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Nach Flughafen-Streiks: Sicherheitsbranche stimmt über Schlichterspruch ab

Die Beschäftigten der Sicherheitsbranche stimmen über einen Tarif-Kompromiss ab. Der Vorschlag des Schlichters sieht kräftige Lohnzuschläge vor, die Gewerkschaft empfiehlt Zustimmung.

Mehrmals bestreikte die Gewerkschaft ver.di die Flugäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn. Quelle: SAP/dpa
Mehrmals bestreikte die Gewerkschaft ver.di die Flugäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn. Quelle: SAP/dpa

DüsseldorfNach den folgenschweren Streiks an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn hat die Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder über den Schlichterspruch für das Sicherheitsgewerbe begonnen. Das Ergebnis werde am kommenden Montag vorliegen, sagte Verdi-Sprecher Günter Isemeyer in Düsseldorf. Die Verdi-Tarifkommission hat den Gewerkschaftsmitgliedern die Annahme des Schlichtervorschlags empfohlen.

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Sollten die Mitglieder dennoch ablehnen, droht eine Fortsetzung des monatelangen Arbeitskampfs. In Hamburg hatten die Verdi-Mitglieder ein erstes Ergebnis abgelehnt. Nach Verdi-Angaben sieht der Schlichterspruch eine Lohnerhöhung in den untersten Lohngruppen von 10,2 Prozent vor - bei zwei Jahren Laufzeit.

Die Löhne sollen von 8,15 bzw. 8,23 Euro auf 9 Euro pro Stunde steigen. Für die Passagierkontrolleure an den Flughäfen sei eine Erhöhung von 18,1 Prozent vorgesehen. In der Fracht- und Warenkontrolle an den Airports sollen 22,3 Prozent mehr gezahlt werden. Verdi hatte 30 Prozent für die 34 000 Beschäftigten des privaten Sicherheitsgewerbes in NRW gefordert.

Streiks und Warnstreiks im deutschen Luftverkehr

  • 21. März 2012

    Am Frankfurter Flughafen fallen während eines fünftägigen Arbeitskampfes mehr als 1700 Flüge aus, rund 170 000 Passagiere sind betroffen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

  • 27. März

    Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld legen rund 1500 Beschäftigte des Bodendienstleisters Globeground die Arbeit nieder.

  • 7. September

    Die Gewerkschaft Ufo verursacht den bislang größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100 000 Passagiere sind betroffen. Es ist der erste bundesweite Streik der rund 18 000 Lufthansa-Flugbegleiter. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

  • 10. Dezember

    Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals führen an mehreren deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

  • 18. Januar 2013

    Ein Streik legt den Hamburger Flughafen weitgehend lahm. Die meisten Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen folgen einem Verdi-Aufruf und legen für den ganzen Tag die Arbeit nieder. Betroffen sind rund 19 000 Reisende.

  • 24./ 25. Januar

    Ein Streik des privaten Sicherheitspersonals auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sorgt für große Behinderungen. Hunderte Flüge fallen aus.

  • 14./ 15. Februar

    Streiks der Sicherheitskräfte in Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn legen den Betrieb erneut fast komplett lahm.

  • 20. Februar

    Die Streiks gehen in Hamburg weiter, vor den Terminals gibt es wieder lange Warteschlangen.

  • 26. Februar

    In der ersten Runde der Tarifverhandlungen bei der Lufthansa kommen sich die Parteien nicht näher. Die Gespräche werden auf den 22. März vertagt.

  • 20. März 2013

    Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde ruft Verdi zu Warnstreiks an den Standorten Frankfurt, Berlin und Hamburg auf. Die Gewerkschaft Verdi vertritt vor allem Beschäftigte in den Boden- und Serviceeinheiten der Lufthansa.

Laut Verdi wäre der Schlichtervorschlag branchenübergreifend einer der bundesweit höchsten Tarifabschlüsse der jüngeren Zeit. Die Arbeitgeber haben dem Schlichterspruch bereits verbindlich zugestimmt. Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem von NRW-Landesschlichter Bernhard Pollmeyer vorgeschlagenen Abschluss. Das Ergebnis suche seinesgleichen. Die Streiks hätten sich gelohnt, die Niedriglöhne würden deutlich angehoben.

Die Abstimmung der Verdi-Mitglieder läuft in den 20 Betrieben, die sich an den Streiks beteiligt hatten. Notwendig ist eine einfache Mehrheit. Arbeitgeber und Arbeitnehmer hatten sich am 18. März darauf geeinigt, den Landesschlichter einzuschalten. Er soll nun auch den Hamburger Tarifkonflikt schlichten. In dem Arbeitskampf waren in den vergangenen Monaten die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn immer wieder tagelang bestreikt worden. Allein in Düsseldorf fielen durch die Streiks des Sicherheitspersonals über 1000 Flüge aus, mehr als 100 000 Fluggäste waren betroffen.

  • Die aktuellen Top-Themen
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