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Nach Weihnachtsgeschäft: Paketfirmen kämpfen mit Retouren

Paketdienste haben im Weihnachtsgeschäft pro Tag mehr als doppelt so viele Sendungen bearbeitet wie sonst. Jetzt laufen die Retouren an – während der Einzelhandel zwischen den Feiertagen mit sattem Umsatz rechnet.

Paketverteilzentrum in Alzenau (Archiv). Quelle: dapd
Paketverteilzentrum in Alzenau (Archiv). Quelle: dapd

BerlinEinkäufe kurz vor Toresschluss haben dem deutschen Einzelhandel voraussichtlich Rekordumsätze im Weihnachtsgeschäft beschert. Logistikunternehmen wie die Post oder Hermes profitieren zudem vom Trend zum Einkauf per Mausklick oder Telefon.

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„Wir rechnen zwischen den Feiertagen mit vollen Innenstädten, weil viele Kunden Urlaub haben und ihre Geldgeschenke oder Gutscheine einlösen werden“, sagte ein Sprecher des Branchenverbandes HDE am Donnerstag. „Das sind sehr umsatzträchtige Tage.“ Der HDE zeigte sich deshalb optimistisch, dass der Weihnachtsumsatz um 1,5 Prozent auf das Rekordniveau von 80,4 Milliarden Euro steigen wird. „Wir halten an unserem Ziel fest“, sagte Hertel.

Online-Käufer zittern Klappt es noch bis Weihnachten?

Während sich zehntausende Kunden dieses Weihnachten erstmals in den virtuellen Shopping-Spaß stürzen, ächzen die Zusteller unter der gewaltigen Paket-Flut. Was die Branche tut, um dem Last-Minute-Ansturm Herr zu werden.

In der Woche vor Heiligabend hatte das bis dahin durchwachsende Weihnachtsgeschäft nach Angaben des HDE deutlich an Schwung gewonnen. „Besonders gut lief es im Sporthandel wegen des Wintereinbruchs“, sagte Hertel. „Auch Haushaltswaren, Glas, Porzellan und Keramik sowie Schmuck, Parfüm und Elektronik wie Smartphones oder Tablet-Rechner waren gefragt.“

Bei der Post sorgt das Internet-Shoppping für florierende Paketgeschäfte. „Wir haben im Dezember zehn Prozent mehr Volumen transportiert als im Vorjahr“, sagte ein Konzernsprecher. Sieben Millionen Pakete seien im Durchschnitt pro Tag auf den Weg gebracht worden. In anderen Monaten seien es täglich drei Millionen Sendungen. Hauptwachstumstreiber seien die Onlinebestellungen der Kunden.

Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke der Deutschen

  • Platz zehn

    Platz 10

    Gadgets für den Gabentisch: Jeder Fünfte wünscht sich Notebook, PC oder Tablet-Computer zum Fest (22 Prozent).

  • Platz neun

    Platz 9

    Geschenk für die Seele: Viele Menschen wünschen sich Massagen, Wellness- oder Schönheitsanwendungen (22 Prozent, Vorjahr: 21 Prozent).

  • Platz acht

    Platz 8

    Smartphones werden immer beliebter: Wünschten sich 2011 noch 15 Prozent der Verbraucher ein Multimedia-Handy, sind es in diesem Jahr 23 Prozent. Auch die Auswahl ist in diesem Jahr deutlich größer – hier ein iPhone.

  • Platz sieben

    Platz 7

    Ringe, Ketten und Uhren sind traditionell beliebte Geschenke zum Fest. Wie im Vorjahr wünscht sich fast jeder Vierte Schmuck (23 Prozent).

  • Platz sechs

    Platz 6

    Alternative zu Bargeld: 24 Prozent der Deutschen wollen Geschenkgutscheine, deutlich weniger als im Vorjahr (36 Prozent).

  • Platz fünf

    Platz 5

    In den Parfümerien ist viel los: Kosmetik und edle Düfte sind zum Fest ein Renner und stehen bei jedem Vierten auf dem Wunschzettel (24 Prozent).

