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Nach der Insolvenz: „Konzept von Woolworth hat keine Zukunft“

Der vorläufige Woolworth-Insolvenzverwalter Ottmar Hermann sieht zwar gute Chancen für eine Weiterführung der Billigwarenhauskette. Doch diesen Optimismus teilen nicht alle. So sagt Handelsexperte Thomas Roeb: "Das Konzept hat ganz sicher keine Zukunft." Für die Filialen des Unternehmens gibt es aber Kaufinteressenten.

Eine Filiale der Warenhauskette Woolworth in Frankfurt. Quelle: ap
Eine Filiale der Warenhauskette Woolworth in Frankfurt. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Das Problem der Billigwarenhauskette vergleicht der Professor der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit dem der inzwischen verschwundenen Kaufhalle und bringt es folgendermaßen auf den Punkt: "Weniger Auswahl zu höheren Preisen funktioniert bei vernünftigen Alternativen nicht." Woolworth habe nicht etwa wegen Managementfehlern in jüngster Zeit Insolvenz beantragen müssen, sondern befinde sich seit gut zehn Jahren in der Krise, sagte Roeb im Gespräch mit Handelsblatt.com.

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Für die Woolworth-Filialen gibt es unterdessen erste Kaufinteressenten. Nachdem Woolworth Deutschland am Osterwochenende Insolvenz angemeldet hatte und nun knapp 10 000 Mitarbeiter um ihren Job bangen müssen, könnte etwa die Drogeriekette Rossmann ein Auge auf das ein oder andere Geschäft werfen. Rossmann hat erst am 31. März eine zweigeschossige Filiale in Celle eröffnet, bei der es sich um ein ehemaliges Textilkaufhaus handelt. 1 000 der 1 600 Quadratmeter nutzt die Drogeriemarktkette als Verkaufsfläche, den Rest als Lager- und Besprechungsräume. Zur möglichen Übernahme von Woolworth-Filialen sagte ein Unternehmenssprecher Handelsblatt.com: "Rossmann hat grundsätzlich immer Interesse an Standorten, die von Größe und Lage her zu uns passen." Konkrete Gespräche gebe es aber noch nicht.

Geschäfte mit mehr als 2 000 Quadratmeter Fläche seien zu groß für Rossmann allein. Sie mit Partnern zu übernehmen, sei problematisch, weil die Kette damit zu wenig Erfahrung habe. "1 000 Quadratmeter machen wir aber locker voll." Das Unternehmen habe mehrere zweigeschossige Filialen und beurteile diese positiv.

Die Drogeriekette DM hat sogar konkretes Interesse an der Übernahme von Filialen der insolventen Billigkaufhauskette Woolworth Deutschland angemeldet. "Woolworth hat sicher einige Standorte, die für uns sehr gut denkbar wären", sagte DM-Chef Erich Harsch der "Financial Times Deutschland". "Wir sind jederzeit offen für Gespräche." DM würde sich freuen, an diesen Standorten langfristig sichere Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen.

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