
Stärke 1: Hohe Ausschüttungen an die Aktionäre
Metro ist auf eins besonders stolz: Seit die Aktie am 25. Juli 1996 erstmals im Dax notiert wurde, hat der Konzern die Dividende kein einziges Mal gekürzt, geschweige denn ausfallen lassen. Angefangen mit umgerechnet 1,02 Euro pro Stammaktie blieb sie über Jahre konstant, wurde 2007 auf 1,18 Euro erhöht und sank selbst im Krisenjahr 2009 nicht.
Nach dem Rekordergebnis 2010 stieg die Dividende prompt wieder auf 1,35 Euro pro Aktie. Und obwohl Metro im vergangenen Jahr nicht gerade glänzte, werden die Aktionäre auch diesmal nicht enttäuscht. Am Mittwoch soll die Hauptversammlung erneut eine Dividende von 1,35 Euro beschließen.

Französischer Konkurrent hat Dividende halbiert
Die Ausschüttungsquote von Metro - sie gibt an, wie viel Prozent des Gewinns je Aktie an die Aktionäre verteilt werden - liegt damit bei 51,3 Prozent. Sie ist, das Krisenjahr 2009 ausgenommen, deutlich höher als in der Vergangenheit. Metro wird sich die Kritik gefallen lassen müssen, der Konzern zahle zu viel Dividende. Denn eins steht fest: Das an die Aktionäre ausgeschüttete Geld fehlt für Investitionen. So hat der französische Konkurrent Carrefour die Dividende für 2011 rigoros um mehr als die Hälfte eingedampft. Metro dagegen hält an den üppigen Dividenden fest, denn der Konzern erhofft sich dadurch - auch bei Ertragsschwäche - eine langfristige Bindung der Anleger. Und: Großaktionär Haniel und dessen rund 650 Familiengesellschafter kalkulieren mit stabilen Ausschüttungen - und dürften sie, wenn nötig, mit Nachdruck einfordern.

Stärke 2: Großes Potenzial im Kerngeschäft
Zwar konnte das für Metro wichtige Großhandelsgeschäft (Cash & Carry) im vergangenen Jahr beim Umsatz nicht zulegen. Aber: Es ist und bleibt ein Wachstumsformat, das sich ohne großen Aufwand ins Ausland exportieren lässt. Innerhalb der letzten elf Jahre hat sich die Anzahl der Standorte mehr als verdoppelt - auf insgesamt 728. Cash & Carry ist in 30 Ländern Europas, Asiens und Afrikas präsent, und in vielen Ländern entwickeln sich professionelle Strukturen im Großhandel gerade erst. Die Vertriebslinie soll vor allem in den Wachstumsmärkten China, Russland und der Türkei expandieren.
Allerdings muss Metro auch zusehen, dass Cash & Carry in den reifen, gesättigten Märkten Westeuropas neue Kunden gewinnt - etwa durch einen besseren Außendienst, attraktivere Sortimente mit mehr Eigenmarken oder Serviceangebote. Im Schnitt decken die Gewerbetreibenden bei Cash & Carry zehn bis 20 Prozent ihres Bedarfs. Dahinter steckt noch viel Potenzial, auch im hart umkämpften Geschäft in Deutschland.

Neue Strategien für Geschäftskunden
Das zeigt sich an dem Belieferungsservice, der im Gegensatz zu den Läden stark wächst. Seit 2009 bringt Metro Kunden aus Hotellerie, Gastronomie, Catering, Kiosken und Imbissbetrieben die Ware an die Tür und erreicht damit Kunden, die vorher nicht zu Cash & Carry kamen. Zudem hat Metro eine gute Ausgangsposition für die gezielte Ansprache der Kunden: Millionen Daten geben Auskunft, was und wie viel gekauft wird. Die Ergebnisse müssen nur ausgewertet und umgesetzt werden.

Stärke 3: Überdurchschnittliche Kapitalverzinsung
Auch wenn die Gewinnmarge (Ebit) nicht zwangsläufig darauf schließen lässt: Eine Stärke von Metro ist die hohe Kapitalrendite - gerade im Vergleich mit anderen europäischen Handelskonzernen wie Carrefour und Tesco. Das Kapital, das Metro für das Geschäft einsetzt, verzinst sich deutlich besser als bei der Konkurrenz.
Das liegt daran, dass die Lieferanten Metro zwar nur selten die besten Einkaufspreise, dafür aber sehr lange Zahlungsziele einräumen. Das hat für den Konzern enorme wirtschaftliche Vorteile. Indem die Ware erst Wochen nach dem Verkauf bei den Lieferanten bezahlt wird, hat Metro einen nicht unerheblichen Cash-Überhang.

