
Viele McKinsey-Alumni haben es ganz nach oben geschafft. Mehr als 150 verantworten ein Geschäft von über einer Milliarde Dollar. Frank Appel (Deutsche Post) gehört dazu wie Alexander Dibelius (Goldman Sachs), Martin Blessing (Commerzbank), Torsten Oletzky (Ergo Versicherungsgruppe) oder Vodafone-Weltchef Vittorio Colao.
Es gibt viele Beispiele von Unternehmen mit Ex-Beratern an der Spitze, die ihre ehemaligen Kollegen üppig mit Aufträgen bedenken. Vor allem Marktführer McKinsey wird dabei immer wieder genannt. So war die Managementberatung jahrelang gut mit der Deutschen Telekom im Geschäft. Die Aufträge an McKinsey seien explodiert, als Klaus Zumwinkel, selbst einst McKinsey-Partner, den Vorsitz im Aufsichtsrat der Telekom übernahm, heißt es im Umfeld der Telekom. Auch der frisch gekürte Konzernchef René Obermann hat Ende 2006 seine Strategieberater vor allem mit McKinsey-Leuten besetzt. Obermann selbst hat zwar nie bei einer Beratung gearbeitet. Intern heißt es aber, die Vorliebe von Zumwinkel für McKinsey habe dabei eine Rolle gespielt.
Als Zumwinkel die Telekom Anfang 2008 wegen der Steueraffäre verließ, ebbten nach Angaben aus Konzernkreisen die Aufträge an McKinsey ab. Doch in jüngster Zeit sei die Beratung beim Bonner Riesen wieder en vogue, heißt es. Denn Claudia Nemat, selbst ehemalige McKinsey-Partnerin, ist seit vergangenen Oktober Europachefin der Telekom. „Sie vergibt zahlreiche Aufträge an ihre Exkollegen“, heißt es übereinstimmend aus drei Quellen im Unternehmen. „Das ist McKinsey 3.0 bei der Telekom.“
Nemat und Obermann wollten sich dazu nicht äußern, Zumwinkel war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Deutsche Telekom bestätigt die Mandatierung von McKinsey, „beispielsweise bei Projekten zur Weiterentwicklung der Telekom-Strategie“. Über den Umfang machte der Konzern keine Angaben. Die Auswahl einer Beratung hänge unter anderem davon ab, welche Schwerpunkte sie sich gegeben habe.
McKinsey bestreitet einen „generellen Zusammenhang zwischen dem Volumen an Beratungsaufträgen, die Unternehmen an McKinsey vergeben, und unseren Alumni dort in Schlüsselstellungen“. In den meisten Dax-Konzernen sitze eine Reihe ehemaliger McKinsey-Berater, auch in höheren Positionen. Das sei bei rund 3000 hochqualifizierten Alumni in Deutschland die statistische Normalverteilung.
Als eng gilt auch die Verzahnung zwischen Deutscher Post und McKinsey. Nicht nur der langjährige Post-Vorstandschef Zumwinkel war einst Topberater bei McKinsey, auch seinen Nachfolger Frank Appel warb er im Jahr 2000 dort ab. Schon in den 90er-Jahren begleitete die Beratung den ehemaligen Staatskonzern bei der Privatisierung. Weitere Großaufträge folgten.

Eben
eine Krähe pickt der anderen kein Auge aus.
Wer sollte sich denn darüber wirklich wundern.
Die Wirtschaft ist auch nichts anderes als eine MAFIA.
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