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Neue Koalition: Streit um Bahn-Börsengang geht wieder los

Mit dem Klammerbeutel sei er nicht gepudert, sagt Rüdiger Grube. Der neue Bahnchef warnt nämlich davor, den Börsengang seines Konzerns für die nahe Zukunft ins Auge zu fassen. Das Thema kocht hoch, weil die neuen Regierungspartner FDP und CDU in dieser Frage teilweise unterschiedliche Meinungen haben.

Bahn-Chef Grube warnt vor einem eiligen Börsengang. Quelle: dpa
Bahn-Chef Grube warnt vor einem eiligen Börsengang. Quelle: dpa

HB BERLIN. Bahnchef Rüdiger Grube hat sich gegen eine Aufspaltung seines Konzerns gewandt und steht damit im Widerspruch zu Union und FDP. Grube sprach sich am Dienstag in Berlin erneut für den Verbund von Schienennetz und Transportgesellschaften aus. Dies sei etwa der entscheidende Faktor, um Pünktlichkeit im Bahnverkehr zu erreichen. „Das kann man nur gewährleisten, wenn alle Bereiche eng zusammenarbeiten.“ Das Beispiel England habe gezeigt, dass die Zersplitterung der Bahn der falsche Weg sei. Er könne sich nicht vorstellen, dass politisch Verantwortlichen diesen Argumenten nicht zugänglich seien.

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Grube sagte, er wolle den Börsengang des Konzerns „als Option behalten“. Er wäre jedoch „mit dem Klammerbeutel gepudert“, wenn er dies in der jetzigen Krise angehen würde. „Das wäre eine Wertvernichtung des Unternehmens.“ Er sei nur zu einem Börsengang bereit, wenn der Wert des Unternehmens beim Verkauf der Anteile erzielt würde.

Zuvor hatten Unionsfraktionsvize Hans-Peter Friedrich (CSU) und der FDP-Verkehrspolitiker Patrick Döring einen neuen Anlauf zur Privatisierung des Unternehmens angekündigt. Die FDP hat in ihrem Wahlprogramm klar das Ziel der Bahn-Privatisierung verankert: „Das Schienennetz dagegen wollen wir von den Verkehrsbereichen trennen und als Aktiengesellschaft im Eigentum des Bundes belassen“, heißt es dort. Die Union bekennt sich in ihrem Wahlprogramm ebenfalls zur Privatisierung und macht deutlich: „Im Sinne einer Teilprivatisierung müssen Schienennetz und Bahnhöfe in der Hand des Bundes bleiben.“

Bahnchef Grube war wenige Monate vor der Bundestagswahl unter anderem mit Unterstützung des SPD-Verkehrsministers Wolfgang Tiefensee zum Nachfolger von Hartmut Mehdorn ernannt worden, der ebenfalls eine Aufspaltung der Bahn über Jahre bekämpft hatte. Die FDP und große Teile der Union wollen der Bahn das Schienennetz entziehen, um Konkurrenten des Staatskonzerns den Zugang zum Netz ohne Diskriminierung zu ermöglichen. Damit soll auch mehr Verkehr auf die Schiene gebracht werden.

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