  • Platz vier

    Platz 4

    In vielen Geschenken ist Musik drin: 26 Prozent der Verbraucher wünschen sich CDs.

  • Platz drei

    Platz 3

    Nicht gerade billig, aber trotzdem beliebt: Jeder Vierte wünscht sich eine Reise (26 Prozent, 2011: 22 Prozent).

  • Platz zwei

    Platz 2

    Ein paar Schmöker für die kalten Tage – Bücher sind ein Geschenkeklassiker. 41 Prozent der Deutschen wünschen sich Lektüre. Allerdings ist die Leseleidenschaft laut der Deloitte-Umfrage deutlich zurückgegangen, 2011 standen Bücher noch auf jedem zweiten Wunschzettel (51 Prozent).

  • Platz eins

    Platz 1

    Nur Bares ist Wahres. Nach diesem Motto wünschen sich 46 Prozent der Menschen in Deutschland Geld zum Fest, noch einmal mehr als im Vorjahr (2011: 43 Prozent).

Auch das Logistikunternehmen Hermes, das die Waren des Versandhändlers Otto zustellt, profitiert vom Paketboom. Hermes-Sprecher Martin Frommhold betonte, das Weihnachtsgeschäft sei „sehr, sehr gut“ gelaufen. Aber es sei noch nicht zu Ende. „Wir sind mitten in der Großkampfzeit mit Retouren.“ Ein Phänomen im Einkaufsverhalten sei der Trend zum „last-minute-shopping“. Der Höhepunkt für Weihnachtskäufe verlagere sich immer mehr nach hinten. „Für Otto haben wir eingerichtet, dass Kunden am Sonntag noch bestellen konnten und bis Montag geliefert wurde.“ Davon habe eine hohe fünfstellige Zahl an Kunden Gebrauch gemacht, erklärte Frommhold.

Ein Sprecher des Handelsriesen Metro mit seinen Töchtern Kaufhof, Media Markt/Saturn und Real wollte sich nicht in die Karten gucken lassen. Er sagte lediglich: „Am Samstag vor Weihnachten gab es eine sehr hohe Kundenfrequenz.“ Bei Douglas wollte man sich einem Sprecher zufolge so kurz nach den Feiertagen zunächst einen Überblick verschaffen.

Wo die Deutschen am liebsten shoppen

  • Kudamm

    Berlin hat zwar neben München die meisten Spitzenlagen insgesamt, kommt aber in der Top Ten der erfolgreichsten Einkaufsmeilen nicht vor. Der innerstädtische Konkurrenzkampf ist wahrscheinlich zu groß: Neben dem Kudamm zählen Tauentzienstraße, Alexanderplatz, Wilmersdorfer Straße und Friedrichstraße zu den „Hochfrequenz"-Einkaufsmeilen. Das bedeutet mehr als 5000 Menschen laufen hier pro Stunde entlang.

  • Das Segment der Luxusstraßen führt die Düsseldorfer Königsallee (5.935) unangefochten an, liegt im Gesamtranking aber auf Platz 33. Nach ihr kommt mit einigem Abstand erst der Neue Wall in Hamburg (2.835) und dann auf Platz 3 die Stuttgarter Stiftstraße (2.310). Darauf folgen die Münchner Maximilianstraße (1.800) und die Goethestraße in Frankfurt (1.520).

  • Neuhauser Straße

    Platz 10: Die Neuhauser Straße ist nicht mehr Münchens meistbesuchte Straße. Waren es 2011 noch 13.515 Passanten, die pro Stunde hier entlang liefen, sind es inzwischen 9275 Fußgänger.

  • Ludgeristraße

    Platz 9: Die Ludgeristraße in Münster ist seit 1969 reine Fußgängerzone. Sie beginnt am südlichen Ende des Prinzipalmarktes, und verläuft an den Münster Arkaden vorbei, hin zum Ludgeriplatz. 2008 hatte die Straße erstmals den Sprung in die Gruppe der zehn erfolgreichsten Einkaufsmeilen geschafft und war direkt auf Platz 4 gelandet. Insgesamt 9420 Passanten wurden hier pro Stunde gezählt.

