
Frankfurt/DüsseldorfBeim insolventen Versandhändler Neckermann zeichnet sich das endgültige Aus für den großen Unternehmensteil der Logistik ab. „Es gibt keinen Investor, der sich dafür interessiert“, sagte am Montag der Frankfurter Verdi-Sekretär Bernhard Schiederig. Im Lager in Frankfurt-Fechenheim arbeiten rund 820 Menschen, die demnach in der kommenden Woche arbeitslos werden. Dann läuft das von der Arbeitsagentur gezahlte Insolvenzgeld aus.
Für andere Neckermann-Geschäftsbereiche mit über 1000 weiteren Beschäftigten soll es hingegen noch aussichtsreiche Verhandlungen geben, hieß es am Montag nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses.
Indes übernimmt der unter dem Namen Klingel bekannte Pforzheimer Versandhändler K-Mail Order die auf Übergrößen spezialisierte Neckermann-Tochter Happy Size-Company. Das teilte Insolvenzverwalter Niklas Lütcke von der Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle am Montag mit. Der Großteil der jetzt noch rund 80 Arbeitsplätze bei der Neckermann-Tochter solle erhalten bleiben.
Das Bundeskartellamt hatte die von K-Mail angemeldeten Übernahmepläne bereits gebilligt. Die Klingel-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben knapp 2000 Menschen in Pforzheim und ist in zwölf europäischen Ländern vertreten. Sie sieht sich als drittgrößter Versandhändler in Deutschland.
Neckermann gab Mitte Juli bekannt, den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu wollen - obwohl der Eigentümer dem Unternehmen weitere Zuschüsse für die Sanierung verweigert. Grundsätzlich gilt deswegen nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen (VZS): Wer bestellt hat, muss auch beliefert werden. Bei endgültiger Eröffnung einer Insolvenz sollten aber Ansprüche aus Anzahlungen oder etwa Gutscheinen beim Insolvenzverwalter angemeldet werden.
Laut VZS gehen An- und Vorauszahlungen bei einer Insolvenz im schlimmsten Fall in die Konkursmasse über. Der Insolvenzverwalter kann aber entscheiden, ob solche teilweise erfüllten Geschäfte noch abgewickelt werden. Lehnt der Insolvenzverwalter dies jedoch ab, besteht für Verbraucher nur die Hoffnung, aus der Konkursmasse befriedigt zu werden. Verbraucher sind jedoch nachrangige Gläubiger. Die Chancen sind deswegen allgemein schlecht. Verbraucher, die Waren auf Raten gekauft haben, müssen weiter zahlen. Auch auf Rechnung erworbene Ware muss bei Erhalt gezahlt werden.
Grundsätzlich sind Verbraucher beim Kauf eines Produkts für zwei Jahre durch die gesetzliche Gewährleistung gegen Sachmängel geschützt. Dieser Anspruch gilt gegenüber dem Händler - also Neckermann - trotz Insolvenz. Die Pflicht erlischt laut VZS erst, wenn die Firma endgültig ihren Geschäftsbetrieb aufgibt. Gegebenenfalls kann auch während einer Insolvenz damit gerechnet werden, dass Fehler an Produkten behoben werden. Allerdings ist die Lage bei Insolvenzen von Firmen häufig unübersichtlich. Auch mit Gewährleistungsansprüchen stehen Kunden bei einer endgültigen Insolvenz ganz am Ende der Schlange der Gläubiger.
Ja. Denn hier handelt es sich um einen Haftungsanspruch, den der Verbraucher gegenüber dem Hersteller eines Produkts hat - also nicht gegenüber dem Händler Neckermann. Hersteller geben Garantien für ihre Waren teils für viele Jahre über die gesetzliche Gewährleistung hinaus ab. Dadurch wollen sie das Vertrauen der Kunden in ihre Produkte stärken. Dieses Versprechen bleibt von der Insolvenz Neckermanns und seiner ungewissen Zukunft unberührt.
Die Insolvenzverwalter hatten den mehr als 2000 Beschäftigten von Neckermann zuletzt kaum mehr Hoffnung auf eine Rettung des Frankfurter Versandhändlers gemacht. Die Suche nach finanzkräftigen Investoren habe gezeigt, "dass für viele die Herausforderungen bei einer Übernahme von Neckermann zu komplex erscheinen", hatte es geheißen. Am 1. Oktober will das Amtsgericht Frankfurt das Insolvenzverfahren eröffnen.
Der traditionsreiche Versandhändler hatte Mitte Juli Insolvenz angemeldet. Nicht von der Pleite betroffen ist der Touristik-Anbieter Neckermann Reisen, der seit längerem zu Thomas Cook gehört.