Nur Konkurrent Wal-Mart hat bessere Kapitalrendite
So haben die Analysten von Barclays errechnet, dass die Kapitalrendite von Metro, also das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Prozent vom eingesetzten Kapital (auch "Return on Capital Employed", kurz RoCE, genannt), im vergangenen Jahr bei 16,9 Prozent lag. Toppen konnte das nur Marktführer Wal-Mart aus den USA, der auf stattliche 19,7 Prozent kam. Carrefour aus Frankreich und selbst Tesco aus Großbritannien reichten mit Werten von 13,3 und 13,8 Prozent nicht an die hohe Kapitalrendite von Metro heran. Der Grund: Schon 1999 führte Metro die Kapitalrendite, damals noch den "Economic Value Added" (EVA), als zentrale Steuerungsgröße zur Steigerung des Unternehmenswerts ein. Die erfolgsabhängige Vergütung des gesamten Vorstands hängt seitdem wesentlich davon ab, wie sich die Kapitalrendite und das Nettoergebnis des Konzerns entwickeln.

Schwäche 1: Geringes Vertrauen der Anleger
Der Aktienkurs ist Metros wunder Punkt. Zwar kostet die Aktie aktuell 23 Euro - und ist damit noch etwas entfernt von ihrem Tiefstkurs. Allerdings war im Oktober 2002, als die Aktie nur noch 15,77 Euro wert war, auch das Marktumfeld katastrophal. Gut ein Jahr nach den Terroranschlägen vom 11. September hatte die Deutsche Börse das Ende des Neuen Marktes verkündet. Es herrschte Panik an den Märkten, nachdem sich der Dax innerhalb weniger Monate mehr als halbiert hatte.
Es ist vielmehr die schlechte Entwicklung der Aktie im Vergleich zum Deutschen Aktienindex (Dax) und zum Branchenindex Dow Jones Euro Stoxx Retail, die Metro Sorgen machen dürfte. Nachdem die Aktie 2010 den Dax deutlich geschlagen hatte, folgte im vergangenen Jahr die Ernüchterung. Selbst die Erhöhung der Dividende um fast 15 Prozent konnte den Kurs nicht stützen. Nach der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Halbjahr geriet er weiter unter Druck. Als im Dezember die Prognose kassiert wurde, brach die Aktie ein und fiel auch 2012 weiter.

Kunden sind keine Handpuppen: Metro-Konzern ist zu arrogant
Viel zu lange hat Metro versäumt, Kunden zielgerichtet anzusprechen. Wie viele andere Handelskonzerne auch neigten die Düsseldorfer in den Jahren, in denen es für den Konzern gut lief, zu Arroganz - bisweilen zu Ignoranz. Das ist gefährlich in einer Branche, die in Sachen Sortiment und Preise derart dynamisch ist. Zwar predigte Ex-Metro-Chef Eckhard Cordes den dringend nötigen Wandel vom einkaufs- hin zum kundenorientierten Konzern - in vielerlei Hinsicht aber blieb es bei Vorsätzen.

Schwäche 2: Schrumpfender Umsatz
Ein Manko von Metro ist die Flächenproduktivität. Sie gibt an, wie viel der Konzern pro Quadratmeter im Schnitt umsetzt - und sie nimmt sowohl bei Cash & Carry als auch bei Media-Saturn seit Jahren kontinuierlich ab. Erlöste Metro im Großhandelsgeschäft 2007 noch 6 502 Euro pro Quadratmeter, waren es im vergangenen Jahr 855 Euro weniger. Auch im Elektronikhandel wird die Entwicklung deutlich: Hier verlor Metro innerhalb von fünf Jahren 7,5 Prozent Umsatz pro Quadratmeter.
Das ist ein Problem, denn es zeigt, dass Metro auf vergleichbarer Fläche - in lokaler Währung - schrumpft. Die schwierige wirtschaftliche Lage in einigen Ländern Europas, die Kaufzurückhaltung und negative Währungseffekte belasten das Geschäft. Doch das gilt auch für die Konkurrenz. Der Konzern verliert Kunden - und weiß das auch. So muss Cash & Carry, gerade was die Attraktivität des Angebots jenseits von Lebensmitteln angeht, aufholen. Bei Media-Saturn wandern viele Kunden wegen der günstigeren Preise zu anderen Anbietern ins Internet ab.