  • Westenhellweg

    Platz 8: Der Westenhellweg ist Dortmunds größte Einkaufsstraße. Die Fluglinie Easyjet warb im Ausland mit der „Prachtstraße", um Flüge in die westfälische Stadt an den Mann zu bringen. Der Verlauf der Straße hat eine lange Geschichte: Es handelt sich um einen mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße, die schon Karl der Große genutzt haben soll.

  • Spitaler Straße

    Platz 7: Auf der Spitaler Straße in Hamburg wurden 9840 Passanten pro Stunde gezählt.

  • Flinger Straße

    Platz 6: Die Flinger Straße in Düsseldorfs Altstadt schafft es zum ersten Mal nach weiter vorn im Ranking: Mit 10.150 Passanten springt sie von Platz 29 nach vorn. Auf der bisher beliebtesten Einkaufsstraße der Stadt finden umfangreiche Bauarbeiten statt, daher rühre die Verschiebung der Verhältnisse begründen die Mache der Studie von Jones Lang LaSalle.

  • Mönckebergstraße

    Platz 5: Eine zweite Hamburger Einkaufsmeile, die es unter die ersten zehn geschafft hat, ist die Mönckebergstraße mit 10.380 Passanten pro Stunde. Sie wurde 1909 dem Verkehr übergeben und benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister der Hansestadt, Johann Georg Mönckeberg, der im Vorjahr der Einweihung gestorben war.

  • Königsstraße

    Platz 4: Die Königsstraße in Stuttgart misst immerhin 1,2 Kilometer. Sie durchzieht die baden-württembergische Landeshauptstadt: Vom Hauptbahnhof führt sie am Schlossplatz, dem Kunstmuseum und einigen Landesministerien vorbei. 11.335 Passanten bewegen sich hier pro Stunde entlang.

  • Zeil

    Platz 3: Die Zeil in Frankfurt am Main. Die Einkaufsstraße in Deutschlands Finanzmetropole ist die am stärksten frequentierte Shopping-Meile in der Republik. In den 70er Jahren wurde aus der Zeil eine reine Fußgängerzone. Mit 500 Metern Länge gehört die Einkaufspassage in Frankfurt zum mittleren Schnitt. Jahresmiete pro Quadratmeter: 3.480 Euro, Monatsmiete pro Quadratmeter: 290 Euro, Veränderung zum Vorjahr: + 7,4 Prozent.

  • Schildergasse

    Platz 2: Schildergasse in Köln. Vor allem zur Weihnachtszeit drängen sich durch die schmale Einkaufspassage unglaubliche Menschmassen. Dann ist es kaum möglich von der einen Straßenseite zur anderen zu gelangen. Das kann in der vorweihnachtlichen Zeit gut und gerne mal eine kleine Ewigkeit dauern. Insgesamt ist die Schildergasse rund 500 Meter lang. Untersuchungen haben ergeben, dass in diesem Jahr durchschnittlich knapp 13.000 Besucher pro Stunde die Einkaufsstraße durchliefen.

  • Kaufingerstraße

    Platz 1: Kaufingerstraße in München. Die Kaufingerstraße ist das teuerste, was Deutschland zu bieten hat. 1239 wird die Straße erstmals erwähnt, als Zeuge tritt damals der Patrizier Chunradius Choufringer auf, der dann als Namensgeber diente. Jahresmiete pro Quadratmeter: 4.200 Euro, Monatsmiete pro Quadratmeter: 350 Euro, Veränderung zum Vorjahr: + 6,1 Prozent.

 




  • 27.12.2012, 22:42 Uhrholyowly

    Falsch - Paketfirmen LEBEN von Retouren. Kämpfen tun die Händler ....

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