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Nestlé kontra Mondelez: Nespresso zieht einen Trumpf im Kapsel-Zank

Espresso-Automaten werden Weihnachten unter manchem Baum zu finden sein. Doch wer glaubt, seine neue Nespresso-Maschine mit günstigen Kapseln von der Konkurrenz füttern zu können, sollte aufpassen.

Eine von vielen Nespresso-Nachahmerkapseln: Der Großkonzern Nestlé versucht sein Produkt zu schützen. Quelle: dapd
Eine von vielen Nespresso-Nachahmerkapseln: Der Großkonzern Nestlé versucht sein Produkt zu schützen. Quelle: dapd

ZürichNespresso-Maschinen der neuesten Generation sind mit bestimmten Nachahmer-Kapseln nicht mehr kompatibel. Das hat ein Test der Schweizer Zeitung „Sonntags-Blick“ ergeben. Die Nestlé-Tochter hat den Anstichmechanismus bei einigen der Automaten so verändert, dass er bei manchen Kapseln der Konkurrenz nicht mehr richtig funktioniert. Diese treffe auf die neuen Modelle „U, Pixie und Insissia“ zu. Die Letztgenannte ist eine neue Maschine, die es bereits in Italien gibt und erst im kommenden Jahr in anderen europäischen Märkten vermarktet wird.

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Nespresso bestätigte gegenüber Handelsblatt Online, dass im Juli bei den drei genannten Maschinen der Mechanismus verändert wurde. „Dies geschah, um den Anstich der Nespresso-Kapseln zu optimieren“, erklärte eine Sprecherin. Der Konzern reagiere damit auf Kritik von Verbrauchern. „Wir konstruieren die Maschinen aber nicht extra so, um andere Kapseln auszuschließen“, versicherte sie.

Laut Nespresso gäbe es mittlerweile weltweit 50 Nachahmer-Kapseln auf dem Markt. Nur bei einigen wenigen seien die Probleme aufgetreten. Wenn Wettbewerber damit werben, dass ihre Kapseln mit Nespresso-Maschinen funktionieren, so sei es deren Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Kapseln auch tatsächlich passen. 

Kaffee in der Kapsel

  • Siegeszug

    Der Siegeszug der Kaffeekapselsysteme ist ungebrochen. Vor allem der Marktführer Nespresso konnte mit der Palette an bunten Kapseln die Verbraucher überzeugen. Wurden 2005 in Deutschland etwa 400 Tonnen Kaffee in Kapseln verkauft, waren es 2010 bereits 5100. Alle führenden Produzenten bieten inzwischen Systeme an, zuletzt kam in Deutschland die italienische Marke Illy mit ihrem Iperespresso hinzu.

  • Vorteil

    Der Vorzug der Kapselmaschinen gegenüber klassischen Siebträgern ist die spielend leichte Bedienung, der geringere Stromverbrauch und die geringere Größe der Maschinen; zudem kann das Kaffeemehl nicht oxidieren. Die Nachteile: ein deutlich höherer Kilopreis des Kaffees von mindestens 37 Euro, die geringere Vielfalt an Bohnen und die nicht kompatiblen Systeme. Die Kunden müssen sich für eine Marke entscheiden, die Kapseln der Anbieter passen nicht in die Maschinen anderer Anbieter.

    4 Kaffeesysteme im Vergleich:

  • Illy

    Illy

    Preis der Maschinen: 155 bis 500 Euro je nach Ausstattung

    Preis pro Kapsel: 42 bis 45 Cent

    Vielfalt der Sorten: Vier Espressoröstungen, davon eine entkoffeinierte

    Besonderheiten: Die Kunststoffkapseln werden über die gelbe Tonne entsorgt

  • Cafissimo

    Cafissimo

    Preis der Maschinen: 49 bis 89 Euro je nach Ausstattung

    Preis pro Kapsel: 25 bis 40 Cent

    Vielfalt der Sorten: Neun Röstungen für Espresso bis Caffè Crema für große Tassen

    Besonderheiten: Neben den Standartröstungen regelmäßig Editionen für kurze Zeit

  • Tassimo

    Tassimo

    Preis der Maschinen: 110 bis 200 Euro

    Preis pro Kapsel: 30 bis 33 Cent (für die Kaffeevarianten)

    Vielfalt der Sorten: 26 Kaffees von Jacobs Krönung bis Café Hag. Dazu Tees, Schokoladen und Milchkaffee

    Besonderheiten: Sehr große Auswahl an Heißgetränken bis hin zum Milchschaum

  • Nespresso

    Nespresso

    Preis der Maschinen: 100 bis 500 Euro je nach Ausstattung

    Preis pro Kapsel: 35 bis 42 Cent

    Vielfalt der Sorten: 16 Röstungen, zusätzlich regelmäßig Sondereditionen

    Besonderheiten: Große Geräteauswahl verschiedener Hersteller

Laut dem Test des „Sonntags-Blick“ funktionieren die Kapseln der Mondelez-Marke „Jacobs“ besonders schlecht. Bei sechs von zehn Versuchen würden die Kapseln von der Maschine zerquetscht. Mondelez hatte im Oktober mit einer großen Werbekampagne seine Jacobs-Kapseln lanciert.

Eine Sprecherin von Jacobs-Mutter Mondelez versichert: „Unsere Kapseln funktionieren problemlos mit den meisten am Markt erhältlichen Maschinen.“ Nur bei der ganz neuen Geräte-Generation gäbe es Probleme. „Hierfür haben wir aber eine technische Lösung entwickelt, dir wir so bald wie möglich auf den Markt bringen werden.“

Mondelez will keine Verunsicherung bei den Verbrauchern aufkommen lassen. Denn es geht um einen Milliarden-Markt. In spätestens sechs Jahren will der US-Konzern Nestlé im Kapselmarkt als Marktführer ablösen, lautete die selbstbewusste Ansage der Amerikaner.

  • 05.12.2013, 20:43 Uhrsauschwaenzle

    Und dieses optimale Preis-Leistungsverhältnis lässt sich die deutsche Durchschnittsheidi natürlich vom Konsumentschützer auswählen, vom TÜV bestätigen und vom Staat überwachen. Was drin ist - egal. Hauptsache optimal.

  • 05.12.2013, 15:35 UhrHeidi

    Hier sollte Nestlé aufpassen - Denn auf derartige offensichtliche Gängeleien reagiert König Kunde mitunter der Gestalt daß er sich kurzerhand "breitseitig" für Konkurrenzprodukte entscheidet.
    Und auf dem Markt setzt sich bekanntlich nicht automatisch der Beste durch - sondern meist das bessere Preis-Leistungsverhältnis.

  • 05.12.2013, 15:21 Uhrperlentaucher

    @Felix: Das sehe ich ebenso! Gerade gestern wieder in der Mensa einen probiert. Kann man trinken aber der Kaffee aus meinem Vollautomaten schmeckt einfach um Welten besser!

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