Handel + Dienstleister

_

Nach Abstieg: Metro plant bereits Dax-Comeback

Der Rauswurf aus dem Dax ist für den Handelsriesen Metro schmerzhaft. Doch die Düsseldorfer geben sich optimistisch. Vorstandschef Koch peilt bereits die Rückkehr in die erste Börsenliga an. Und er weiß auch schon wie.

Analyse Das sind Metros Stärken und Schwächen

Stärke 1: Hohe Ausschüttungen an die Aktionäre

Metro ist auf eins besonders stolz: Seit die Aktie am 25. Juli 1996 erstmals im Dax notiert wurde, hat der Konzern die Dividende kein einziges Mal gekürzt, geschweige denn ausfallen lassen. Angefangen mit umgerechnet 1,02 Euro pro Stammaktie blieb sie über Jahre konstant, wurde 2007 auf 1,18 Euro erhöht und sank selbst im Krisenjahr 2009 nicht.

Nach dem Rekordergebnis 2010 stieg die Dividende prompt wieder auf 1,35 Euro pro Aktie. Und obwohl Metro im vergangenen Jahr nicht gerade glänzte, werden die Aktionäre auch diesmal nicht enttäuscht. Am Mittwoch soll die Hauptversammlung erneut eine Dividende von 1,35 Euro beschließen.

Bild: APN

DüsseldorfDer Metro-Vorstand will nach dem Abstieg des Handelsriesen aus dem Börsenindex Dax das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückgewinnen. Die Entscheidung der Deutschen Börse, Metro aus dem Börsen-Spitzensegment zu verbannen, sei „schmerzhaft“, räumte Metro-Chef Olaf Koch im Namen des Vorstands in einem Brief an die Metro-Mitarbeiter ein, der Reuters am Donnerstag vorlag.

Anzeige

Der Aktienkurs der Metro habe „infolge schwacher Zahlen und diverser Problemstellungen in den vergangenen zwölf Monaten stark gelitten“, schrieb der Konzernchef. Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch, Metro könne den Platz im Dax zurückerobern und beweisen, welche Potentiale in dem Konzern steckten. „Wir setzen den eingeschlagenen Kurs fort und konzentrieren uns konsequent auf die Steigerung des Mehrwerts für den Kunden“, unterstrich Koch. Metro wolle die „Ertragskraft nachhaltig stärken“.

Metro

Die Deutsche Börse hatte am Vorabend mitgeteilt, dass MAN und Metro ihre Plätze im Dax räumen müssen. An ihrer Stelle steigen Continental und Lanxess in den Leitindex auf. Der Handelsriese, zu dem auch die Ketten Kaufhof, Real und Media-Saturn gehören, war seit Juli 1996 Mitglied im Dax. Der Metro war der geringe Streubesitz von nur rund 40 Prozent und der Sinkflug der Aktie zum Verhängnis geworden.

Die Metro-Aktie hatte in den vergangenen Jahren auch unter zahlreichen Ankündigungen und Versprechen des Managements an die Aktionäre gelitten, die nicht eingehalten wurden. So waren etwa Gewinn- und Umsatzprognosen eingestampft worden, Verkäufe von Töchtern wurden in Aussicht gestellt, ohne dass sich diese realisieren ließen. Die Verbannung aus dem Dax könnte die Aktie nun erneut unter Druck setzen. Denn viele Fonds bilden in ihren Produkten etwa den Dax ab - sie dürften sich nun von Metro-Aktien trennen oder diese künftig nicht mehr kaufen.

Es sei Vertrauen an den Kapitalmärkten verloren gegangen, das „wir uns zurück erkämpfen müssen und können“, betonte Koch: „Dabei zählen in erster Linie operative Fortschritte.“ Der neue Metro-Chef Koch will nun gezielt den Umsatz des Konzerns ankurbeln - und gleichzeitig die Kosten drücken, um Metro profitabler zu machen.

Der Dax-Abstieg „sollte für uns eher Ansporn sein, dem Markt zu zeigen, welches Potential in der Metro steckt“, appellierte Koch an die rund 280.000 Mitarbeiter. Der Vorstand wolle nun mit „professioneller Ruhe“ seine Strategie umsetzen. „Auf dieser Basis wird auch unser Dialog mit den Kapitalmärkten stattfinden, nicht in Form einer kurzfristig orientierten Ankündigungspolitik“, unterstrich Koch und rückte damit auch von seinen Vorgängern ab. „Wir sind überzeugt, dass sich dies mittelfristig auch im Wert unserer Aktie niederschlagen wird.“

Die Anleger scheinen Koch zu vertrauen: Die Metro-Aktie legte am Morgen um knapp zwei Prozent auf über 24 Euro zu - trotz des angekündigten Dax-Abstiegs, der zum 24. September wirksam wird. Zahlreiche Analysten haben Kursziele über dem gegenwärtigen Wert der Aktie gesteckt. Exane sieht das Kursziel etwa bei 29 Euro.

  • 06.09.2012, 12:13 UhrAmalia

    bei Metro hat dieser Abstieg NUR mit dem sehr schwachen Management zu tun

  • Die aktuellen Top-Themen
Neues Smartphone: Samsung verkauft zehn Millionen Galaxy S4

Samsung verkauft zehn Millionen Galaxy S4

Das neue Samsung-Smartphone Galaxy S4 greift das iPhone an: Rund einen Monat nach Verkaufsstart sind bereits zehn Millionen Stück verkauft worden. Apple geht gegen den Konkurrenten mit einer neuen Klage vor.

Champions-League-Finale: Pumas schwarz-gelbe Infusion

Pumas schwarz-gelbe Infusion

Beim Sportausrüster Puma bröckelt der Umsatz, Borussia Dortmunds Champions-League-Finalteilnahme kann ein rettender Strohhalm sein. Daher greift Puma in die Trickkiste, um den Ruhrpott-Klub international aufzuhübschen.

„Best Lawyers“-Datenbank Die Top-Wirtschaftsanwälte weltweit

Finden Sie für jeden Fall den Richtigen: Der US-Verlag Best Lawyers hat nach der Methode „Anwalt empfiehlt Anwalt“ zusammengetragen, welche Kanzleien für welches Fachgebiet bei der eigenen Profession hoch im Kurs stehen.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.