafrika Einwohner hat. Weltweite Bekanntheit erlangte die Airline im Jahr 2011 durch eine spektakuläre Notlandung im Hudson River. Gemeinsam mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft bald zur größten der Welt auf.

  • Platz 7

    China Eastern Airlines (China) - 53,9 Millionen Passagiere

    Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.

  • Platz 6

    Lufthansa (Deutschland) - 63 Millionen Passagiere

    Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Das Geschäft im Heimatmarkt wird derzeit getrübt durch die Schuldenkrise. Zuletzt musste die Airline sogar einen Verlust ausweisen. Nun soll gespart werden.

  • Platz 5

    Ryanair (Irland) - 76,4 Millionen Passagiere

    Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wurden wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.

  • Platz 4

    China Southern (China) - 80,5 Millionen Passagiere

    Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, soll die Flotte in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.

  • Platz 3

    American Airlines (USA) - 86,1 Millionen Passagiere

    Bronze geht an die Silberpfeile am Himmel. Dabei musste die Fluggesellschaft Ende 2011 Insolvenz anmelden. Durch die Fusion mit US Airways übernimmt die Airline bald wieder die Spitze in den USA.

  • Platz 2

    Southwest Airlines (USA) - 110,5 Millionen Passagiere

    Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke. Nur eine einzige Airline transportierte mehr Passagiere.

  • Platz 1

    Delta Airlines (USA) - 113,7 Millionen Passagiere

    Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Wie viele Konkurrenten in Europa versucht Air France-KLM mit einem harten Sparkurs gegen die Verluste anzusteuern. Insgesamt sollen 5000 Stellen bei Air France und 1300 bei der niederländischen KLM wegfallen. Ob das bis zum Jahr 2015 angelegte Sparprogramm nur die Verluste verringert oder zu einem Gewinn führt, hänge von den Treibstoffkosten und der Entwicklung der Weltwirtschaft ab, sagte Finanzchef Calavia. Außerdem setzt der Konzern auf ein neues Billigkonzept: Unter der Billigmarke „Hop!“ treten die Regionalfluglinien von Air France-KLM ab Ende März gegen Konkurrenten wie Ryanair und Easyjet an.

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