Interne Streitereien
Zusätzlich belasteten interne Streitereien die Metro-Aktie ab September 2011. Die damaligen Spitzen von Vorstand und Aufsichtsrat, Eckhard Cordes (links) und Jürgen Kluge (rechts), kämpften wochenlang verbissen um die Macht im Konzern. Großaktionär Haniel mischte sich ein, agierte aber glücklos. Es verging kein Tag ohne Schlagzeilen. Das öffentliche Spektakel hat Metro viel Vertrauen an den Märkten gekostet, denn die Anleger mögen es gar nicht, wenn ihre Unternehmen negativ in der Zeitung stehen.
Stärke 1: Hohe Ausschüttungen an die Aktionäre
Metro ist auf eins besonders stolz: Seit die Aktie am 25. Juli 1996 erstmals im Dax notiert wurde, hat der Konzern die Dividende kein einziges Mal gekürzt, geschweige denn ausfallen lassen. Angefangen mit umgerechnet 1,02 Euro pro Stammaktie blieb sie über Jahre konstant, wurde 2007 auf 1,18 Euro erhöht und sank selbst im Krisenjahr 2009 nicht.
Nach dem Rekordergebnis 2010 stieg die Dividende prompt wieder auf 1,35 Euro pro Aktie. Und obwohl Metro im vergangenen Jahr nicht gerade glänzte, werden die Aktionäre auch diesmal nicht enttäuscht. Am Mittwoch soll die Hauptversammlung erneut eine Dividende von 1,35 Euro beschließen.
DüsseldorfDer Metro-Vorstand will nach dem Abstieg des Handelsriesen aus dem Börsenindex Dax das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückgewinnen. Die Entscheidung der Deutschen Börse, Metro aus dem Börsen-Spitzensegment zu verbannen, sei „schmerzhaft“, räumte Metro-Chef Olaf Koch im Namen des Vorstands in einem Brief an die Metro-Mitarbeiter ein, der Reuters am Donnerstag vorlag.
Der Aktienkurs der Metro habe „infolge schwacher Zahlen und diverser Problemstellungen in den vergangenen zwölf Monaten stark gelitten“, schrieb der Konzernchef. Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch, Metro könne den Platz im Dax zurückerobern und beweisen, welche Potentiale in dem Konzern steckten. „Wir setzen den eingeschlagenen Kurs fort und konzentrieren uns konsequent auf die Steigerung des Mehrwerts für den Kunden“, unterstrich Koch. Metro wolle die „Ertragskraft nachhaltig stärken“.
Die Deutsche Börse hatte am Vorabend mitgeteilt, dass MAN und Metro ihre Plätze im Dax räumen müssen. An ihrer Stelle steigen Continental und Lanxess in den Leitindex auf. Der Handelsriese, zu dem auch die Ketten Kaufhof, Real und Media-Saturn gehören, war seit Juli 1996 Mitglied im Dax. Der Metro war der geringe Streubesitz von nur rund 40 Prozent und der Sinkflug der Aktie zum Verhängnis geworden.
Die Metro-Aktie hatte in den vergangenen Jahren auch unter zahlreichen Ankündigungen und Versprechen des Managements an die Aktionäre gelitten, die nicht eingehalten wurden. So waren etwa Gewinn- und Umsatzprognosen eingestampft worden, Verkäufe von Töchtern wurden in Aussicht gestellt, ohne dass sich diese realisieren ließen. Die Verbannung aus dem Dax könnte die Aktie nun erneut unter Druck setzen. Denn viele Fonds bilden in ihren Produkten etwa den Dax ab - sie dürften sich nun von Metro-Aktien trennen oder diese künftig nicht mehr kaufen.
Es sei Vertrauen an den Kapitalmärkten verloren gegangen, das „wir uns zurück erkämpfen müssen und können“, betonte Koch: „Dabei zählen in erster Linie operative Fortschritte.“ Der neue Metro-Chef Koch will nun gezielt den Umsatz des Konzerns ankurbeln - und gleichzeitig die Kosten drücken, um Metro profitabler zu machen.
Der Dax-Abstieg „sollte für uns eher Ansporn sein, dem Markt zu zeigen, welches Potential in der Metro steckt“, appellierte Koch an die rund 280.000 Mitarbeiter. Der Vorstand wolle nun mit „professioneller Ruhe“ seine Strategie umsetzen. „Auf dieser Basis wird auch unser Dialog mit den Kapitalmärkten stattfinden, nicht in Form einer kurzfristig orientierten Ankündigungspolitik“, unterstrich Koch und rückte damit auch von seinen Vorgängern ab. „Wir sind überzeugt, dass sich dies mittelfristig auch im Wert unserer Aktie niederschlagen wird.“
Die Anleger scheinen Koch zu vertrauen: Die Metro-Aktie legte am Morgen um knapp zwei Prozent auf über 24 Euro zu - trotz des angekündigten Dax-Abstiegs, der zum 24. September wirksam wird. Zahlreiche Analysten haben Kursziele über dem gegenwärtigen Wert der Aktie gesteckt. Exane sieht das Kursziel etwa bei 29 Euro.

bei Metro hat dieser Abstieg NUR mit dem sehr schwachen Management zu tun
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