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Nach geplatzter Fusion: Deutsche Börse schüttet Geld an Aktionäre aus

Nach der geplatzten Fusion mit der Nyse lockt die Deutsche Börse mit einer Sonderdividende und einem Aktienrückkaufprogramm. Der gescheiterte Deal kostet die Firma allerdings einen zweistelligen Millionenbetrag.

Die Deutsche Börse in Frankfurt. Quelle: dpa
Die Deutsche Börse in Frankfurt. Quelle: dpa

FrankfurtDie Deutsche Börse kostet die geplatzte Fusion mit der Nyse Euronext 82,2 Millionen Euro. Das teilte das Unternehmen am Abend bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen für 2011 mit. Nur bei Nichtberücksichtigung dieses Postens ist es dem Unternehmen gelungen, die „bereinigten“ Kosten gegenüber 2010 minimal auf 1,13 Milliarden Euro zu senken.

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Gestiegen ist indes der Umsatz. Der Handelskonzern setzte im vergangenen Jahr sechs Prozent mehr um (2,23 Milliarden Euro), der bereinigte Konzerngewinn stieg um 15 Prozent auf 833 Millionen Euro.

Deutsche Börse-Chef Reto Francioni hatte in den vergangenen Monaten versucht, das eigene Unternehmen mit dem US-Börsenplatzbetreiber Nyse Euronext zusammen zu führen. Das Vorhaben scheiterte jedoch an der Europäischen Kommission, die eine zu große Marktmacht des neuen Konzerns beim Handel mit Derivaten befürchtete. Der wegen der gescheiterten Übernahme unter Druck geratene Manager erhielt am Montag auf einer Aufsichtsratssitzung Rückendeckung. Das Gremium stellte sich einstimmig hinter den Schweizer. Der Aufsichtsrat verlängerte zudem den Vertrag von Finanzvorstand Gregor Pottmeyerbis bis Oktober 2017.

„Unser Ausblick für 2012 ist positiv“, wird Konzernchef Francioni in einer Unternehmsmitteilung zitiert. „Nach der Entscheidung der EU Kommission richten wir unseren Blick ausschließlich nach vorn. Wir setzen nun unsere Wachstumsstrategie mit erhöhtem Tempo fort und greifen unregulierte und unbesicherte Märkte an.“

Das Kostenmanagement habe weiterhin hohe Priorität. Die Deutsche Börse hatte unter anderem in den vergangenen Jahren ihren Konzernsitz von Frankfurt ins nahe gelegene Eschborn verlegt, um Gewerbesteuer zu sparen.

Ihre Aktionäre will die Börse nach der geplatzten Fusion mit der Nyse Euronext mit einer Sonderdividende und einem Aktienrückkaufprogramm bei der Stange halten. Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Jahr 2011 eine Dividende von 3,30 Euro je Aktie erhalten, kündigte das Unternehmen am Montagabend an. Die regulären Dividende solle auf 2,30 Euro steigen, zudem sollen die Anteilseigener eine Sonderdividende von einem Euro erhalten.

Darüber hinaus plane der Vorstand für das zweite Halbjahr 2012 Aktienrückkäufe im Umfang von bis zu 200 Millionen Euro, kündigte der Konzern an. „Damit folgt das Unternehmen seinen Kapitalmanagementgrundsätzen, überschüssige Barmittel an die Aktionäre auszuschütten, sofern es die Entwicklung des operativen Geschäfts, Investitions-, Liquiditäts- und Ratingüberlegungen erlauben.

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Auch im letzten Quartal des vergangenen Jahres konnte die Börse trotz der schwelenden europäischen Staatsschuldenkrise den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern. Es ging um vier Prozent auf 541,4 Millionen Euro nach oben.

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