Josef Neckermann war nicht nur eine Symbolfigur des deutschen Wirtschaftswunders. „Neckermann macht's möglich“ - der Slogan des Versandunternehmens galt auch für das „Sozialwerk des deutschen Sports“, wie sich die Sporthilfe einst bezeichnete. Und Neckermann machte so vieles möglich: Als Spitzenmann dieser Organisation trug „Necko“, wie ihn seine Weggefährten nannten, von 1967 bis zu seinem Rückzug Ende 1988 rund 230 Millionen Mark zusammen. Er selbst nannte sich als Sporthilfe-Vorsitzender „Bettler der Nation“.
Das Foto stammt aus dem Dezember 1979.

Der am 5. Juni 1912 in Würzburg geborene und am 13. Januar 1992 im hessischen Dreieich gestorbene Neckermann war eine prägende Gestalt seiner Zeit, nicht nur als Unternehmer, auch als Sportler und Sportfunktionär ...

Neckermann war ein Mann des Reitsports. Mit deutschen Dressurmannschaften gewann er zweimal Olympia-Gold. Zweimal wurde er mit deutschen Dressurmannschaften Olympiasieger, gewann insgesamt sechs olympische Medaillen.

Es gab aber immer wieder auch Kritik an Neckermann. Dem Sohn eines Kohlenhändlers wurde vorgeworfen, sein Unternehmen auf der Grundlage von Firmen aufgebaut zu haben, die zuvor jüdischen Kaufleuten gehört hatten und in der Zeit des Nationalsozialismus zwangsweise „arisiert“ wurden. Neckermann wickelte unter anderem Großaufträge für Hitlers Wehrmacht ab - ein Vorwurf, der ihn zeitlebens verfolgte.

Mit fein akzentuierter Sprache stellte Neckermann sich den Fragen - und besonders gern dann, wenn es um eines seiner Lebenswerke ging: die Sporthilfe. Unermüdlich warb er bei allen, die ihm über den Weg liefen, um Gelder für sein „Sozialwerk“. Fast 17 000 deutsche Sportler profitierten bis zu seinem Abgang als Sporthilfe-Chef von seinem Wirken.

Das Unternehmen Neckermann gründete er 1950. Hier der erste Katalog − zu seiner Zeit noch „Preisliste“ genannt − umfasst 12 Seiten und 133 Textilangebote bei einer Auflage von 100.000 Exemplaren. Das Sortiment der ersten Preisliste besteht aus fünf Frühlingskleidern für Damen. Für Herren zählen Flanell− oder Popelinhemden zum anfänglichen Sortiment.

Zum ersten Mal wird 1953 im Katalog ein Radiogerät zum Sensationspreis von 187 DM angeboten. Ein Jahr später folgt der erste Fernseher (s. Foto). Als Antwort auf die Boykottversuche von Einzelhandel und Handwerk − wegen des günstigen Preises verweigern sie die Reparatur von Neckermann-Geräten − gründet Neckermann den eigenen Technischen Kundendienst (TKD).

Die beiden großen Konkurrenten im Versandhandel, Quelle und Otto, hatten bereits 1958 bzw. 1966 höhere Umsätze erzielt als Neckermann. Dazu kam seit den 1960er-Jahren neue Konkurrenz durch Discounter und Großmärkte wie Metro.

1977 übernahm Karstadt die Mehrheit bei Neckermann und es kam zu Massenentlassungen. 1999 gingen Karstadt und Quelle zusammen, woraus später Arcandor entstand.

Das Geschäft blieb schwierig - da halfen auch keine prominenten Werbefiguren. Hier ein Bild aus dem Jahr 2004: Gebhard Stammler, Vorstandsmitglied Vertrieb und Marketing des Neckermann Versand, präsentiert den neuen Neckermann-Katalog. Gottschalk war damals neuer Werbepartner der Neckermann Versand AG.
Josef Neckermann war nicht nur eine Symbolfigur des deutschen Wirtschaftswunders. „Neckermann macht's möglich“ - der Slogan des Versandunternehmens galt auch für das „Sozialwerk des deutschen Sports“, wie sich die Sporthilfe einst bezeichnete. Und Neckermann machte so vieles möglich: Als Spitzenmann dieser Organisation trug „Necko“, wie ihn seine Weggefährten nannten, von 1967 bis zu seinem Rückzug Ende 1988 rund 230 Millionen Mark zusammen. Er selbst nannte sich als Sporthilfe-Vorsitzender „Bettler der Nation“.
Das Foto stammt aus dem Dezember 1979.

Es ist jetzt schon einige Monate herr aber ich kann es immer noch nicht glauben das Neckermann in die Insolvens ist und einfach weg .Ich war immer sehr zu frieden mit den Versandhandel .Ich bin einfach nur traurig ,vor allen tut es mir leid für all die ehemaligen Mitarbeiter ,ich hoffe das viele wieder eine Arbeit gefunden haben. VIELEN DANK HERR NECKERMANN UND IHREN FLEISSIGEN MITARBEITERN FÜR ALL DIE TOLLEN JAHRE,und all der tollen Wahre.MfG Mueller
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