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Neuer Markt erschlossen: Buchhandel entdeckt Spielwaren

Weil sich Bücher immer schlechter verkaufen, muss der Buchhandel Umsatzeinbußen hinnehmen und versucht gegenzusteuern: Spielwaren und Merchandisingprodukte sollen für mehr Einnahmen sorgen.

Ravensburger profitiert von der Strategie vieler Buchhandlungen nicht nur Gedrucktes zu verkaufen. Quelle: dpa
Ravensburger profitiert von der Strategie vieler Buchhandlungen nicht nur Gedrucktes zu verkaufen. Quelle: dpa

FrankfurtDer Buchhandel versucht angesichts des rückläufigen Buchverkaufs mit neuen Produkten Umsatzeinbußen auszugleichen. „Für den stationären Handel werden Non-Book-Produkte immer wichtiger“, sagte gestern der Ravensburger-Verlagschef Johannes Hauenstein auf der Frankfurter Buchmesse. Der Marktführer der Kinder- und Jugendliteratur verspricht sich von der Veränderung im Buchhandel einen Wettbewerbsvorteil. Denn das oberschwäbische Unternehmen machte die Hälfte seines Umsatzes mit Spielen, Puzzles und anderen Produkten.

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„Wir denken längst in Themen“, sagt Hauenstein. Der 128 Jahre alte Verlag bietet daher nicht nur Bücher zu einem Thema oder eine Marke an, sondern auch Spiele, Plüschtiere und andere Merchandisingprodukte. Insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 3000 Produkte im Programm. Im Gegensatz zum Buchhandel wächst der Umsatz mit Spielwaren. Nach Unternehmensangaben sind die Umsätze dort im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent gestiegen.

Thalia, die zweitgrößte Buchkette in Deutschland, kündigte gestern auf einer internen Vertriebskonferenz in Frankfurt an, den Non-Book-Bereich in den Buchkaufhäusern quer durch die Republik ausbauen zu wollen. Das berichteten Teilnehmer der Tagung auf der Messe. Händler wie Thalia reagieren damit auf die rückläufigen Umsätze beim traditionellen Buch, vermuten Branchenexperten. Wie Ravensburger gestern mitteilte, sei der Umsatz über alle Warengruppe hinweg, in den letzten neun Monaten um 2,1 Prozent gesunken. Insbesondere Ratgeber, Kunst-, Musik- und Technikbücher sowie Rechts- und Wirtschaftsliteratur seien vom Negativtrend erfasst worden.

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